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Trotz ersten Bauarbeiten - die Axenstrasse bleibt noch lange ein Nadelöhr
Aus Echo der Zeit vom 02.09.2021.
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Nord-Süd-Nadelöhr Die Situation an der Axenstrasse bleibt verkachelt

Am Axen beginnen Vorarbeiten für eine sicherere Strassenverbindung. Doch wann diese Realität wird, bleibt offen.

Sie ist so etwas wie die Achillesferse der Nord-Süd-Strassenverbindung durch die Schweiz: Die Axenstrasse mit ihrem spektakulären Trassee entlang des Urnersees. Zwanzigmal musste sie in den vergangenen drei Jahren gesperrt werden, weil Steinschläge drohten oder Felsbrocken auf die Strasse donnerten. Ärgerlich war das nicht nur für die lokale Bevölkerung – auch der Verkehr aus dem Grossraum Zürich in Richtung Tessin und Italien fliesst über die Axenstrasse und musste regelmässig umgeleitet werden.

Legende: Zwanzig Sperrungen in drei Jahren: Die Axenstrasse ist immer wieder wegen Steinschlägen blockiert. Keystone

Diesen Monat beginnen nun die Vorarbeiten, um die Situation zu entschärfen: Bauarbeiter errichten ein Kabeltrasse zur Baustromversorgung und eine Hilfsbrücke zur Errichtung einer Schutzgalerie im Gebiet Gumpisch, wo sich immer wieder Gesteinsmassen lösen. Dies haben die Kantone Uri und Schwyz und das Bundesamt für Strassen Astra am Donnerstag bekanntgegeben. Doch diese Vorarbeiten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich am Axen so schnell nichts ändert.

Umweltverbände fürchten mehr Verkehr

Zwar hatte der Bund hatte vor gut eineinhalb Jahren die Bewilligung für den Bau einer neuen Axenstrasse erteilt. Sie soll – abgesehen von einem kurzen Abschnitt – in zwei Tunnels verlegt werden. Kostenpunkt: Rund eine Milliarde Franken. Die heutige Strasse soll umgebaut und auf den Langsamverkehr ausgerichtet werden, als Ausweichroute jedoch erhalten bleiben.

Doch gegen das Projekt stiegen Umweltverbände auf die Barrikaden und reichten Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Die neue Route zusätzlich nur heutigen führe zu mehr Verkehr, befürchten sie. «Mit diesem Grossprojekt machen wir die Durchfahrt durch die Alpen für den europäischen Nord-Süd-Verkehr attraktiver», sagt Django Betschart, Geschäftsleiter der Alpeninitiative. Die Folge: «Noch mehr Lärm und Abgase, zum Leidwesen des Alpengebiets.»

Baudirektor hofft auf schnelles Urteil

Solange die Beschwerde der Umweltverbände hängig ist, bleibt die neue Axenstrasse blockiert. Die Vorarbeiten, die nun beginnen, sind nur möglich, weil das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen hat. André Rüeggsegger, Baudirektor des Kantons Schwyz, sieht dies jedoch schon mal als gutes Zeichen. «Ich gehe davon aus, dass die Baubewilligung vor Gericht gute Chancen hat», sagt er.

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Der Schwyzer Baudirektor André Rüegsegger zur Situation an der Axenstrasse
04:40 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 02.09.2021.
abspielen. Laufzeit 04:40 Minuten.

Die Sicherheit der heutigen Strasse sei nicht gewährleistet, die Nord-Süd-Verbindung dadurch nicht zuverlässig. «Die Strasse wird teilweise innert Minuten gesperrt, die Autolenker stehen plötzlich vor geschlossenen Barrieren und kommen nur noch über weite Umwege zum Ziel», sagt Rüegsegger.

«Unsicherer Axen führt zu Staus anderswo»

Auch das Bundesamt für Strassen Astra hofft auf ein baldiges Urteil, um die neue Strasse bauen zu können. Denn die unzuverlässige Verbindung am Axen habe auch Auswirkungen aufs übrige Nationalstrassennetz, sagt Astra-Vizedirektor Guido Biaggio: «Wenn der gesamte Nord-Süd-Verkehr über Luzern umgeleitet werden muss, führt das zu massiven Staus auf den anderen Strecken».

Legende: Spektakuläres Trassee, aber steinschlaggefährdet: Die Axenstrasse über dem Urnersee. Keystone

Allerdings: Wenn das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts da ist, können es die Umweltverbände noch immer ans Bundesgericht weiterziehen. Diese Option halte man sich offen, sagt Django Betschart von der Alpeninitiative. Und auch ohne Weiterzug dauert es noch bis zur neuen Axenstrasse: Das Astra geht davon aus, dass sie frühstens um 2031 eröffnet werden kann.

Regionaljournal Zentralschweiz, 2.9.2021, 17:30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Riet Gersau  (höchi drü)
    Liebe Anti-"Kapazitätsausbauer"

    Es geht ja nur um die Gewährleistung einer konstanten Nutzung, und wie der Artikel ausschreibt ist die Strecke eine der zentralsten (neuralgischsten) überhaupt.
    Natürlich darf und muss die alte dann noch erhalten bleiben, ist für mich persönlich auch ein Kultur- und Ingenieursjuwel diese alte Axenstrasse.
    Nach dem Ausbau, die alte "verlangsamen" und Velowege drauf ausbauen! Weisch wie toll !
    (plus, steigt auf Elektro um)
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Riet Gersau: Die Kapazität der Strassen wird jeweils regelmässig zum Problem, weil es immer mehr Autos gibt. Gibt es neue Strassen, wird das Netz für zusätzliche Autofahrer attraktiv, wodurch andernorts erneut Kapazitätsprobleme entstehen. Da könne wir weitermachen, bis die gesamte Schweiz mit Strassen und Parkplätzen zubetoniert ist und wir daneben im Beton und Asphalt verhungern.
  • Kommentar von Sancho Brochella  (warum?)
    Ich hätte ja nichts gegen einen sicheren Ausbau der Axenstrasse zugunsten der Urner:innen. Aber das Vertrauen dahingehend, dass dies nicht zu Mehrnutzung führt und die Menschen vernünftig auf den Autoverkehr verzichten, fehlt mir aus Erfahrung. Die eidgenössische Volksinitiative «zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr» wurde am 20. Februar 1994 durch Volk und Stände angenommen. Und nun baut man durch den Gotthard eine 2. Röhre. Will aber keinen Rappen CO2-Steuern etc. einführen!
  • Kommentar von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
    Guten Tag.
    Steinschlag, Murgänge und Bergstürze werden in den folgenden Jahren unseren Alltag in den Alpen begleiten.
    Auf der anderen Seite stehen wir vor einer grundlegenden Veränderung im Strassenverkehr, der aus meiner Sicht eher abnehmen wird, weil Reduktion der Fahrzeuge mit fossilem Brennstoff und E-Autos werden in der gleichen Zahl nicht steigen können.
    Also Strasse sichern und nicht grosse Investitionen tätigen, was in ein paar Jahren nicht mehr in dem Umfang genutzt werden kann.
    1. Antwort von Pierre De Laval  (Petros74)
      1. Teil: stimmt , die Klimaetwärmung und Erosion fördert Umweltscäden

      2. Teil: falsch, der Verkehr wird weiterhin zunehmen - ohnehin durch ungebremstes Bevölkerungswachstum ( va wegen Zuwanderung) - zudem meiden viele wegen Gefahr einer Covid Ansteckung den ÖV und verwenden vermehrt den PW