Was ist passiert? Die Kommandantin der St. Galler Kantonspolizei, Barbara Reifler, tritt per Ende Juni zurück. Sie hat gegenüber der Regierung ihre Demission eingereicht. Bis zu ihrem Austritt führt sie die Kantonspolizei weiter. Dies meldete das Sicherheits- und Justizdepartement am Montagmorgen in einer Mitteilung.
Was sind die Gründe? Im Vorfeld gab es Zeitungsberichte, die über Unstimmigkeiten innerhalb der Geschäftsleitung der Kantonspolizei sowie zwischen der Kommandantin und dem zuständigen Regierungsrat Christof Hartmann (SVP) berichteten. Worum es dabei konkret geht, wurde nie ganz klar.
Es gibt jedoch zwei Hinweise darauf, dass die Gerüchte nicht unbegründet sind: Erstens gab es Einzelgespräche aller Mitglieder der Geschäftsleitung der Kantonspolizei mit Regierungsrat Hartmann. Zweitens hat Christof Hartmann vor einer Woche eine «externe Führungsanalyse» in Auftrag gegeben.
Was sagt der zuständige Regierungsrat? Christof Hartmann sagt gegenüber SRF, über die genauen Gründe des Rücktritts könne er nur mutmassen. Die Regierung bedauere den Rücktritt und danke Barbara Reifler für ihren Dienst. In Bezug auf die Vorwürfe verweist er auf die oben erwähnte externe Analyse. Bis Ende April sollen deren Ergebnisse laut dem Regierungsrat vorliegen.
Was heisst das für die Arbeit der Kantonspolizei? Sowohl der Regierungsrat als auch die Kommandantin betonen, dass die St. Galler Kantonspolizei jederzeit einsatzfähig sei. «Der operative Auftrag läuft ohne Einschränkungen weiter», schreibt Barbara Reifler in ihrem Statement. Zur Nachfolge beim Kommando schreibt die Regierung, sie werde «zu gegebener Zeit über den Prozess zur Nachfolgeregelung informieren».