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Legende: Video Einzelzimmer für alle - unnötiger Luxus? abspielen. Laufzeit 04:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.04.2019.
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Neuer Trend Mehr Einzelzimmer in Schweizer Spitälern

Vermehrt bieten Spitäler Einbettzimmer für ihre Patienten an. Santésuisse fürchtet höhere Gesundheitskosten.

Im Zürcher Spital Zollikerberg sind seit 2015 etwa 80 Prozent der Krankenzimmer mit Einzelbetten ausgestattet. So muss das Personal nicht mehr auf Faktoren wie Geschlecht oder Alter achten, wenn es die Betten an die Patienten verteilt, sondern könne «einfach zuarbeiten», wie Spitaldirektorin Orsola Vettori sagt. Für Privatversicherte gibt es geräumige Deluxe-Zimmer, für Allgemeinversicherte gibt es bescheidene Einzelzimmer, die weniger grosszügig ausgestattet sind.

Es würden immer mehr Patienten ins Spital in Zollikon kommen, die sich nicht gewohnt seien, ein Zimmer zu teilen. Warum also diese kranken oder verunfallten Menschen mit Fremden in ein Zimmer stecken? «Das bringt Stress, stört den Schlaf und erhöht das Infektionsrisiko», sagt Vettori.

Dass der Trend in Schweizer Spitälern zu mehr Einzelzimmern geht, zeigt auch die Nachfrage von «10vor10» bei verschiedenen Spitälern:

  • Im Kantonsspital Winterthur sind 40 Prozent der Betten in Einzelzimmern.
  • Das Kantonsspital Aarau wird im Neubau 100 Prozent Einzelzimmer anbieten.
  • Auch der geplante Neubau des Universitätsspitals Zürich wird nur noch Einzelzimmer enthalten.

Sorge vor höheren Kosten

Der Krankenversicherungsverband Santésuisse betrachtet den Boom der Einzelzimmer in Spitälern skeptisch. Gegen Einzelzimmer an sich habe der Verband nichts, sagt Direktorin Verena Nold: «Wir wollen aber nicht, dass dies zu höheren Kosten und folglich zu höheren Prämien führt.»

Demnach folgen auch nicht alle Spitäler diesem Trend. Beispielsweise das Universitätsspital in Basel: Nur rund 30 Prozent der Zimmer sind für Einzelpersonen. 100 Prozent Einzelzimmer würden sich nicht rentieren, sagt Mediensprecher Nicolas Drechsler: «Es braucht mehr Fläche für gleich viele Patienten. Das ist teurer.» Ausserdem sei es nicht wissenschaftlich bewiesen, dass es in Mehrbettzimmern mehr Infektionen gebe.

Im Spital Zollikerberg ist man überzeugt, dass Einzelzimmer die Zukunft der Schweizer Spitäler sind. Auch im Ausland lässt sich der Trend beobachten, wie Direktorin Vettori sagt: «In den Niederlanden sind bereits alle Spitäler auf Einzelzimmer ausgerichtet.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Einzelzimmer die Zukunft der Schweizer Spitäler. Ein gute Nachricht. Es ist oft schwierig, nach OP's in Mehrbettzimmern zu schlafen oder Ruhe zu finden. Viele schnarchen, das raubt den Schlafen und ist stressig, Nachtschwestern die nach mehreren Patienten schauen müssen, Andere haben zu viel und lauten Besuch. Jeder Kranke wünscht sich seine Privatsphäre, das ist mit Einzelzimmer erfüllt. Ziel: schnell gesund werden. Wichtig ist auch, dass es mit den Kosten im Spital vereinbar ist.
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  • Kommentar von Krebs Alfred (A.Santiago)
    Ich hatte im Jahre 1990 eine Krebserkrankung und musste fünf Chemotherapien durchführen lassen. Musste jeweils am Sonntag Nachmittag eintreten und bis Donnerstag Mittag im Spital bleiben. Ich war immer in einem Zweibettzimmer. Für mich war es sehr belastend ein Zimmer mit teilweise auch schwer kranken Menschen zu teilen. Da hat man mit sich selber und der Chemotherapie wo früher immer mit dem Tod gleichgestellt ist, zusätzlich mit den Gebrechen des Zimmernachbarn zu beschäftigen.
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