Zum Inhalt springen
Inhalt

Neue Bilder vom Ju-52-Unfall «Die Bilder klären die Absturzursache nicht»

Legende: Video Zeugenvideo des Absturzes abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 30.11.2018.

Zwanzig Menschen sind am 4. August sofort tot, als die «Tante Ju» im Sardona-Kessel oberhalb von Flims (GR) abstürzt. Jetzt ist ein Video an die Öffentlichkeit geraten, das den senkrechten Aufprall zeigt: Gefilmt von einer Augenzeugin, die den Sturzflug vom Piz Segnas aus beobachtet und die letzten Sekunden mit ihrem Handy aufgezeichnet hat.

Keine neuen Erkenntnisse

Zuerst habe sie Fotos von der fliegenden Ju-52 geschossen, sagt die Augenzeugin zu blick.ch. «Gleich nach dem Foto kam das Flugzeug irgendwie ganz komisch in unsere Richtung geflogen. Da habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmte, und auf ‹Video› gedrückt.»

Das Video hat die Augenzeugin schon kurz nach dem Absturz den Ermittlern zur Verfügung gestellt, das bestätigt Untersuchungsleiter Daniel W. Knecht von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) gegenüber SRF. Es sei ein wichtiges Dokument für die Ermittlungen. Allerdings: Aufschluss über die eigentliche Absturzursache biete das Video des Aufpralls nicht, betont Knecht.

Legende: Video Knecht: «Das Video klärt die Absturzursache nicht» abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.11.2018.

Die Untersuchungsstelle SUST wertet gemäss Knecht derzeit rund hundert Augenzeugenaussagen sowie Videos aus. Die Unterstützung aus der Bevölkerung sei sehr erfreulich, sagt Knecht, und sie sei auch entscheidend, um den tödlichen Flugunfall aufzuklären.

Auch ältere Daten gefragt

Nach wie vor kann die SUST aber kein Fazit ziehen. So gilt der Aufruf an die Bevölkerung auch weiterhin, Videos und Fotos der SUST zu senden – dies sowohl von jenem verhängnisvollen 4. August 2018 als auch aus den Jahren 2016 bis 2018. Knecht erklärt im Interview, weshalb diese Daten so wichtig sin

Für die Klärung des Unfalls entscheidend sind nicht die heute öffentlich gemachten letzten Sekunden des Fluges, sondern der ganze Verlauf des letzten Fluges der Ju-52 mit der Kennung HB-HOT. Um diesen Flugverlauf zu rekonstruieren, versucht die SUST auch die Geräte auszuwerten, die die Opfer mitführten.

Die Smartphones, Fotoapparate und Videokameras der Rundfluggäste sind beim Aufprall zwar zerschellt, sie wurden aber sichergestellt. Die Einzelteile werden nun von der französischen Untersuchungsbehörde aufbereitet, sodass zumindest einige Speicherdaten wieder gelesen werden können. SUST-Untersuchungsleiter Knecht sagt heute, es gäbe bereits erste Erfolge dieser anspruchsvollen Kleinstarbeit.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von markus aenishaenslin (aenis)
    Ich denke schon der vielen Toten Willen, daß dieser Absturz akribisch abgearbeitet werden muß. Erste Erkenntnis ist, daß die Flieger besser kontrollierte werden müssen. Unfälle sind nirgends ausgeschlossen auch bei neuen Fliegern nicht. Menschliches oder technisches Versagen, daß muß jetzt ermittelt werden. Ein Oldtimer Absturz ist so viel oder so wenig wie jedes andere Flugobjekt, es bedarf kein Verbot. Man muß diesen Fall analysieren und neue Instruktionen erlassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nik Sidler (rivertec)
    Herzlichen Dank dafür, dass Sie das fragliche Bild mittlerweile ausgetauscht haben!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nik Sidler (rivertec)
    Ein solches Bild gehört nur schon aus Pietätsgründen gegenüber den Angehörigen der Verunfallten nicht auf eine solche Seite!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Sidler: Das ist sicher Grenzwertig. Weil aber in diesem Fall um einen Flugi-Oldtimer ein solches Theater gemacht wird, muss man sich als Aussenstehender auch aus einer solchen Perspektive ein eigenes Bild machen können: deshalb, zeigt auch das oder die Videos. Die Kiste war ja, wie man mittlerweile weiss, alles andere als in einem technisch bedenkenlosen Zustand: im Gegenteil, sie war an neuralgischen Teilen verrostet. Aus diesem Grund wurde ja ein Flugverbot erlassen, hoffentlich für immer!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen