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250 neue moderne Gefängnisplätze im Kanton Bern
Aus Echo der Zeit vom 19.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
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Neubau und Sanierung Berner Gefängnisse werden moderner und bieten mehr Platz

Im Kanton Bern entsteht ein neues Gefängnis mit 250 Plätzen. Marode Zellen in alten Anstalten haben ausgedient.

Risse in den Wänden und zu wenig Platz: Viele Gefängnisse und Justizvollzugsanstalten im Kanton Bern sind veraltet, wie zum Beispiel das Regionalgefängnis in Biel oder das Gefängnis Thorberg.

Nun sollen in einem neuen Gefängnis 250 moderne Haftplätze entstehen. Dieses soll ab 2032 in Betrieb sein und entweder neben der heutigen Strafanstalt Witzwil im Berner Seeland oder auf dem Boden des ehemaligen Jugendheims Prèles im Berner Jura entstehen.

Schimmel und Risse an den Wänden

Das Regionalgefängnis Biel mit seinen 80 Plätzen wird dagegen geschlossen, Thorberg saniert. Durch die Modernisierung beim Thorberg würden auch Plätze wegfallen, sagt der zuständige Sicherheitsdirektor des Kantons Bern, Philippe Müller (FDP). «Der Thorberg hat jetzt 180 Plätze. Rein durch die Sanierung verlieren wir 50 Plätze.»

Es sei wichtig, dass der Kanton Bern durch den Neubau eines modernen Gefängnisses ältere Plätze schliessen könne, sagt Benjamin Brägger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz. «Es geht momentan darum, veraltete Plätze durch neue zu ersetzen, damit die Qualität und die Sicherheit verbessert wird.»

Deutschschweiz hat genügend Gefängnisplätze

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Koordiniert wird das Platzangebot durch das Strafvollzugskonkordat Nordwest- und Innerschweiz, sowie durch das Konkordat Ostschweiz. In diesen Anstalten hat es genügend Plätze. In der Nordwest- und Innerschweiz weisen die Anstalten eine Belegung von 80 Prozent auf, in der Ostschweiz sind sie zu 73 Prozent belegt. Anders sieht es laut Bundesamt für Statistik in der Westschweiz aus, dort herrscht eine Belegung von 101 Prozent.

«In den Gefängnissen der Westschweiz herrscht seit mehreren Jahren ein starker Platzmangel», so Brägger. Könnte denn da die Deutschschweiz nicht aushelfen? Laut Benjamin Brägger sei das nur bedingt möglich: «Die Westschweiz weist immer wieder Langzeitinhaftierte in Gefängnisse der Deutschschweiz ein.» Insassen in Untersuchungshaft müssen aber in der Regel dort bleiben, wo das Verfahren gegen sie geführt wird.

Das neue Gefängnis im Kanton Bern wird erst in elf Jahren neue und moderne Plätze bieten. Der zukünftige Bedarf an Gefängnisplätzen abzuschätzen, sei aber schwierig, sagt Benjamin Brägger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz: «Das ist Kaffeesatzlesen. Wie entwickelt sich das Strafrecht? Wie lange Haftstrafen werden ausgesprochen? Wie sind die Migrationsströme?»

Leere Anstalten sind sehr teuer und sollte man dem Steuerzahler nicht zumuten.
Autor: Benjamin Brägger Sekretär Strafvollzugskonkordat Nordwest- und Innerschweiz

Darum sei es ratsam, mit einer gewissen Reserve an Gefängniszellen zu planen. «Jedoch behutsam, weil leerstehende Anstalten sind sehr teuer und das sollte dem Steuerzahler nicht zugemutet werden.»

SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 19.08.2021, 12.03 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Die Berner Gefängnisse werden zu Hotels ohne Freiheit umgebaut.
  • Kommentar von Jacqueline Marti  (Muma)
    Der oekologische Aspekt eines neuen Gefängnisses im Raume Ins-Gampelen wird vom Kanton dabei wohl nicht berücksichtigt?
  • Kommentar von Fritz Zobrist  (fjzo)
    Es darf aus Kostengründen nicht sein, dass der Kanton Bern ein neues Gefängnis für über 200 Mio CHF baut, aber die reichen Strafvollzugskkonkordanz-Kantone lachend zuschauen. Im übrigen ist der Kostenvoranschlag mindestens 30% resp 60-80 Mio CHF zu hoch.
    1. Antwort von Peter Huber  (happyglaris)
      Normalerweise sind für solche Bauten die Kostenvoranschläge meist zu tief.... Bin ja gespannt wieviel es bei Bauende schlussendlich gekostet hat.