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Legende: Audio Neues Heilmittelgesetz: Schärfere Meldepflicht greift nicht abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 15.07.2019.
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Neues Heilmittelgesetz Die Meldepflicht bei Nebenwirkungen wird zu wenig ernst genommen

Trotz strengerem Gesetz werden nicht mehr Nebenwirkungen bei Medikamenten gemeldet. Patientenschützer fordern Verbesserungen.

Das neue Heilmittelgesetz, das seit einem halben Jahr gilt, hat die Meldepflicht sogenannter unerwünschter Wirkungen für Ärztinnen, Pfleger und andere Fachpersonen verschärft. Bisher haben sich die Verschärfungen nicht messbar auf das Meldeverhalten ausgewirkt, schreibt das Heilmittelinstitut Swissmedic auf Anfrage.

Und: Die Meldezahlen bei unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln seien in der Schweiz im internationalen Vergleich seit Jahren verhältnismässig gut. Ein Blick in den Geschäftsbericht zum vergangenen Jahr zeigt, dass es fast 12'000 Meldungen gab. Allerdings kamen rund 10'000 davon aus der Pharmaindustrie. Das heisst, dass nur eine Minderheit der Meldungen aus Spitälern, Apotheken oder Arztpraxen kommen. Das erstaunt.

Kritik von Konsumenten- und Patientenschützer

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz reibt sich Geschäftsleiterin Sara Stalder die Augen: «Das ist sehr erstaunlich, weil wir natürlich damit gerechnet haben, dass es mehr Meldungen gibt. Man müsste eigentlich einen Schlussstrich ziehen und sagen: ‹Das funktioniert so nicht, da muss man etwas anderes machen.›»

Man müsste einen Schlussstrich ziehen und sagen: ‹Das funktioniert so nicht›.
Autor: Sara StalderStiftung für Konsumentenschutz

Vor allem müsste es für die Betroffenen einfacher werden, solche Fälle zu melden. Das unterstützt auch die Stiftung Patientenschutz SPO. Die Meldepflicht werde höchstens teilweise gelebt, stellt der Arzt Daniel Tapernoux von der SPO-Geschäftsleitung fest.

Der Aufwand sei wohl schlicht zu hoch, obwohl die Meldungen wichtig wären, «weil das die Sicherheit der Patienten erhöht, weil dann auch seltene Nebenwirkungen erkannt werden könnten oder auch die Häufigkeit von bekannten Nebenwirkungen besser eingeschätzt werden könnte», so Tapernoux. Die Patienten, die sich in einer Therapie befinden, könnten damit auch besser informiert werden, so der Arzt weiter.

Wird nächstes Jahr besser?

Der Patientenschutz und das Heilmittelinstitut Swissmedic stellen in Aussicht, dass sie es Betroffenen nächstes Jahr einfacher machen wollen, unerwünschte Medikamentenwirkungen zu melden – etwa mit einem Formular, das online leicht zu finden und auszufüllen ist.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Die Unglaubwürdigkeit der Pharmaindustrie ist die grösste Nebenwirkung!
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Wer an dieser Stelle erstaunt ist, dass von den 12'000 Meldungen deren 10'000 von der Pharmaindustrie kommen, ist naiv. Die Pharmaindustrie und ihre Handlanger (Klientel-Politiker/-innen in Bundesbern) werden weiterhin Feigenblätter installieren, die von ihrer Gewinnmaximierung ablenken und vorgaukeln, die Interessen von Prämien- und Steuerzahlern seien ausreichend geschützt.
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