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Neue Familienstatistik Ein-Eltern-Haushalte sind ärmer und fühlen sich weniger gesund

  • In der Schweiz ist die klassische Familie kein Auslaufmodell: Ein Drittel der Privathaushalte haben eine traditionelle Papa-Mama-Kind-Struktur und 81 Prozent der Kinder leben in einer Erstfamilie.
  • Finanziell nicht rosig sieht es für Alleinerziehende aus: 23 Prozent haben Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen.
  • Nur drei Viertel der Alleinerziehenden und 78 Prozent der Singles bezeichnen sich als gesund.
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Aus dem Archiv: Student verschenkt Laptops an ärmere Familien
Aus 10 vor 10 vom 21.08.2020.
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Diese Erkenntnisse sind Teil der neu zusammengestellten Zahlen zur Familienstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS), die am Dienstag publiziert worden sind.

Bei den Alleinerziehenden – überwiegend Mütter – beziehen überdurchschnittlich viele auch Sozialhilfe, nämlich 20 Prozent. Zum Vergleich: Von den Paaren mit Kindern sind 13 Prozent auf Stütze angewiesen, von kinderlosen Paaren nur sieben Prozent.

Armut und Einsamkeit machen krank

Die Familie ist ein mächtiger Wellness-Faktor: So bezeichnen sich laut BFS-Familienstatistik nur drei Viertel der Alleinerziehenden und 78 Prozent der Singles als gesund bis sehr gesund. Personen in Paarbeziehungen mit Kindern sind zu 83 Prozent mit ihrer Gesundheit zufrieden oder sehr zufrieden. Interessant: Paare ohne Kinder fühlen sich etwas weniger oft völlig gesund (81 Prozent) als Paare mit. Ergo: Kinder halten fit, allerdings nur, wenn auch die anderen Lebensumstände stimmen.

Bezüglich Familienbildung bestätigt sich das Klischee, dass katholische Familien stabiler sind als protestantische: In Uri, Schwyz und Appenzell Innerrhoden gibt es schweizweit am meisten Ehepaar-Haushalte mit Kindern. Die übrigen Innerschweizer Kantone sowie Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden haben ebenfalls einen hohen Anteil an Erstfamilien mit Kindern. Waadt und Neuenburg dagegen liegen mehr als zehn Prozentpunkte unter dem Landesschnitt.

Zu sehen eine Mutter mit Kind.
Legende: Nicht nur alleinerziehende, auch allein-lebende Personen fühlen sich laut BFS-Familienstatistik häufiger unzufrieden und weniger gesund. Keystone

Tradition hat auch ihre Schattenseiten: So bleibt die Kindererziehung in der Schweiz immer noch nach alter Sitte an den Müttern hängen. «Papa Vollzeit, Mama Teilzeit» heisst es in der Hälfte der Familien mit Kindern unter vier Jahren. Der Anteil Teilzeit erwerbstätiger Frauen in Paarbeziehungen liegt 10, der von Singlefrauen sogar 19 Prozentpunkte tiefer als bei Familienmüttern.

Dabei würden 40 Prozent der Mütter es vorziehen, wenn beide Elternteile Teilzeit arbeiten würden. Stattdessen haben 78 Prozent der Mütter Teilzeitpensen, aber nur 12 Prozent der Väter. Eine gleichberechtigte Verteilung bringt nur jedes zehnte Paar zustande.

Überdurchschnittlich hilfreiche Grosseltern

Etwas mehr als ein Drittel der Kinder unter drei Jahren geniessen eine formelle Ausser-Haus-Betreuung. Das entspricht dem europäischen Durchschnitt von 35 Prozent. Überdurchschnittlich viele Schweizer Kleinkinder werden ausserhalb von Institutionen betreut – von Grosseltern, anderen Privatpersonen oder Tagesmüttern, nämlich 40 Prozent; im europäischen Durchschnitt sind es nur 28 Prozent.

Und das Familienleben endet nicht, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Für viele beginnt dann die Pflege der Eltern: Fast jede und jeder Fünfte (18 Prozent) kümmert sich laut BFS-Familienstatistik mindestens einmal pro Woche um eine gebrechliche Person, bis zur eigenen Pensionierung sind das meist die Eltern oder Schwiegereltern, danach Freunde und Nachbarn.

SRF4 News, 11.05.2021, 10:00 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    Die unüberlegte Kommentare sind fehl am Platz da die meiste Personen nur dieser Artikel lesen und sich nicht ausführlich über Armut sich informieren. Menschen die arm sind können sich kaum eine soziale Leben leisten den alles kostet, sie sind oft mehr isoliert und das macht krank. Die Sorge Ende Monat sich leisten Essen zu können ist sehr stressig. Oft gelangen Arme in der Pfändung wegen unvorhersehbarer Situationen und dann kommen sie fast nicht mehr raus. Keine konstruierte Problem!
    1. Antwort von hans schwarz  (ks)
      Es ist unüberlegt, andere Meinungen als unüberlegt zu klassifizieren - finden Sie nicht? Niemand bestreitet, dass Armut Stress bedeutet, aber es geht doch darum, dass sich jeder einzelne sich darum sorgt, das zu verhindern. Ich finde es asozial, einfach unüberlegt (drum prüfe sich (oder eben überlege sich), wer sich bindet) Kinder in die Welt zu setzen, und sich im Notfall dann zu beschweren, dass es zu wenig Hilfe gäbe.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Fremdbetreuung der Kinder wäre seit Jahrzehnten eine Verfassungsauftrag an den Bund. Aber die Gesellschaft will es nicht. "Nestwärme" und "Warum Kind, wenn du schaffsch" halten sich hartnäcking im kollektiven Moralverständnis. Ich komeme aus OstEU, wo sowas ein Unding wäre. Ich diskutierte darüber gerade am Muttertag mit einer Schweizer Musterammi, die mit 70 sehr bescheiden lebt, auf EL angewiesen, weil sie 20J lang auf "Nestwärme" setzte. Alles hat seinen Preis.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Wer Kinder in die, Welt setzt, muss zwingend auch Verantwortung übernehmen und zwar auf "Beiden Seiten" und gerade Frauen sollten sich eben gut überlegen auf welchen Partner sie sich, einlassen bevor sie Kinder kriegen!