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Lockdown am Abend: Das spüren vor allem Restaurants
Aus 10 vor 10 vom 09.12.2020.
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Neue Massnahmen des Bundes Das sagen Gastronomen zum Lockdown am Abend

Beizen, Läden und Märkte sollen laut Bundesrat um 19 Uhr schliessen. Doch der Abend-Lockdown stösst auf Skepsis.

«Bleiben Sie zu Hause» lautete das Gebot des Bundesrats an die Bevölkerung während der ersten Corona-Welle. Im Frühling stand das öffentliche Leben denn auch praktisch still, die Fallzahlen in der Schweiz sanken. Angesichts hoher und sogar steigender Ansteckungszahlen will der Bundesrat die Massnahmen nun wieder verschärfen – vor allem was die Freizeitaktivitäten am Abend betrifft.

Gastrobetriebe, Einkaufsläden und Märkte, Freizeitbetriebe und Sportaktivitäten sollen demnach um 19 Uhr schliessen, sonntags sollen sie ganz geschlossen bleiben.

Dieses Gebot, am Abend zu Hause zu bleiben, trifft bei den betroffenen Gastrobetrieben auf Unverständnis. Die Gastronomie sei kein Hotspot, heisst es beim Branchenverband GastroSuisse mit Verweis auf die Schutzkonzepte. Auch manche Gäste sehen den Abend-Lockdown skeptisch. «Ich kann auch am Tag angesteckt werden, nicht erst am Abend ab 7 Uhr», gibt eine Restaurantbesucherin in Zürich zu bedenken.

Restaurant
Legende: Restaurant Keystone

Kein Beweis für mehr Ansteckungen am Abend

Task-Force Chef Martin Ackermann räumte bei einer Pressekonferenz ein, man habe keine Zahlen, die bewiesen, dass speziell der Abend mehr Ansteckungen bedeute. Trotzdem: «Jeder Kontakt, der über Arbeit oder Schule hinausgeht, stellt ein zusätzliches Risiko dar», so Ackermann. «Wenn man diese zusätzlichen Kontakte zurückbindet, dann reduziert man die Anzahl Kontakte zwischen Menschen und die Übertragung der Infektionen.»

Im Kanton Genf waren die letzten Monate Läden und Restaurants ganztags geschlossen, die Fallzahlen gingen deutlich zurück. Für Mauro Poggia, Genfer Gesundheitsdirektor, sind die neuen Vorschläge nicht ganz überzeugend.

«Das Signal für die Leute muss sein, dass sie Zuhause bleiben sollen», so Poggia. «Da bringt es nichts, wenn man manchmal öffnet und manchmal nicht. Das effizienteste ist es, ganz zu schliessen. Doch wer hat heute noch den Mut, eine für die Wirtschaft so drastische Entscheidung zu treffen?»

Weihnachtsmarkt will früher öffnen

Nicht alle Gastronomen wehren sich gegen die verkürzten Öffnungszeiten. Sigi Gübeli, die Betreiberin des Weihnachtsmarkts auf dem Zürcher Bauschänzli, will ihre Öffnungszeiten nach vorne verlängern, sollte sie neu um 19 Uhr statt um 22 Uhr schliessen müssen.

«Wir werden unser Konzept nicht anpassen, wir werden lediglich die Öffnungszeiten ändern, den Leuten mehr Möglichkeiten den Tag über geben, schon Mittagsservice machen und dann nötigenfalls früher schliessen.» Der Bundesrat wird am Freitag über die Massnahme entscheiden.

10vor10, 9.12.20, 21:50 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
    16% der Test positiv was ist passiert im Sommer Volkssport 2-3%.
    Bürgerlich müssen sich bewusst sein es geht nur Schritt für Schritt sonst werden Sie im Frühling mal auf Ihre Innovative Schutzkonzepte angesprochen. An der Börse starten die Flugzeuge öffnen Restaurant die Kreuzfahrtschiffe gehen aufs Meer Filme werden produziert Ferien gebucht Das macht nur kein Mensch zur Zeit. Holger "Spritzli" beginnt am 10. Januar und alles geht dann schnell? Der Winter ist lange und kann kalt werden.
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Bei den Einkaufsläden bringt es garantiert nichts, wenn sie früher schliessen müssen. Denn man geht ja (heutzutage) nicht zum Vergnügen dorthin, sondern weil man muss. Wenn die Leute nun weniger Zeit dafür bekommen, konzentrieren sie sich dort mehr, es kommen also mehr Kontakte zustande.
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    1. Antwort von Michael Banz  (Michael Banz)
      Das Problem dabei ist, dass sich niemand an die Abstandsregeln hält, weil jede/r das Gefühl hat er sei jetzt der Erste und Wichtigste für diese drei schönen Bananen...es gibt keinen Support durch die Betreiber der Supermärkte, es ist ihnen völlig egal.Für mich sind meine Pflichteinkäufe in Migros, Coop und Denner ein Spiegel unserer Gesellschaft: ICH, ICH UND DANN NOCH EINMAL ICH.
      Und deshalb werden die Zahlen weiter steigen. Die Frage lautet nicht mehr, ob es einen Lockdown gibt, sondern Wann.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    An alle Massnahmenkritiker: Nach dem Lockdown war die Zahl beinahe auf Null dann begann man zu feiern und festen und unbekümmert zu werden, Die Zahl stieg beinahe auf US Niveau. Dann kam der 17.Okt, unter anderem die Maskenpflicht, die Zahlen sanken und schon begannen die Leute wieder gechillt die Masken weg zulegen, die Läden und Rest. wurden vollgestopft, zumind im Kt. SG und nun jammert man über die neue Verschärfung. Ich gehe davon aus dass die dritte Welle im Januar zur Katastrophe wird.
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    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Die Mehrheit der Bevölkerung will es offensichtlich so, denn sonst würden sie sich anders verhalten.
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    2. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Ich bin keine Massnahmenkritikerin und halte mich daran, auch wenn mir nicht alles sinn- und zweckvoll erscheint. Was aber nervt, sind die Moralapostel, die andere Menschen tagtäglich davon zu überzeugen versuchen, dass genau diese anderen Menschen schuld an der Misere sind und nur man selbst der perfekte "Coronamassnahmeneinhaltemensch" ist.
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    3. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Frau Jordi, Beizen, Bahnen, Fitnessclubs, Kirchen, Vereine, Veranstalter, Läden, Museen, Firmen, ... alle beteuern, dass sie ein gutes Schutzkonzept haben und sich bei ihnen niemand anstecken würde. Und wenn man mit den Leuten spricht verhält sich auch jeder vorbildlich. Da frag ich mich doch ernsthaft, wie und wo sich die vielen Leute überhaupt anstecken, welche dann das Virus in die Familien tragen?
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    4. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Herr Meuri, auch Menschen, die sich sehr vorsichtig verhalten, kann es leider erwischen. Sonst wären es keine Menschen.
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