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Bei Infoeasy gibts News in leicht verständlicher Sprache
Aus HeuteMorgen vom 08.06.2020.
abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
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News in Leichter Sprache Damit die Nachrichten auch ankommen

Infoeasy bereitet Nachrichten so auf, dass sie alle verstehen – auch Fremdsprachige oder Menschen mit Beeinträchtigung.

In der Schweiz gibt es neuerdings eine Newsplattform, die in Leichter Sprache geschrieben ist. Leichte Sprache bedeutet, dass ein sehr einfaches Deutsch verwendet wird. Damit sollen auch Menschen die Nachrichten verstehen können, die Mühe haben, die Standardsprache zu verstehen.

Das klingt dann etwa so: «Das Coronavirus ist immer noch da. Vielleicht stecken sich bald wieder mehr Menschen mit dem Virus an. Dann breitet sich das Virus wieder schnell aus. Die Forscher sagen dazu: Zweite Welle. Die Forscher warnen vor der zweiten Welle.»

Alle brauchen wichtige Informationen

Eine der beiden Initiantinnen von Infoeasy ist Andrea Sterchi. Die Idee für die Website sei ihnen in der Coronakrise gekommen: «Gerade in einer Zeit wie jetzt sind Informationen sehr wichtig», begründet Sterchi ihr Engagement.

Viele Menschen aber verstünden die Texte kaum, die in den Medien oder auf den Websites von Behörden und Organisationen publiziert werden. Sie seien oft zu kompliziert geschrieben – mit Schachtelsätzen und gespickt mit Fremdwörtern.

Hunderttausende Menschen betroffen

In der Schweiz gebe es mehrere Hunderttausend Menschen, die wegen einer Lern-Beeinträchtigung oder weil sie fremdsprachig seien die Leichte Sprache nutzen könnten, sagt Sterchi. «Unsere Leserinnen und Leser können sich selber durchklicken und lesen, was sie interessiert – ohne fremde Hilfe.»

Screenshot der Website von Infoeasy.
Legende: News in leicht verständlicher Sprache bei Infoeasy. screenshot

Infoeasy ist noch in der Aufbauphase; der Betrieb der Website wird mit Crowdfunding finanziert, die beiden Initiantinnen arbeiten ehrenamtlich. Sie übertragen Texte aus den Medien oder von Behördenseiten in Leichte Sprache mit einem Link auf die Originalnachricht. Es gibt zudem die Möglichkeit, sich die Nachricht vorlesen zu lassen.

Falls es gelinge, genügend Leserinnen und Leser anzusprechen, so hofft Sterchi, könne mittelfristig eine bezahlte Redaktion aufgebaut werden. So könnte auch das Themenspektrum der Nachrichten erweitert werden.

SRF 4 News, Heute Morgen vom 8.6.2020, 06:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter  (maxblatter)
    Ich habe Mühe mit leichter Sprache. Das habe ich auch schon geschrieben. Sie klingt wie eine alte Schallplatte. Wenn sie einen Kratzer hat. Das ist mühsam. Man kann ihr nicht folgen. Sie stoppt immer wieder. Es muss andere Lösungen geben. Bessere.
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    1. Antwort von Martin Ebnöther  (ventilator@semmel.ch)
      Sehr schön dargestellt. Wirklich. In der Tat.

      Das Problem, was ich mit leichter Sprache habe, ist nicht einmal das Fehlen von zusammengesetzten Sätzen. Vielmehr stört mich, dass man als Leser wie ein Vollidiot mit Intelligenzquotient bei Zimmertemperatur behandelt wird. Selbst Kinderbücher gehen da respektvoller mit ihrem Publikum um.

      Merke: Es ist ein Unterschied, ob jemand dumm oder ungebildet ist.
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    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Ich würde einen Menschen mit Lern-Beeinträchtigung nicht als dumm
      bezeichnen. Das ist schon fast diskriminierend. Hinter jeder „Dummheit“
      steckt ein Weg zur Hilfe oder Selbsthilfe. Oft ist es Desinteresse oder es
      Fehlt ganz einfach jegliche Schulbildung.
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    3. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Herr Blatter, eine einfache Sprache sind kurze Sätze ohne Beifügungen.
      Präzis und klar. Die Wörter sind dann auch leicht übersetzbar. Ich finde, das macht Sinn ,
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Leichte Sprache lesen - das ist ja fast so gut wie Radiohören! Zugegeben, für Hörbehinderte ist es sogar besser als Radiohören.
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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Zu einer guten Integration gehört es die Sprache des neuen Landes zu lernen. Leichte Sprache ist also definitiv das Falsche. Man muss Zuwanderer nicht dümmer darstellen als Sie sind. Eine Kollegin, Sie ist Tamilin, schaffte es innerhalb eines Jahres Hochdeutsch zu lernen. Ein Jahr später konnte Sie Schweizerdeutsch. Tamilisch und Deutsch haben keine Gemeinsamkeiten und trotzdem erbrachte Sie diese beachtliche Leistung. Es brauch Fleiss und keine vereinfachte Sprache.
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    1. Antwort von Anne-Marie Weder  (infoeasy-news)
      Was ist falsch, wenn man Deutschlernenden den Spracheinstieg erleichtert? Ihnen von Anfang an die Möglichkeit bietet, sich selbstständig zu informieren? Und: Das Ziel der Leichten Sprache ist nicht allein die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Es geht auch darum, deutschsprachigen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen das Lesen und Verstehen von Informationen zu ermöglichen oder zu erleichtern. Demokratie ist auch, wenn viele Menschen Zugang zu Informationen haben!
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    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      An Frau Weder: Wenn eine Tamilin sowohl Hochdeutsch wie auch Schweizerdeutsch ohne vereinfachtes Deutsch lernen kann können es auch Menschen ohne schaffen. Ich lernte in der Schule auch Englisch und Französisch ohne vereinfachte Sprache. Einwanderer sind zu beachtlichen Leistungen fähig, macht Die also mit vereinfachter Sprache dümmer als Sie sind.
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