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Legende: Video Neue Prüfmethode: Autobranche verschleiert höheren Verbrauch abspielen. Laufzeit 14:03 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.12.2018.
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Neue Prüfmethode WLTP Autobranche verschleiert höheren Verbrauch

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 1. September gilt das neue Verbrauchs- und Abgas-Testverfahren WLTP für PKW.
  • Der neue Test weist bis zu 75 Prozent höhere, weil realistischere Werte für den Spritverbrauch aus.
  • Doch die Autobranche operiert immer noch mit den alten, tieferen Werten.
  • «Kassensturz» enthüllt exklusiv die WLTP-Werte von 5400 Fahrzeugen.

WLTP heisst der neue Verbrauchs- und Abgastest, welcher den alten NEFZ-Test ablöst. Seit 1. September müssen alle neuen Fahrzeuge nach WLTP geprüft werden, damit sie für die Strasse zugelassen werden. Der «Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure» gilt für alle Autos weltweit.

Es ist immer noch ein Test im Prüfstand, erklärt TCS-Experte Herbert Meier. Doch WLTP unterscheidet sich jedoch deutlich vom alten Test: Er dauert länger, damit ist auch die Fahrtstrecke grösser und die Fahrzeuge werden auf über 130 Kilometer pro Stunde beschleunigt.

Legende: Video TCS-Experte Herbert Meier über die Vorteile des neuen WLTP abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.12.2018.

Ein neuer, realistischerer Verbrauchstest war bitternötig. Die Angaben zum Spritverbrauch entsprachen nämlich immer weniger der Realität. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 betrug der Unterschied zwischen Prüfstand und Strasse 10 Prozent. Ende 2016 schluckten die Autos in Realität im Schnitt 42 Prozent mehr Sprit als deklariert.

Studie zum Spritverbrauch: Ende 2016 stieg die Abweichung auf über 42 Prozent an.
Legende: 2001 betrug der Unterschied zwischen Prüfstand und Realität 10 Prozent. 2016 stieg die Abweichung auf 42 Prozent an. SRF

Der neue WLTP führt zu höheren Verbrauchsangaben, so TCS-Experte Herbert Meier: «Man spricht von durchschnittlich ungefähr 20 Prozent mehr Verbrauch.» Bei leistungsschwachen Fahrzeugen würden die Spritangaben vergleichsweise deutlich stärker erhöht als bei Fahrzeugen mit einem leistungsstarken Motor.

«Kassensturz» enthüllt WLTP-Werte

«Kassensturz» liegen exklusiv die Daten von knapp 5400 neu zugelassenen Fahrzeug-Modellen vor. Sie weisen den Benzin- und Dieselverbrauch nach dem neuen Prüfzyklus WLTP auf. Brisant: Die Verbrauchswerte steigen je nach Fahrzeug massiv an: Zwischen 20 und bis zu 77 Prozent!

Exklusiv: «Kassensturz» enthüllt WLTP-Werte von 5400 PKW

Exklusiv: «Kassensturz» enthüllt WLTP-Werte von 5400 PKW

«Kassensturz» enthüllt die massiv höheren Werte von tausenden Fahrzeugmodellen. Hier geht's zur Liste.

Die Liste spiegelt den aktuellen Informationsstand des Bundesamtes für Energie wieder. Nicht alle neu nach WLTP zugelassenen Fahrzeuge sind in der Liste erfasst.

Am einfachsten findet man ein Modell anhand der sogennanten Typengenehmigungs-Nummer. Diese steht im Fahrzeugausweis. Oder man erfährt sie beim Händler oder Importeur.

Mit der Suchfunktion «Ctrl. + F» (Windows) oder «Befehlstaste + F» (Apple) und der Typengenehmigungs-Nummer gelangt man direkt zum gesuchten Modell. Wer die Typen-Nummer nicht kennt, kann nach dem Modell-Namen suchen. Die Auswahl ist dann jedoch etwas umfangreicher.

Doch diese höheren Verbrauchswerte will die Autobranche nicht kommunizieren. Der Branchenverband Autoschweiz schreibt «Kassensturz»: Man halte sich ans Gesetz und müsse die alten NEFZ-Werte angeben: «Die zusätzliche Angabe eines zweiten Verbrauchswertes (WLTP) auf der Energieetikette würde verwirrend wirken. Ab 2020 wird der Verbrauch nur noch nach WLTP ausgewiesen.»

Bund empfiehlt Angabe der neuen WLTP-Werte

Das Bundesamt für Energie empfiehlt der Autobranche jedoch schon heute, die ehrlicheren WLTP-Werte anzugeben. Leiter Mobilität Christoph Schreyer: «Die neuen Werte dürfen durchaus von der Branche angegeben werden». Es sei aber wichtig, dass auch in der jetzigen Übergangsphase eine vergleichbare Bemessungsgrundlage bestehe. Diese sei im Moment noch der alte Verbrauchswert NEFZ 2.0. Deshalb erfolge die Umstellung auf WLTP bei der Energieetikette erst per 1.1.2020.

Bis dann gilt der beschönigte, alte Verbrauchswert der Autobranche.

Legende: Video Studiogespräch mit Christian Bach von der Empa abspielen. Laufzeit 04:36 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.12.2018.
Legende: Video Eco-Drive: TCS-Experte Meier mit Tipps wie man Treibstoff sparen kann abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.12.2018.
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26 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Schade,dass immer nur der Benzinverbrauch interessiert und nicht die Energie, welche effektiv benötigt wird, um herumzufahren. Die heutigen Verbrennungsmotoren bringen kaum mehr als 20% (eher weniger) des Brennwertes auf die Radachse. Dies ist rein physiklaisch bedingt. Ein Elektromotor hingegen bringt es auf über 90% Wirkungsgrad. 80% der Energie des teuer getankten Benzin gehen ungenutzt als Abwärme hinten raus.
    Wer weniger Treibstoff brauchen will, muss auf eAutos umsteigen. Dies ist Physik.
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Schande Schweiz! Die linke Schweizer Regierung übernimmt den "Bschiss" durch die deutschen Autobauer ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist der beste Trick, nicht zu viel Aufsehen zu erregen. Schämen sich die linken Schweizer denn nicht, auch noch in die EU gehen zu wollen! Wenn es noch einen Verlass auf jemanden gibt, sind das die rechten Patrioten.
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    1. Antwort von Heinz Sturzenegger  (Huck)
      Eine Linke Regierung gibt es in der Schweiz wohl kaum - Sie meinen vielleicht die "rechte" Autolobby .
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  • Kommentar von philippe loosli  (P.Loosli)
    Ich finde es nicht repräsentativ, wenn wir 2 Benzinfahrzeuge und 2 Dieselfahrzeuge sowie ein Hybridmodell XC60 Twin-Engine (Benzin-Elektro) gegeneinanderstellen.

    Tatsächlich weisen alle Hybridmodelle jeglicher Marken eine extrem hohe Abweichung ab vom alten NEFZ zum WTLP Verfahren.

    So wünschte ich mir von der Redaktion "als verfrühtes Weihnachtsgeschenk" eine Gegenüberstellung von 5 verschiedenen Marken, Benzin sowie Diesel und Plug-In Hybrid Modellen. Äpfel mit Äpfel usw..
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    1. Antwort von M. Roe  (M. Roe)
      Loosli: Egal welche Autos: Betrug bleibt Betrug, basta.
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