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Schweiz Nach «Rundschau»-Bericht: Hilfe für verzweifelte Spanier

Ximena und Ivan Cordova aus Barcelona lebten mitten in Zürich in einem kalten Keller – für 1300 Franken Miete. Die «Rundschau» berichtete vergangene Woche über das Paar. Nach der Sendung gab es zahlreiche Hilfsangebote. Inzwischen sind die beiden bei einer Familie untergekommen – kostenlos.

Ximena und Ivan Cordova, die in der Schweiz nach Arbeit suchen, haben dank der Vermittlung des Vereins «Chrischtehüsli» eine kostenlose Unterkunft gefunden.  «Eine Familie hat uns aufgenommen, als würden wir zu ihnen gehören», sagt Ximena Cordova erleichtert. Damit sei die Hoffnung für sie und ihren Mann wieder zurückgekehrt.

«Von Herzen dankbar»

Nach der Ausstrahlung ihrer Geschichte in der «Rundschau» vom vergangenen Mittwoch trafen zahlreiche Hilfsangebote und Spenden für die Cordovas ein. «Dafür sind wir von Herzen dankbar», beteuert Ivan Cordova. Nun fehle nur noch eine Arbeitsstelle zum Glück.

Nach Angaben des «Chrischtehüsli» leben weiterhin mindestens fünf spanische Migranten in den Kellerräumen in Zürich-Altstetten. Die Räume sind weder zum Wohnen zugelassen noch dafür geeignet.

Die zuständige Verwaltung Wohnplus AG sagt gegenüber der« Rundschau», sie habe nichts von der Untervermietung an die Migranten gewusst. Wohnplus AG hat nun kurzfristig eine Vierzimmerwohnung in Schlieren als Ersatz gefunden, die bis Ende Juni freisteht. «Ich habe kein schlechtes Gewissen, aber ein schlechtes Gefühl bei der Sache», sagt Rocco Laconca von Wohnplus AG. Deshalb habe er sich intensiv eine bessere Wohnmöglichkeit für die Spanier gesucht. Der Verein «Chrischtehüsli» hat Laconcas Offerte akzeptiert.

Mietwucher kein Kavaliersdelikt

Der Mann, der die Kellerräume in Altstetten untervermietet, bestreitet, mit überrissenen Mieten die Notlage der arbeitssuchenden Migranten ausgenützt zu haben. Doch Manuela Schiller, Juristin und Präsidentin des Mieterverbandes Zürich, sieht den Tatbestand des Wuchers klar erfüllt. 

Mehr als 25 Prozent über dem Marktpreis gelten laut Bundesgericht als Wucher. «Für ein solches Loch über 1000 Franken zu verlangen - das ist Wucher», sagt Schiller in der «Rundschau». Wucher kann mit Geldbussen und bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden, wenn er gewerbsmässig betrieben wird. Schiller rechnet damit, dass der Fall der strafrechtliche Folgen haben wird. 

17 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Prekäre Bedingungen! Wie ergeht es denn CH-Bürger, die durch gegen sie verübte Straftaten den Job verlieren und kein Arbeitslosengeld noch Sozialhilfe erhalten, obwohl 25 Jahre lückenlos einbezahlt wurde? Man durch die Straftäter gewalttätig angegriffen ud übelst verletzt wird und bei Erstattung Strafanzeige noch auf das übelste beschimpft und bedroht wird. Das sind prekäre Lagen!
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  • Kommentar von C Reist, 8614 Sulzbach
    Ich frage mich, was denn die (Bau)-Behörden dazu sagen ?? Soweit mir bekannt ist, gibt es Bauvorschriften mit Mindestanforderungen, welche Räume im UG für Wohnzwecke erfüllen müssen. Aus diesen gezeigten Bildern, scheint das doch eher illegal zu sein...
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Zeit für eine neue TV-Serie:"Schweizer sucht Arbeit"Hohe Einschaltquoten garantiert!Aber eben,für CHer betreibt man keinen solchen Aufwand.Niemals hätten wir uns vor 35J.getraut,ohne Sprachkenntnisse auszuwandern.Dolmetscher gabs keine,mehrsprachige Formulare für die Fahrprüfung auch nicht.Ein Visum nach Australien erhielten schon damals nur Leute mit Mangelberuf+Geld.Heute reist hier auf Kosten der Steuerzahler ein,wer weder Geld,Arbeit noch Beruf,geschweige denn Sprachkenntnisse hat.
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