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Nach Subventionsskandal Kanton Jura will Postauto-Linien öffentlich ausschreiben

  • Postauto droht nach dem Subventionsskandal der Verlust von Busstrecken in mehreren Regionen.
  • Der Kanton Jura beschloss als erster Kanton, im kommenden Frühling alle Postauto-Linien öffentlich auszuschreiben.
  • «Wir waren nicht zufrieden mit Kosten und Qualität der Postauto-Angebote», begründet der jurassische Verkehrsamtleiter David Asséo den Schritt.
Postauto im Kanton Jura.
Legende: Die Postauto-Linien im Kanton Jura stehen auf dem Prüfstand. Keystone

Asséo wirft der Post-Tochter laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» zudem «mangelhafte Transparenz und unzureichende Unterstützung für die Projekte» vor.

Auch Kanton Graubünden prüft Ausschreibung

Auch Graubünden, der Kanton mit den meisten Postauto-Linien, überprüft den Anbieter und schliesst die Ausschreibung eines Teils der Linien nicht aus. Man führe nach der Betrugsaffäre «ein umfassendes Benchmarking durch, um Postauto mit anderen Transportanbietern besser vergleichen zu können», sagte Erich Büsser, Vorsteher des Amts für Energie und Verkehr Graubünden.

Weitere dürften folgen

Der Präsident der Konferenz der kantonalen Verkehrsdirektoren (KÖV), Hans-Peter Wessels, geht davon aus, dass weitere Gemeinden und Kantone Linien nicht mehr Postauto überlassen, sondern vermehrt öffentlich ausschreiben.

Postauto erklärt dazu, dass beim Unternehmen derzeit «keine Prognosen zur Auswirkung möglicher Ausschreibungen» bestünden.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Wie könnte es bei einer Streichung dieser Postaustostrecken herauskommen: Die Gefahr ist gross, dass die sicher zumeist gut arbeitenden Chauffeure "eliminiert" werden, und in der Chef-Etage des Kanton Juras rühmt man sich, gut gehandelt zu haben. So geht Liebe zu den Mitmenschen!
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    1. Antwort von Sebastian Demlgruber (SeDem)
      Nirgends ist die Rede davon, dass die Postauto-Linien gestrichen werden sollen - sie sollen aber einem ehrlichen, kooperativen und kompetitiven Betreiber übergeben werden. Denn der Kanton Jura muss haushalten mit dem Steuergeld, dass ja erst einmal hart erarbeitet werden musste - da braucht es einen fairen Gegenwert. Und inwiefern werden denn „Chauffeure bestraft“? Jeder Buslinienbetreiber braucht Chauffeure - und die bekommt er am einfachsten durch eine Übernahme der Postauto-Chauffeure.
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    2. Antwort von Ueli von Känel (uvk)
      Herr Demlgruber: "Oeffentlich ausschreiben" bedeutet doch, dass die Ausschreibung auch an andere Betriebe adressiert ist. Und wenn ein anderer Linienbetreiber berücksichtigt wird, so geht das am ehesten zu Lasten von Postautochauffeuren. So edel sind wohl die Absichten des Kantons Jura nicht, wie Sie schreiben. Dem Geld wird immer - auch ohne Not - grösseren Stellenwert eingeräumt.
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    3. Antwort von Franz Huber (Raffi)
      Ja Herr Demlgruber die ehrlichen, kompetitiven Betreiber würden sicher gerne die Postauto Chauffeure übernehmen, allerdings wohl für einen deutlich tieferen Lohn.
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    4. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Das dürfte klar sein. Schauen sie einfach mal ins Engadin, dort gibt es keine Postautos mehr sondern nur noch den Engadin-Bus. Die Fahrer sind zu Dumpinglöhnen angestellt und nicht zu den Bedingungen der Post. Man kann im Transportbereich nur bei den Löhnen ersparnisse erzielen. Bei Fahrzeugen und Infrastruktur lässt sich nicht genug sparen.
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  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    Wir haben die Bahn, die die Zentren verbindet! Und die zwischen den Zentren liegenden Ortschaften und Agglomerationen bedient. Und dann haben wir einen Busverkehr, der die abgelegenen Randregionen bedient. Vielleicht ist die Lösung nicht, die Buslinien aufzuteilen und an Private zu vergeben, sondern aus der SBB eine SBBB (Schweizerische Bundesbahn und- Busse) zu machen, die schweizweit koordiniert und zusammenarbeitet? Ich bin kein Freund von Bundesbetrieben - aber manchmal macht es wohl Sinn!?
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    1. Antwort von Sebastian Demlgruber (SeDem)
      Die groben Fehler, die erst durch ein selbstherrliches Quasi-Monopol ermöglicht wurden, sollen durch noch mehr Monopolismus und Zentralismus behoben werden?! Im Gegenteil - nur durch Dezentralität und verschiedene Anbieter entstehen Vergleichbarkeit, Innovation und Verantwortung.
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    2. Antwort von Alex Moser (AM)
      @SeDem: wie gesagt, ich bin überhaupt kein Freund von Bundesbetrieben. Aber gewisse Grundbedürfnisse wie Energie, Transport, Kommunikation, Wasser, usw... sollten wohl besser auf Bundesebene gelöst werden. Denn Konkurrenz mag zwar "Innovationsfördernd" sein - aber halt auch immer Gewinnorientiert! Und diese Gewinne landen dann in den Taschen einiger weniger Privaten (z.B. Autobahnen Italien). Und Verantwortung übernimmt heute niemand mehr - weder in der Privatwirtschaft noch bei den Behörden!
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Hier stellen sich folgende Fragen: Geht es den Ausschreibenwollenden wirklich darum, damit den Postautoskandal zu sanktionieren? Dann hätten sie doch wohl schon vor 10 Monaten die nötigen Konsequenzen gezogen. Es geht wohl einfach darum, in der Region noch preisgünstiger zu sein. Immer mehr für immer weniger Geld. Das ist gesellschaftlich sehr in Mode.Nun ist es an den Leuten, dort gegen solche Massnahmen zu protestieren und diesen Service-Public zu verteidigen.Und nicht Chauffeure bestrafen!
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