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Legende: Audio Im Insekten-Business ist der Wurm drin abspielen. Laufzeit 05:38 Minuten.
05:38 min, aus Espresso vom 14.02.2019.
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Neue Eiweiss-Quellen Im Insekten-Business ist der Wurm drin

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Frühling 2017 sind Insekten als Lebensmittel erlaubt.
  • Die Firma Entomos plante im grossen Stil Schweizer Insekten in Bio-Qualität zu produzieren. Allerdings fehlten von Beginn an die Abnehmer.
  • Nun wurde die Firma verkauft. Der neue Besitzer will Insekten-Produkte mit Mehrwert herstellen.

«Die Konsumenten wollen nicht einfach Lebensmittel mit Insekten kaufen, sondern wir müssen einen Mehrwert bieten», sagt Jean-Yves Cuendet, neuer Besitzer der Firma Entomos. Er hat Entomos per Ende Jahr der Andermatt-Gruppe abgekauft. 80 Tonnen Insekten wollte das Unternehmen jährlich produzieren und das in Bio-Qualität. Doch man blieb auf den Mehlwürmern, Grillen und Heuschrecken sitzen.

Trotzdem glaubt Jean-Yves Cuendet, dass Insekten eine Zukunft haben. Er hat sich darum mit dem Start-up Insekterei zusammengetan. Insekterei-Gründer Philipp Egli ist von der Nachhaltigkeit der Krabbeltiere überzeugt: «Der ökologische Fussabdruck von Insekten ist viel kleiner als der von Fleisch. Wichtig ist aber auch, dass unsere Produkte fein sind.»

Zum Beispiel hat die Insekterei ein Knäckebrot im Angebot, das aus Grillenmehl hergestellt wird. Ansprechen soll es Leute, die weniger Kohlenhydrate essen möchten.

Migros und Coop sind zufrieden mit den Verkaufszahlen

Coop startete als erster Detailhändler mit Insektenfood. So gibt’s in den Läden neben Nussmischungen mit Grillen auch Hamburger aus Insekten. «Wir sind sehr zufrieden mit den Verkaufszahlen und haben die Produktepalette erweitert», sagt Mediensprecherin Andrea Bergmann. Bei Migros gibt es seit letztem Herbst getrocknete Maden, Grillen und Heuschrecken zu kaufen. Man habe sogar mehr verkauft, als geplant, heisst es bei der Migros.

Doch die Insekten seien ganz klar Nischenprodukte. Das liegt wohl mitunter auch am Preis. Ein Kilo Heuschrecken kostet derzeit bei der Migros rund 450 Franken. Da ist ein Kilo Rindsfilet für um die 100 Franken ein Schnäppchen. Wobei Migros wie Coop aus Preisgründen die Insekten aus dem Ausland beziehen. Mit ein Grund weshalb der Plan von Entomos vorerst nicht aufgegangen ist.

Schweizer Insekten sind sehr teuer

Philipp Egli von der Insekterei lässt sich davon nicht beeindrucken: «Wir setzen ganz klar auf den Produktionsstandort Schweiz. Unser Slogan lautet denn auch: Made (ausgesprochen wie geschrieben) in Schwyz.» Wenn grössere Mengen produziert werden könnten, werde auch der Preis sinken, ist Egli überzeugt.

Insekten statt Fleisch in der Schweiz eher unwahrscheinlich

Ob aus Herrn und Frau Schweizer einmal Insekten-Liebhaber werden, das steht laut Christine Schäfer, Trendforscherin am Gottlieb-Duttweiler-Institut noch in den Sternen: «Es wird sicher einige Zeit dauern. Bei Sushi hat es auch 20 Jahre gedauert, bis es normal wurde.»

Kritischer ist die ETH-Konsumforscherin Christina Hartmann. Sie sagte kürzlich in der Sendung «10vor10», dass es schwierig werde, den Konsumenten einen Fleischersatz schmackhaft zu machen, den sie eigentlich eklig fänden.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von B Näf  (uluru)
    @Coop: Madenburger gegen Labelfleisch getauscht! Igittigit
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Hier ist ganz offensichtlich ein Marketingträumli geplatzt! Der ganze Hype war rein künstlich erzeugt! Ist nichts weiter als eine Luftblase, wer isst denn schon Maden statt ein Steak? Faktisch beschränkt sich die potentielle Nachfrage auf einen mikrokleinen Anteil des Konsumentenhaufens! Abgesehen davon ist das Zeugs sauteuer, sprich das Kostennutzenverhältnis ist untergallaktisch schlecht!
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    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Ekel erregend und dazu noch astronomisch teuer. Ist nicht für Leute, die noch Boden unter den Füssen haben. Sondern, man verzeihe mit, eindeutig etwas für Spinner.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Würde ich nie essen. Ekel. Esse aber auch sehr selten Fleisch, kann gut sein ohne. Es muss auch ein Umdenken stattfinden, weniger Fleisch zu essen, der Umwelt und dem Tier zu liebe. Zu bedauern sind die Tiere wie Schweine, Truthahn, Hühner ect., die eingepfercht und sich kaum bewegen können, dass haben diese armen Kreaturen nicht verdient, nur um des Geldes Willen. Das ist Quälerei.
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