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Post zahlt rückwirkend Lohnvergütungen von rund zwei Millionen
Aus Tagesschau vom 08.07.2019.
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Neues Arbeitszeitsystem floppt Post muss Paketboten zwei Millionen Franken nachzahlen

  • Wegen eines mangelhaften Systems zur Zeiterfassung bei der Post erhalten rund 1800 Paketboten rückwirkend eine Lohnvergütung.
  • Viele Angestellte hätten nicht die volle effektiv geleistete Arbeitszeit ausbezahlt erhalten, sagte der Sprecher des Post-Personalverbands Transfair. Das habe eine Analyse der Zeitabrechnungen gezeigt.
  • Die Angestellten erhalten nun insgesamt rund 2 Millionen Franken. Das Geld wird im Oktober ausbezahlt, wie Transfair mitteilt.

Das im Juli 2018 eingeführte Arbeitszeitsystem hat nicht die erhofften Effekte gebracht und wurde nun von den Sozialpartnern überarbeitet. Nach einem Jahr Betrieb haben die Sozialpartner das neue Arbeitszeitsystem «mytime» auf seine Tauglichkeit überprüft. Rückmeldungen der Mitarbeitenden haben dazu geführt, dass die Post gemeinsam mit den Gewerkschaften Verbesserungen vorgenommen hat, wie Transfair weiter mitteilte.

Das Referenzsystem basierend auf Tagen und Mengen habe sich nicht bewährt, viele Boten hätten «draufgelegt», heisst, nicht die volle effektiv geleistete Arbeitszeit ausbezahlt erhalten. Das habe eine Analyse der Zeitabrechnungen ergeben.

Mit der Optimierung des Arbeitszeitsystems werde nicht mehr auf Referenztage und Mengen abgestellt, sondern individuell auf die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitarbeitenden. Dies erlaube eine exaktere Berechnung der Arbeitszeit des einzelnen Boten.

Viel Arbeit für die IT der Post

Für die im ersten Anwendungsjahr lohnmässig zu kurz gekommenen Paketboten rechnet die IT der Post in den kommenden Wochen jede einzelne individuelle Nachzahlung aus. Das Geld soll den Paketboten mit dem Oktobergehalt überwiesen werden, wie Bütikofer erklärte.

Mit dem Prinzip, dass die effektiv geleistete Zeit bezahlt wird, sei es gelungen, ein zentrales Anliegen der Paketboten zu verankern und zusammen mit der Post Verbesserungen am Arbeitszeitsystem vorzunehmen, lässt sich Matteo Antonini, Leiter Sektor Logistik der Gewerkschaft Syndicom, in der Mitteilung zitieren. Auch für Bütikofer sind die zentralen Forderungen nach Transparenz und Fairness mit dem neuen System nun erfüllt.

Die Post könne dank der Optimierung von «mytime» den Einsatz des Personals angesichts der saisonalen Schwankungen bei den Paketmengen vorausschauender planen. Auch andere Faktoren wie etwa der Strassenverkehr könnten nun besser einberechnet werden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das würde dem Management von Post und Co nie beim eigenen, unverschämten Lohnsystem passieren! Wie lange noch, wird hierbei von den Zuständigen des "Service public" zugesehen, bevor es anständige, faire Arbeits-und Lohnbedingungen gibt?
  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Unglaublich, vor vierzig oder fünfzig Jahren waren wir Schweizer stolz auf die damalige PTT und SBB, sie waren pünktlich, zuverlässig und sauber. Das Kader war nicht aufgebläht und hatte normale Löhne ohne Boni. Was haben wir heute ?
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die Post wurde damals quersubventioniert von der Telecom. Die PTT bestand aus Post und Telecom.
    2. Antwort von Edi Steinlin  (Chäsli)
      Weiss ich Herr Planta, ändert nichts an der Tatsache, dass "Tip Tope" Betriebe langsam verludern, um das geht's.
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Früher war die Paketpost ein Monopolbetrieb, heute steht sie in Konkurrenz mit anderen Logistikfirmen, die allesamt ihre Mitarbeiter schlecht entlohnen.
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Himmeltraurig, wie die PTT ihre Mitarbeiter ausnützt, entlässt oder Poststellen schliesst.
    Um noch mehr Milliarden zu verdienen !
    Wenn man sich den PTT-Sprecher im Internet angehört hat, wird es einem mulmig im Magen ab so viel Unwahrem.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die PTT gibt es seit der Trennung von Post und Swisscom seit über zwanzig Jahren nicht mehr.