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Fredy Fässler zu den Krawallen in St.Gallen
Aus Samstagsrundschau vom 10.04.2021.
abspielen. Laufzeit 30:26 Minuten.
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Nach Krawallen in St.Gallen «Polizei ist nicht da, gesellschaftliche Entwicklungen zu lösen»

Alle haben genug von Corona und den Einschränkungen, ganz besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene. Entwickelt sich daraus eine neue Jugendbewegung? Nein, meint der St. Galler Justiz- und Polizeidirektor Fredy Fässler.

Fredy Fässler, der St. Galler Justiz- und Polizeidirektor, fordert im Hinblick auf die Corona-Einschränkungen einen Dialog mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. «Mit ihnen hat man bisher nicht gesprochen», sagte der Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF.

Der St. Galler SP-Regierungsrat sprach sich dafür aus, dass junge Menschen künftig in Entscheidungsfindungen einbezogen werden.

Lösungen muss man mit den Jungen suchen.
Autor: Fredy FässlerPräsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD)

Anlass waren eine zunächst friedliche Openair-Party in St. Gallen, bei der es zu Ausschreitungen kam, sowie geplante Partys in weiteren Städten. Die Aufgabe der Polizei sei es, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, sagte Fässler. Sie sei jedoch nicht dazu da, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Lösungen müssten zusammen mit den jungen Menschen gefunden werden.

«Ich bin der Meinung, dass man mit den Jungen schauen muss, wie wir die nächsten zwei bis drei Monate gemeinsam überstehen können, damit das Virus unter Kontrolle bleibt», sagte Fässler.

Polizei verhaftet Person in St.Gallen.
Legende: In St.Gallen eskalierte die Gewalt an zwei Tagen. Keystone

Ob das im Rahmen der bestehenden Vorgaben möglich sei – Treffen von höchstens 15 Personen – könne er zurzeit nicht sagen. Er schliesse aber auch nicht aus, dass für junge Menschen spezielle Regeln aufgestellt würden, immer unter Berücksichtigung von Schutzmassnahmen. Junge Menschen hätten andere Ansprüche an das Leben als 50-Jährige und wollten sich treffen können.

Kreative Lösungen gesucht

Alle, die mit jungen Menschen zu tun hätten, seien aufgefordert, kreative Lösungen zu entwickeln, um den Bedürfnissen der Jungen etwas entgegenzukommen. Gefordert sei auch der Bundesrat, der schon seit Anfang März sportliche und kulturelle Aktivitäten für junge Menschen bis 20 Jahre wieder erlaubt.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) sagte am Samstag gegenüber Radio SRF, der Bundesrat suche das Gespräch mit allen. «Dass wir auch mit jungen Erwachsenen das Gespräch suchen, finde ich wichtig», sagte die Justizministerin.

Konsultationen liefen nicht über die Kantone

Zu den in St. Gallen von der Kantonspolizei ausgesprochenen Wegweisungen wollte sich Regierungsrat Fässler nicht äussern – er sei die Rekursinstanz.

Im Übrigen sprach sich Fässler dafür aus, dass die Verfahren bei Entscheiden über Corona-Massnahmen eingehalten werden. Bei einer besonderen Lage müsse der Bundesrat gemäss Epidemiengesetz die Kantone konsultieren. Bisher seien Konsultationen regelmässig über die kantonalen Gesundheitsdirektoren erfolgt, die Meinung der Kantone seien dabei jedoch nicht abgebildet worden.

Samstagsrundschau, 10.4.21, 11:30 Uhr;

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Luvy Müller  (Lucy56)
    Wenn Herr Fässler der Aufgabe nicht gewachsen ist und als Lösung die Partizipation von Gesetzesbrechern sieht ist er am falschen Platz und sollte sofort gehen.
  • Kommentar von Salzmann Benjamin  (Benjamin Salzmann)
    Probleme lösen wäre die Aufgabe der Politik. Die Realität sieht aber so aus, dass man drumherum bastelt, vertuscht und beschwichtigt. Und ich habe einen ganz simplen Vorschlag, die innenpolitischen Spannungen schnell und unkompliziert zu lösen:
    Aufheben aller Massnahmen. Jetzt wo es wärmer ist, hält sich KEIN Mensch mehr dran. Egal ob beim Wandern, im Hotel oder eben am Abend draussen. Partys wird es halt im Wald geben. Regeln nützen nur, wenn genug Leute sie auch einhalten WOLLEN.
    1. Antwort von Philipp Reinhard  (Fippu)
      Ich gebe Ihnen recht. Bin selbst u30 und ich muss sagen, die Anzahl illegaler Partys und Zusammenkünfte haben Massiv zugenommen.
      Ich würde jetzt nicht gleich alle Massnahmen aufheben, warten wir doch noch einen Monat aber so sachen wie Restaurantschluessungen sind ein Witz, wenn man sieht was im privaten Bereich abgeht.
      Der Mensch lässt sich eben nicht einsperren. Und wenn dann Kosten/ Nutzen der Massnahmen in keinem Verhältniss stehen sinkt auch die Bereitschaft, die Massnahmen einzuhalten.
  • Kommentar von Walter Foletti  (Giuseppe Mazola)
    Die Polizei ist da um die Bürger/innen und deren Hab und Gut vor Gewalttäter/innen und randalierenden Demonstranten/innen etc. zu schützen.
    Die „Probleme“ zu lösen ist nicht Aufgabe der Polizei, sondern Aufgabe der Politiker/innen, respektive der gesamten Regierung.