Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Zusammenhalt, Zuversicht, Zufriedenheit» – Andreas Aebi im Porträt
Aus Rendez-vous vom 30.11.2020.
abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
Inhalt

Neuer Nationalratspräsident Andreas Aebi ist der neue höchste Schweizer

  • Der Nationalrat hat mit dem Berner SVP-Politiker Andreas Aebi einen neuen Präsidenten.
  • Der 62-jährige Berner Landwirt, Viehzüchter und Auktionator ist seit 2007 Mitglied der Grossen Kammer.
  • Aebi folgt auf Isabelle Moret (FDP/VD). Irène Kälin (Grüne/AG) wird erste Vizepräsidentin, Martin Candinas (CVP/GR) zweiter Vizepräsident.

Andreas Aebi wurde mit 178 von 183 gültigen Stimmen gewählt. Im Vergleich zum langjährigen Mittel ist das ein überdurchschnittliches Resultat. Aebis Vorgängerin Isabelle Moret wurde vor einem Jahr mit einem Rekordresultat gewählt, nämlich mit 193 von 198 gültigen Stimmen. Im langjährigen Mittel wurden neue Nationalratspräsidenten und -präsidentinnen mit jeweils um die 150 Stimmen gewählt.

«Zusammenhalt, Zuversicht und Zufriedenheit»

Der neue Nationalratspräsident will sein Amtsjahr unter das Motto «Zusammenhalt, Zuversicht und Zufriedenheit» stellen. Er hoffe sehr, dass das Parlament in den nächsten Tagen faire, griffige und schnelle Lösungen finde für Unternehmen, die unverschuldet in die Krise geraten seien, sagte Aebi in seiner Rede. Zusammenhalt bedeute auch, den Bedürfnissen der Regionen Rechnung zu tragen, sagte er auf Italienisch und ans Tessin gewandt.

Es sei die Zeit des Verzichts und der Solidarität und nicht die Zeit des Vergnügens und der Zerstreuung, mahnte Aebi. Er gedachte jener, die in der Pandemie geliebte Mitmenschen verloren haben, und der Menschen, die Angst um ihre Arbeitsstelle haben. «Wir hoffen sehr, dass sie Zuversicht und Lichtblicke erleben.» Bei allen Herausforderungen, die es zu meistern gelte, solle aber die Freude nicht abhandenkommen. Gemeinsames Lachen und gemeinsames Trauern sollten ihren Platz haben.

Was macht ein Ratspräsident?

Box aufklappenBox zuklappen

Der Ratspräsident leitet die Verhandlungen des Rats, legt im Rahmen der Sessionsplanung des Büros die Tagesordnung fest, leitet das Ratsbüro und vertritt den Rat nach aussen. In der Regel äussern sich Ratspräsidenten und -präsidentinnen nicht zur Sache und stimmen nur dann mit, wenn die Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder jedes Rates erforderlich ist. Bei Stimmengleichheit fällt er oder sie den Stichentscheid.

Sein Mandat wolle er effizient und unparteiisch ausüben, mit Blick aufs Ganze, versicherte Aebi und würdigte seine Vorgängerin Isabelle Moret (FDP/VD) als «hervorragende Lehrmeisterin». Die Coronavirus-Pandemie habe gelehrt, in der Parlamentsführung situativ zu reagieren, umzudisponieren und neue Wege zu gehen.

Mit anhaltendem und herzlichem Applaus verabschiedete der Nationalrat die zurücktretende höchste Schweizerin Isabelle Moret. Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) und sie selbst hinterliessen ihren Nachfolgern ein Parlament, das für solche Krisen gewappnet sei, sagte Moret über ihr von der Pandemie geprägtes Amtsjahr.

candinas, aebi, kälin
Legende: Andreas Aebi (Mitte) mit seinen Vizepräsidenten Irène Kälin und Martin Candinas. Kälin wird voraussichtlich 2022, Candinas 2023 von Aebi das Präsidium übernehmen. Keystone

Neue erste Vizepräsidentin des Nationalrats ist die Aargauerin Irène Kälin (Grüne). Sie wurde mit 137 von 168 gültigen Stimmen gewählt. Die 33-Jährige ist seit 2017 Mitglied des Nationalrats und übernimmt das Ratspräsidium voraussichtlich in einem Jahr von Aebi, für das Jahr 2022.

Nach den Grünen übernimmt im Jahr 2023 turnusgemäss die Mitte-Fraktion den Vorsitz der grossen Kammer. Zum neuen zweiten Vizepräsidenten wählte der Nationalrat am Montag den 40-jährigen Bündner Martin Candinas (CVP), mit 154 von 170 gültigen Stimmen.

Aebi: Landwirtschafts- und Aussenpolitiker

Seine politische Karriere begann Andreas Aebi auf kommunaler Ebene. Von 1998 bis 2008 war er Alchenstorfer Gemeindepräsident. Ohne je Kantonsparlamentarier gewesen zu sein, gelang ihm 2007 der Sprung in den Nationalrat. Dreimal wurde er seither wiedergewählt – stets mit einem kantonalen Spitzenresultat.

Der Major in der Armee bezeichnet sich als Landwirtschafts- und Aussenpolitiker. Seit Jahren ist Aebi Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, die er in den Jahren 2012 und 2013 präsidierte.

Rendez-vous vom 30.11.2020;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Hugo Bazin  (pstcnowwd)
    Was für ein Bild am Ende?!? Wie sollte das schweizerische Volk die jetzigen Massnahmen nachvollziehen, wenn unsere Politiker nahe nebeneinander stehen und keine Maske tragen?!
    1. Antwort von David Brunner  (db)
      Ach wissen Sie, Nationalräte stecken sich nicht so leicht an, das sind zähe Kerle*! Ausserdem sehen sie hübscher aus ohne Maske. Das ist doch Grund genug...

      * die Frau ist natürlich mit gemeint, ich habe nichts gegen den Aargau.
    2. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Ist wohl eine optische politische Täuschung, falls nicht, dann eine täuschende politische Optik.