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Schweiz Nagra will Scherbenhaufen mit Verhaltenskodex kitten

Nachdem vergangenen Oktober ein kompromittierendes Nagra-Papier die Schweiz erschreckt hatte, bläst die Genossenschaft nun zum Gegenangriff. Sie will ihre Kommunikation verbessern und mit mehr Transparenz das verspielte Vertrauen wieder wettmachen. Um den Vorfall im Oktober kümmert sich die Justiz.

Felslabor der Nagra im Grimsel. Ein langer runder Gang an dessen Ende ein grünliches Licht schimmert.
Legende: Licht am Ende des Tunnels – die Nagra will in Zukunft für mehr Transparenz sorgen. Reuters

Er soll «die Transparenz nach innen und nach aussen erhöhen». Der neue Verhaltenskodex der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra). Die Genossenschaft reagiert damit auf die Kritik, die ein internes, im 2012 publik gewordenes Papier auslöste.

Vertrauen zurückgewinnen

Es reiche nicht aus, gute wissenschaftliche Arbeit abzuliefern, sagte Nagra-Verwaltungsratspräsident und FDP-Ständerat Pankraz Freitag in einer Medienmitteilung.

Man stehe im Fokus der Öffentlichkeit und müsse darum «höhere Ansprüche an eine transparente Arbeitsweise erfüllen als andere». Mit dem Verhaltenskodex will die Genossenschaft auch Vertrauen zurückgewinnen.

Justiz eingeschaltet

Verspielt hatte die Nagra einen Teil dieses Vertrauens, als im Oktober 2012 ein internes Nagra-Papier an die Öffentlichkeit gelangte und daselbst für viel Wirbel sorgte. Das Papier erweckte den Eindruck, dass bereits entschieden sei, wo dereinst die Atomabfälle gelagert werden sollen – trotz der laufenden Standortsuche.

Die Veröffentlichung des Nagra-Papiers führte mittlerweile auch zu einem juristischen Nachspiel. Die Bundesanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Löffel, Bülach
    Löblich, ich hoffe Ihr tut das auch. Die Energie von Atom-Strom ist immernoch viel zu kostengünstig. Denn Ihr rechnet die zukünftigen Umweltkosten NICHT in diese Rechnung dazu. Ich sagte schon 1980 auf jedem Haus eine Solaranlage. Und ich habe es selbst demonstriert, als ich mit 30 (1994) mich auf der Insel Gomerra nur mit Solarstrom versorgte (Ferien). Natürlich interessiert das niemanden, da ich nur ein kleines Insekt auf dieser Welt bin. Aber die Technologie ist schon seit langem bekannt.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Die zukünftigen Umweltkosten, wurden eigentlich noch bei keiner Art von Technologie wirklich und nachvollziehbar mit-ein-kalkuliert. Beim AKW-Strom werden lediglich Rückstellungen für den Rückbau gemacht. Ob die dann wirklich reichen hängt vor allem und ganz besonders auch von der allg. Wirtschaftsentwicklung (Inflation usw.) ab. - Kann gut sein, dass die getätigten Rückstellung letztlich plötzlich eben doch nicht ausreichen. Die EURO & Doller-Krise lässt grüssen. (smile)
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    2. Antwort von Gerhard Himmelhan, 3904 Naters
      Hr. Löffel sie haben vollkommen recht. Die Rückstellungen für den Rückbau der Meiler ist ev. zu finanzieren. Wir haben noch nicht einmal ein Endlager!! Ein sicheres Lager ist unbezahlbar. Der meiste Abfall wird gegen gutes Geld exportiert. Die nächsten Generationen werden sich bedanken!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Natürlich klar doch, die Nagra steht im Fokus der Oeffentlichkeit. Darum wird offenbar auch alles erst recht zu erst den Medien mitgeteilt, so ähnlich wie bei der Gripen-Beschaffung, damit man sich "nachhaltig" und "medienwirksam" lächerlich machen kann. Ein Löchersieb ist noch dichter als .... aber lassen wir mal das. Reden lässt sich versilbern, Schweigen aber leider nicht vergolden. (smile)
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