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Neue, teure Dienstleistung Betreibungsauskunft bald auch am Post-Schalter?

Legende: Audio Bald Betreibungsauskunft auch am Post-Schalter? abspielen. Laufzeit 03:50 Minuten.
03:50 min, aus Espresso vom 09.11.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Bern läuft ein Pilotversuch der Post, in welchem Betreibungsregisterauszüge am Postschalter angeboten werden. Diese Dienstleistung dürfte bald schweizweit kommen.
  • Für Unmut sorgt der hohe Preis der Post von 35 Franken. Das ist fast doppelt so viel, wie die 18 Franken, die das Betreibungsamt inklusiv Porto verlangt.
  • Die Post begründet den Preis damit, dass die Kunden zuerst identifiziert werden müssten und sie neben dem Papierauszug auch ein PDF herunterladen könnten.
  • Die Betreibungsämter betonen, dass der Registerauszug bei ihnen per Telefon wie auch online bestellt werden könne. Hinter den Preis der Post setzen sie ein Fragezeichen.

Die Post hat in der Vergangenheit schon in Genf einen Pilotversuch mit Betreibungsauskünften am Schalter durchgeführt. Nun läuft in der Region Bern in sechs Filialen bis Mitte Dezember ein weiterer Pilotversuch, wie Postsprecher François Furer gegenüber «Espresso» bestätigt.

Vieles deutet daraufhin, dass die Post ab 2019 diesen Service in der ganzen Schweiz einführen wird. Postsprecher Furer äussert sich jedoch nicht zu einer möglichen definitiven Einführung. Der Pilotversuch müsse erst abgeschlossen und ausgewertet werden. «Espresso» liegt jedoch ein vertrauliches Schreiben vor, welches die schweizweite Einführung für Mitte November 2018 ankündigt. Laut gut unterrichteter Quelle habe sich der Termin auf Anfang 2019 verschoben.

Happiger Aufpreis von 18 Franken

Bereits heute bieten verschiedene Postfilialen Behördendienstleistungen an. So können Kunden Autobahnvignetten oder Abfallmarken kaufen. Seit 2008 sind auch Strafregisterauszüge am Schalter elektronisch erhältlich. Insofern wären die Betreibungsauskünfte eine logische Ergänzung.

Für Unmut sorgt allerdings der Preis, welcher die Post für die Betreibungsauskunft im Pilotversuch verlangt. In Bern muss der Postkunde zurzeit happige 35 Franken bezahlen. Das ist fast doppelt so viel, wie der Auszug beim Betreibungsamt. Dort kostet der Auszug nur 17 Franken, plus 1 Franken Porto. Total also 18 Franken.

Frau hält Brief mit Betreibungsamt-Stempel in die Kamera.
Legende: Auf dem Betreibungsamt ist die Auskunft nach wie vor am günstigsten. Keystone

Armin Budliger, Präsident der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten in der Schweiz, ist nicht ganz glücklich mit dem Preis der Post: «Ich weiss nicht, ob dieser Preis gerechtfertigt ist.» Er empfiehlt jedenfalls, den Auszug direkt beim Betreibungsamt zu bestellen: «Dies ist bei allen Betreibungsämtern auch online oder per Telefon möglich.»

Angebot für Pendler

Postsprecher Furer begründet den fast doppelt so hohen Preis am Postschalter mit dem Aufwand, welchen die Post habe: «Die Kunden müssen am Schalter identifiziert werden und können den Auszug auch online als PDF eine Zeit lang herunterladen.» Die Post habe zudem die Preise anderer Anbieter verglichen.

Tatsächlich gibt es im Internet mehrere private Anbieter, welche Betreibungsauskünfte einholen. Die Preise bewegen sich zwischen 28.50 und 37 Franken. Klar ist, am günstigsten ist es, den Betreibungsauszug direkt beim Betreibungsamt zu verlangen.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Nach Postauto-Skandal nun der neuste Skandal. 11.70 Franken: Dumpinglöhne beim (Epsilon) des Post-Konzern. Zeitungsverträger die für die Post die Zeitungen austragen und mit einem Minilohn abgespeist werden ist skandalös. Keiner kann leben mit diesem Einkommen? Während die Chefs Und Ceo's das grosse Geld und Boni im Bürostuhl absahnen überlassen sie den Zeitungsausträger die Krümel die übrigbleiben. Diese Herren sollten sich schämen, und so was in der Schweiz. Pfui!
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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Auf der Post will ich Briefe/Pakete aufgeben und abholen, Einzahlungen vornehmen, Bargeld beziehen, Briefmarken kaufen und sonst gar nichts!
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Ja ja die Post! Sie schafft immer mehr Dienststellen, Serviceleistungen und kostenfreie Kontoführung ab. Gleichzeitig sucht sie nach neuen, lukrativen Einnahmequellen. Mit den Betreibungsauskünften will sie die Liquidität der Kunden gleich selber überprüfen können. Dass das Angebot genutzt wird, steht ziemlich fest, sind die Menschen doch sehr bequem geworden und gehen am liebsten auch einen möglichst bequemen Weg. Die Frage sei erlaubt: wo bleibt hier der Datenschutz?
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Frau Rub: Ich bin ganz Ihrer Meinung. Ich wäre dafür dass der Bund entweder die Post ganz abstösst, dann geht das bisherige Chaos weiter, oder er behält sie und zwingt sie sich wieder auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.
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