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Nach heftiger Kritik Cassis will nicht länger «Pro Tell»-Mitglied sein

  • Nach nur einem Monat hat der designierte Aussenminister Ignazio Cassis seine Mitgliedschaft bei der Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht «Pro Tell» gekündigt.
  • Grund dafür sind die negativen Reaktionen nach Bekanntwerden seines Engagements.

«Angesichts der laufenden öffentlichen Diskussion und der Instrumentalisierung seines damaligen Beitritts hat Bundesrat Cassis seine Mitgliedschaft bei ‹Pro Tell› und ‹libertà e valori› aufgegeben»: Dies sagte Ursula Eggenberger, Leiterin Kommunikation der Bundeskanzlei, am Abend. Sie bestätigte damit entsprechende Informationen des Onlineportals der Zeitung «Nordwestschweiz».

«Seine Überzeugung bezüglich eines freiheitlichen, der Schweizer Tradition entsprechenden Waffenrechts wird er im Bundesrat vertreten, genauso wie seine Unterstützung für die Bilateralen Verträge und das Schengen-Abkommen», sagte Eggenberger weiter.

Der designierte Bundesrat Ignazio Cassis während einer Rede im Bahnhof Altdorf Ende September.
Legende: Der designierte Aussenminister Ignazio Cassis während einer Rede im Bahnhof Altdorf Ende September. Keystone

Cassis überdachte Entscheid

Cassis war im Monat seiner Wahl in den Bundesrat Mitglied der Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht «Pro Tell» geworden. Diese kämpft gegen jede Verschärfung des Waffenrechts in der Schweiz und geht damit auf Konfliktkurs mit der EU. Cassis wäre als erster Bundesrat Mitglied dieser Vereinigung geworden.

Cassis selbst hatte am vergangenen Samstag über die Bundeskanzlei mitteilen lassen, dass er derzeit daran sei, seine Mitgliedschaft in «verschiedenen Vereinigungen» zu überprüfen.

Dazu gehörten auch die Zugehörigkeit zu «Pro Tell» und der Tessiner Vereinigung «libertà e valori» – dieses Komitee hatte sich gebildet, um sich gegen die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» einzusetzen. Es kämpft ausserdem für einen «legalen und liberalen» Waffenbesitz.

Waffenlobby im Fokus

«Pro Tell» hatte zuletzt auf sich aufmerksam gemacht, weil die Organisation gegen die drohende Verschärfung des Waffenrechts mobilisierte und dagegen auch das Referendum ergreifen will. Der Bundesrat will die EU-Bestimmungen dagegen ins Schweizer Recht übernehmen – er hat dafür zwei Jahre Zeit.

Zur Übernahme ist die Schweiz als Schengen-Staat verpflichtet. Bei einem Nein drohte dem Land der Ausschluss aus dem Schengen-Raum.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    schon lobenswerter Entscheid, aber was ein integrer Mensch freiwillig entscheidet, muss er normalerweise nicht schon 1 Monat danach widerrufen.
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Die Schweiz ist eben nicht Deutschland -Frankreich - Italien - da ist so ein Bundesrat eher ein Relikt aus der Tell - Zeit und wird weltweit mit viel Wohlwollen betrachtet -wir werden ausserhalb der Schweiz eher wie ein kleiner reicher Sonderfall der Geschichte gesehen - also lasst doch diesen lieben freundlichen Herrn einmal zuerst seine Arbeit verrichten und wenn es dann nachweislich zum Schaden für die CH tätig ist - einfach wieder abwählen - wie einst schon einmal Andere .
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Sind sie für das Krankenkassenwesen tätig?
  • Kommentar von A. Zuckermann  (azu)
    Mehr Waffen, aber weniger Flüchtlinge…? Die grosse Rechtsbürgerliche Lüge. Waffen bringen nur Tod, Elend, Vertreibung. Wie kann man so was unterstützen.
    1. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      Viele Länder in der EU beteiligen sich an Kriegen ausserhalb von Europa. Und grad diese EU fordert jetzt ein verschäftes Waffengesetz innerhalb von Europa? Ziemlich schräg, oder?