Neue Vorschläge gegen den Ärztemangel

Die Schweiz bildet zu wenig Ärztinnen und Ärzte aus. Deshalb will der Bund zusätzliche Ausbildungsplätze finanzieren. Der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften reicht das jedoch nicht.

Hausärztin untersucht Patienten mit Stethoskop. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Laut SAMW braucht es eine neue Strategie gegen den Ärztemangel Keystone

In der Schweiz gibt es laut der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) zu viele Spezialärzte und zu wenig Hausärzte.

Ausserdem seien die meisten Arztpraxen in der Stadt angesiedelt, auf dem Land gebe es dagegen zu wenige. Diese Fehlverteilung müsse geändert werden, hält die Akademie in einem Positionspapier fest.

Es genüge nicht, einfach die Zahl der Ärztinnen und Ärzte zu erhöhen, sagt Hermann Amstad von der SAMW. Es müsse auch festgelegt werden, welche Ärzte gebraucht würden. Beispielsweise mehr Haus- und Kinderärzte. Doch auch das reicht gemäss Akademie nicht, um den künftigen Ärztemangel zu vermeiden.

Finanzielle Anreize für junge Ärzte

Bund und Kantone müssten gezielt steuern, damit sich junge Mediziner auch in ländlichen Gegenden niederlassen. Dabei könne die Schweiz vom Ausland lernen, sagt Herman Amstad. «In einigen Ländern werden Studentinnen und Studenten finanziell unterstützt, wenn sie sich verpflichten, für zwei bis vier Jahre in einer unterversorgten Gegend zu arbeiten», sagt Amstad.

Solche Massnahmen hätten sich in dünn besiedelten Gegenden in Australien oder Kanada bewährt. In der Schweiz ist die dünnste Ärztedichte derzeit in den Kantonen Uri, Obwalden und Appenzell-Innerrhoden zu finden.

Der Ansatz der Akademie kommt an

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektionen begrüsst das Positionspapier der SAMW, das eine Vielzahl von Vorschlägen macht, wie Bund und Kantone gegen die Fehlverteilung von Ärzten vorgehen könnten. Das Bundesamt für Gesundheit will sie in einen entsprechenden Bericht einfliessen lassen.