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Nach Entgleisungen SBB hat Weichen in Luzern und Basel im Visier

Legende: Video SBB mit Massnahmen gegen Entgleisungen abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2018.
  • Die Unfälle in den Bahnhöfen Luzern (März 2017) und Basel (November) wiesen Ähnlichkeiten auf, gab die SBB bekannt.
  • In beiden Fällen hätten die entgleisten Züge denselben Weichentyp befahren.
  • Die Bahn geht davon aus, dass diese spezielle Weiche «einer von mehreren Faktoren» bei den Unfällen war.
  • Um den Verschleiss dieser speziellen Weichen besser zu kontrollieren, überwacht die SBB diese künftig zusätzlich mit Messfahrzeugen.
Weichen in Nahaufnahme, über die ein Zug fährt.
Legende: Der in die Entgleisungen verwickelte Weichentyp wird in Luzern und Basel ausgewechselt. (Symbolbild) Keystone

Bis Ende März würden nun deren Zungenverschlüsse ausgewechselt. Zudem sollen die Weichen bis Ende 2019 ganz ersetzt sein. Die SBB weist darauf hin, dass die Untersuchung der beiden Entgleisungen noch nicht abgeschlossen seien. Fest stehe jedoch der Grund für den Unfall im Bahnhof Bern, der sich ebenfalls letzten März ereignete: ein Ermüdungsbruch der Weichenzungenschiene, wie die SBB schreibt.

Es handelte sich dabei jedoch um einen andern Weichentyp als in Luzern und Basel. Der dort in die Entgleisung verwickelte Typ sei wegen der engen Platzverhältnisse «technisch komplex». Die vier Weichen in den beiden Bahnhöfen seien schweizweit die einzigen dieses Typs, über die in ähnlicher Weichenstellung regelmässig Personenzüge fahren.

Die Unfallserie von 2017

Luzern, 22. März: Im Bahnhof entgleist ein Eurocity-Zug mit 160 Passagieren. Sieben Personen werden leicht verletzt. Die SBB bezifferte den Sachschaden auf 11 Millionen Franken.

Bern, 29. März: Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof entgleist eine Doppelkomposition der BLS mit zwei Drehgestellen. Die Fahrgäste der S 44 werden evakuiert, sie bleiben unverletzt.

Basel, 29. November: Bei der Einfahrt in den Bahnhof springen drei Wagen des ICE 75 aus Hamburg aus den Schienen. Die 500 Passagiere können den Zug geordnet verlassen. Wegen des anschliessenden Stromausfalls steht der Zugverkehr für zwei Stunden komplett still. Auch hier gehen die Schäden laut SBB in die Millionen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Naja, altern ist ein natürlicher Prozess, egal ob organischer oder anorganischer Herkunft. Jedes Produkt hat einen definierten Lebenszyklus. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit der Auswahl von geeigneten Materialien bezüglich physischer und chemischer Einflüsse. Jeder Ermüdungsbruch beginnt schon in der inneren atomaren/kristallinen Struktur eines Stoffes. Je früher man diesen erkennt, um so besser. Entsprechende Prüfverfahren kosten aber Zeit und Geld. Da liegt der tote Hund begraben.
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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    Schockierend, wie früh unsere Bundesbahn auf die Idee kommt, etwas genauer hinzuschauen. Am Ende könnte die ja noch die Einsicht stehen, dass man weniger in Werbespots und PR-Kampagnen, und mehr in Personal für Infrastrukturerhaltung und schlaues (schweizerisches und behindertengerechtes) Rollmaterial investieren sollte. Da macht sich der Substanzabbau halt langsam bemerkbar, findiges Managertum hin oder her.
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    1. Antwort von M. Keller (MK)
      @Meier - es ist immer relative einfach, die Schuld jemandem zu zuweisen. In diesem Fall z.B. der SBB. Aber die genauen Fakten, Verträge etc. hierzu kennen Sie sicher nicht. Also so ohne Kenntnis der Hintergründe einfach mal 'drauf schlagen'.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Die SBB scheint es noch nicht erkannt zu haben, das Weichen auch zu den Verschleissteilen gehören und durch den Mehrverkehr schneller ausgewechselt werden müssen, in der Regel verlange ich Geld für eine solcher Erkenntnis heute ist es gratis. Einen Gruss von einem passionierten Qualitätssicherungsfachmann , Fachrichtung Mechanik mit Diploms Abschluss 1.
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