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Neues Kampfflugzeug Es droht eine totale Kontrolle durch die USA

Legende: Audio Problematische Software im F-35 abspielen. Laufzeit 2:37 Minuten.
2:37 min, aus HeuteMorgen vom 26.10.2017.
  • Bei der Evaluation eines neuen Kampfjets soll auch das US-Modell F-35 miteinbezogen werden.
  • Doch es gibt Bedenken bezüglich der Bordsysteme: Die Software bleibe eine Blackbox.
  • Befürchtet wird gar, dass die Amerikaner solche Flugzeuge per Steuerbefehl vom Himmel holen könnten.
  • Nicht nur die SP will deshalb dereinst ein europäisches Kampfflugzeug, auch die Offiziere der Gruppe Giardino sehen das so.

Die Computersysteme in einem modernen Kampfflugzeug sind absolut zentral: Mit ihrer Hilfe kann der Pilot das Flugzeug steuern, mit der Bodenstation kommunizieren, Daten übermitteln, Gefahren erkennen und Gegner bekämpfen.

Gleichzeitig ist die Software in den Kampfjets ein sensibles Thema. Die Herstellerländer halten massgebliche Informationen über die Funktionsweise der Software zurück, selbst gegenüber jenen Staaten, die ihre Kampfjets kaufen. Als besonders restriktiv gelten die USA.

F-35: USA geben keine Software-Details preis

Weil nun gewisse Kreise in der Schweizer Armee gerne das US-Tarnkappenflugzeug F-35 anschaffen würden, kommt postwendend Kritik: Etwa von SP-Nationalrätin und Sicherheitspolitikerin Priska Seiler Graf. Sie befürchtet eine totale Abhängigkeit von den USA.

Der F-35 verfüge über ein Datalink-System, das vollständig von den USA gesteuert werde. «Ich finde es keine angenehme Vorstellung, wenn die USA unsere Flugzeuge vom Himmel holen könnten», sagt Seiler Graf.

Zwar will die SP grundsätzlich mit dem Kauf von neuen Kampfflugzeugen noch zuwarten. Aber wenn es zu einer Neubeschaffung komme, solle es unbedingt ein europäisches Flugzeug sein, steht im neuen Konzeptpapier der Partei.

Ein gutes Argument für den Gripen

In die gleiche Richtung zielt auch die konservative Offiziersvereinigung Gruppe Giardino. Deren Präsident Willi Vollenweider hält fest, dass die Schweiz beim Kauf eines europäischen Jets wahrscheinlich mehr Softwareinformationen erhalten würde als bei einem amerikanischen Modell. «Gerade mit Schweden wäre man ungefähr auf Augenhöhe», stellt er fest. Deshalb wären Einblicke in die Programmiercodes der kritischen Bordsysteme wohl möglich.

Nochmals einen anderen Weg ist Israel gegangen. Zwar hat das Land amerikanische F-35 gekauft, aber eigene Elektroniksysteme eingebaut. Ob die Schweiz dazu allerdings in der Lage wäre, bleibt aber fraglich. Das Departement für Verteidigung erklärt auf Anfrage, Fragen zur Software würden dann beurteilt und geklärt, wenn die Beschaffung eines neuen Kampfjets lanciert werde.

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