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Was die Stadt nun mit der Besetzergruppe machen will
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 31.03.2021.
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Neue Besetzergruppe Berns Problem mit den besetzten Plätzen

In der Stadt Bern besetzt eine neue Gruppe Leute mit Wohnwagen ein Areal. Nun gehen der Bundesstadt die Plätze aus.

Besetzte Plätze haben in der Stadt Bern fast schon Tradition. Immer wieder werden auf Brachen oder öffentlichen Plätzen Bauwagen aufgestellt, um dort zu wohnen. «Das gibt es in Bern seit Jahrzehnten, dass Gruppen eine solche Parzelle suchen. Viele sind auch wieder verschwunden», sagt Walter Langenegger, Informationschef der Stadt Bern.

Mit mehreren Gruppen hat die Stadt ein gutes Einvernehmen. Insgesamt an vier Standorten, verteilt auf dem ganzen Stadtgebiet, bietet Bern aktuell Platz für solche alternative Wohnprojekte.

Mit den sogenannten Stadtnomaden etwa hat die Stadt Bern ausgehandelt, dass sie bis auf Weiteres auf dem Schermenareal beim Wankdorf bleiben können. Zuvor mussten die Stadtnomaden alle sechs Monate den Platz wechseln. Weil es immer weniger geeignete Plätze gibt, dürfen sie nun vorerst bleiben, ohne zu rotieren.

Stadtnomaden und Stadtmeisen

Auf dem Gaswerkareal, wo die Stadtnomaden vorher auch Halt machten, hat sich mittlerweile eine Gruppierung Namens Stadtmeisen installiert. Beide Gruppen zusammen haben dort keinen Platz.

Wohnwagen
Legende: Die Wagensiedlung im Schermenareal im Osten der Stadt Bern. SRF/Archiv

Neue Besetzung in einer Schutzzone an der Aare

Seit einige Tagen mischt nun eine weitere Gruppe mit. In der Engehalde direkt an der Aare hat sich eine Gruppe mit fünf Bauwagen niedergelassen. Die rund 15 Personen haben ihr Camp unter dem Felsenauviadukt installiert.

Das Camp ist illegal.
Autor: Kristina BussmannLeiterin Immobilien Stadt Bern.

Eine Bewilligung haben sie keine. «Die betroffene Wiese ist eine Schutzzone», sagt Kristina Bussmann, Leiterin Immobilien Stadt Bern. Das Camp sei illegal.

Wohnwagen
Legende: Die Besetzerinnen und Besetzer haben sich an der Aare auf einer Wiese eingerichtet. SRF

Die Stadt Bern wolle in solchen Situationen jedoch immer erst den Dialog suchen, sagt Informationschef Langenegger. «Es gibt ein Bedürfnis für solche Wohnformen. Wenn man gemeinsam eine Lösung findet, dann ist das gut.» Manchmal finde man aber auch keine Lösung, so Langenegger.

Immer weniger Plätze

Die Verhandlungen zwischen der Stadt Bern und der neuen Besetzergruppe laufen. Am aktuellen Standort können sie nicht bleiben. Eine Alternative zu finden werde auch nicht einfach, sagt Bussmann: «Es ist schon bei den bestehenden Gruppierungen eine grosse Herausforderung Flächen zu finden, welche nicht illegal sind und ein dauerhafter Aufenthalt möglich ist.»

Meist wird ein Gelände zur Verfügung gestellt, welches überbauungsreif ist. «In den letzten Jahren wurde einiges gebaut, manche dieser Brachen sind deshalb verschwunden», so Walter Langenegger.

Blockiert: Sonderzone für experimentelles Wohnen

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2013 nahm das Stadtberner Stimmvolk die Vorlage zur «Zone für Wohnexperimente» mit 54,2 Prozent Ja-Stimmen an. Im Westen der Stadt Bern soll in einer Landwirtschaftszone ein Areal entstehen, auf dem Wagendörfer aufgebaut werden dürfen.

Noch ist die Zone jedoch durch den Kanton blockiert. Der Grund: Aus Sicht des Kantons ist sie nicht mit geltendem Recht zu vereinbaren.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 31.03.2021, 06:31 Uhr

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Halter  (⌒o⌒)人(⌒-⌒)
    Wie können Leute einfach illegal irgendwas besetzen und damit durchkommen? Was sendet das für ein Zeichen aus? Muss ich mich jetzt auch nicht mehr an Gesetze halten? Kann ich einfach in einen Laden gehen und etwas beanspruchen, z.B. ein Smartphone oder ein Auto, solange ich es nicht "stehlen" sondern "besetzen" nenne?
    1. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      Dann besetzen Sie doch mal ein Handy im Swisscom Shop oder den neusten fetten SUV beim Emil Frey. Aber bitte veröffentlichen, das möchte ich gerne sehen.
    2. Antwort von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
      Das ist eben genau das Problem, dass so existenzielle Grundbedürfnisse wie Boden und Wohnen mit Luxusgütern wie Smartphones und Autos verglichen werden. Zum Glück versteht man das in der Stadt Bern etwas differenzierter.
  • Kommentar von Christian Halter  (⌒o⌒)人(⌒-⌒)
    Als ich den Titel und dann den Untertitel "Nun gehen der Bundesstadt die Plätze aus." las war ich mir sicher das muss der 1. Aprilscherz sein. Nachdem hier aber keiner der Kommentare in diese Richtung ging sondern sich die Leute ernsthaft darüber unterhalten zweifle ich ein bisschen daran...und an der Menschheit. Ist das euer Ernst?!
    1. Antwort von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
      Ja, man wähnt sich tatsächlich in einem schlechten Witz, wenn die Stadt jetzt in diese Bredouille kommt, obwohl es in Riedbach mehr als genug Platz gäbe. Platz der gemäss Wunsch des städtischen Souveräns für genau solche Wohnformen genutzt werden soll. Und alles nur, weil der Kanton nicht bereit ist, den Föderalismus zu respektieren.
  • Kommentar von Jonas Sanddorn  (Sanddorn)
    mit zunehmender Bevölkerung treten sich immer wie mehr Menschen auf die Füsse oder campieren, weil sie freier leben wollen, auf Kosten der Natur.