Zum Inhalt springen

Header

Audio
So kommt Beinwil am See unverhofft zu einer Kunstsammlung
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 09.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Inhalt

Neues Museum am Hallwilersee Banker verschenkt millionenschwere Kunstsammlung

Ein Topmanager stiftet einer Aargauer Gemeinde seine teuren Werke und ein Museum. Die Überraschung ist gross.

Eine Kunstsammlung mit Werken aus der ganzen Welt inklusive einem Museum: Dieses millionenschwere Geschenk macht der Banker und Kunstsammler Urs Buchmann seiner Aargauer Wohngemeinde Beinwil am See. Dies unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde das Bauland für das Museum zur Verfügung stellt.

Der 64-jährige Buchmann ist ein erfolgreicher Banker, der zwischen seinen Wohnsitzen Beinwil am See und Hongkong hin und her pendlet. Seit Jahrzehnten unterstützt er unter anderem Schweizer Firmen, die in China handeln wollen. Buchmann ist aber auch leidenschaftlicher Kunstsammler und sagt gegenüber SRF: «Die Sammlung hat vier Kernbereiche: Malerei, Orientteppiche, Porzellan und Möbel».

Buchmanns Sammlung ist mehrere Millionen Franken wert, in Zukunft soll sie der «Seven Seas Art Foundation» und damit der Öffentlichkeit gehören. «Wir haben keine Kinder und überlegten uns, was später mit der Sammlung passiert», sagt Buchmann. «Soll alles wiederverkauft werden und in den Kunstmarkt zurückfliessen?» Der Banker und Kunstsammler hat sich gegen diesen Schritt entschieden.

Das war sehr überraschend.
Autor: Peter LenzinGemeindeammann Beinwil am See

Stattdessen kontaktierte Buchmann den Beinwiler Gemeindeammann und erzählte ihm von seiner Idee, dem Ort nicht nur die wertvolle Kunstsammlung zu vermachen, sondern ihr auch gleich dafür ein Museum zu bauen. «Das war sehr überraschend, das ist uns noch nie passiert», sagt Gemeindeammann Peter Lenzin.

Grünes Ölgemälde mit abstrakten grau-blauen Personen.
Legende: Aus der Sammlung von Urs Buchmann: Ölgemälde «Fête Champêtre» des vietnamesischen Künstlers Dào Trong Luu, 2006. ZVG/Urs Buchmann

Für den Gemeinderat sei schnell klar gewesen, dass dieses Geschenk eine Chance sei. «Das Schöne an dem Museum ist, dass es ziemlich konkurrenzlos ist. Ein Museum für asiatische Kunst gibt es meines Wissens nämlich noch nicht», so Lenzin.

Das einzige Risiko wäre, dass Buchmann insolvent würde. Dies kann sich Lenzin aber nicht vorstellen, da beispielsweise schon klar sei, dass der Banker und Kunstsammler das 2,5 Millionen Franken teure Museum aus der eigenen Tasche finanziere. Auch gebe es bereits verschiedene Sponsoren für das neue Museum, sagt Lenzin.

Zwei Männer im Anzug vor einer Leinwand.
Legende: Gemeindeammann Peter Lenzin (links) freut sich über das Geschenk von Kunstsammler Urs Buchmann (rechts). SRF

Noch muss allerdings die Gemeindeversammlung im Herbst entscheiden, ob Beinwil am See das Bauland für das Museum im Baurecht für 99 Jahre zur Verfügung stellt. Segnet die Versammlung dies ab, ist der Baustart für Frühling 2022 und die Eröffnung des Museums für Sommer 2024 vorgesehen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 6.32 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Claudio Hammer  (MCHammer)
    Dr. Blocher hat doch auch sein Museum für all seine Ankerbilder, Hodler und andere CH Künstler aus dem 19. und 20. Jh eingeweiht.
    Aber bei ihm ist das ist ein grosser fensterloser Bunker unter seiner riesigen Villa und die Oeffentlichkeit ist dort gar nicht erwünscht.
    Ist halt der Blocher Stil -- das Gemeinnützige ist definitiv seine Kernkompetenz.
  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    Für einmal ein Reicher, der nicht bis zum bitteren Ende auf seinen Millionen hocken will. In der Tat eine Ausnahmeerscheinung.
  • Kommentar von Heinz Moll  (sempervivus)
    Solche "Geschenke" sollte man ablehnen. Der Gemeinde entstehen doch nur Kosten: Sie muss das Land gratis hergeben und nachher für den laufenden Betrieb des Museums aufkommen. Eigentümerin der Sammlung wird die Gemeinde ja nicht, sondern die Stiftung. Wenn man nur an den Gebäudeunterhalt, den Bewachungsaufwand und die hohen Versicherungskosten für eine solche Versammlung denkt, so wird die Gemeinde Jahr für Jahr fraglos tief in den Steuersäckel greifen müssen. In der Tat ein schönes Geschenk!
    1. Antwort von Henri Jendly  (Henri Jendly)
      @Moll: man stelle sich vor, es kämen viele Kunstliebhaber nach Beinwil am See, die müssten auch noch verpflegt werden! Aber Spass beiseite: Sie scheinen kein Kunstliebhaber geschweige denn ein -kenner zu sein. Von Touristik vermutlich auch keine Ahnung. So eine Chance für den (Kunst-) Tourismus erhält man nicht alle Tage - es kommt halt auch darauf an, was die Gemeinde mit diesem Kapital macht! Oder sind Sie einfach nur ein Neider, der grundsätzlich mal motzt?
    2. Antwort von guido bugmann  (denkanstoss)
      was jetzt ? lieber a la Blocher in den Keller und nur für seine Gäste sichtbar?
      Da find ich sichtbar für alle doch einiges freundlicher!!!