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Rekordjahr für Güterverkehr Nur 975'000 Lastwagen haben die Alpen gequert

Von «historischen Zahlen» spricht der Verein Alpen-Initiative. Dieses Jahr dürfte aber eine Rückverlagerung eintreten.

Legende: Audio Rekordjahr für alpenquerenden Güterverkehr abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
02:08 min, aus Echo der Zeit vom 23.03.2017.

Der Güterverkehr quer durch die Schweizer Alpen erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert: Mit über 40 Millionen Tonnen sind noch nie mehr Güter transportiert worden. Und: Zum ersten Mal seit dem Ja zur Alpen-Initiative 1994 querten weniger als eine Million Lastwagen die Alpen.

Volle Güterzüge auf der Schiene, weniger Schwerverkehr auf den Strassen: Diese Zahlen sind erfreulich. Doch sie kommen spät: Die Schweizer Verlagerungspolitik will die Güter von der Strasse auf die Schiene verlagern und die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Alpen beschränken.

Verein Alpen-Initiative hocherfreut

Demnach hätten die Lastwagenfahrten bereits im Jahr 2011 unter einer Million liegen sollen. So lässt sich sagen: Zwischenziel erreicht, aber mit fünf Jahren Verspätung.

Der Verein Alpen-Initiative spricht anerkennend von «historischen Zahlen». Knapp drei Viertel der Güter haben die Schweiz auf der Schiene durchquert, insbesondere im Wagenladungsverkehr mit Containern und Sattelaufliegern.

Zurückgegangen sind die Transporte mit der «rollenden Landstrasse», bei welcher die ganzen Lastwagen verladen werden. Die Investition in neue Verladetechniken zahlen sich also aus. Auch die leistungsabhängige Schwerverkehrs-Abgabe dürfte sich weiter auswirken. Dazu kommt der neue Gotthard-Basis-Tunnel, der seit rund drei Monaten offen ist.

Weitere Kapazitäten für mehr Güterverkehr auf der Schiene sind also vorhanden. Mehr noch, wenn der Ausbau des sogenannten Vier-Meter-Korridors nach Italien und der Ceneri-Tunnel in drei Jahren fertig gestellt sein werden.

Schiene, dahinter Lastwagen.
Legende: Kurzfristiger Gegentrend? Im laufenden Jahr könnte die Millionengrenze wieder geknackt werden. Keystone

Vorübergehende Rückverlagerung

Bis dahin aber wird es der Güterverkehr auf der Schiene schwer haben und kaum an diesen historischen Erfolg anknüpfen können. Die Luino-Strecke Schweiz – Italien wird im laufenden Jahr sechs Monate geschlossen sein, um sie für Güterzüge mit vier Meter hohen Sattelaufliegern passierbar zu machen.

Die Branche rechnet deshalb mit einer Rückverlagerung auf die Strasse. Das hiesse – zumindest vorübergehend – dürften die alpenquerenden Lastwagenfahrten wieder auf über eine Million klettern. Das vorgeschriebene Ziel einer Senkung auf 650'000 Fahrten bis 2018 liegt somit in weiter Ferne.

Alpen-Initiative

Alpen-Initiative

Der Verein Alpen-Initiative setzt sich für den Schutz des Alpengebietes vor dem Transitverkehr ein. Die von ihm lancierte Volksinitiative «zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr» (umgangssprachlich: «Alpen-Initiative») wurde am 20. Februar 1994 durch Volk und Stände angenommen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Nur weil nächstes Jahr eine Strecke für den Ausbau gesperrt werden muss und deshalb die Zahlen vorübergehend nochmal steigen werden, muss man doch nicht so überreagieren. Klar es ist ärgerlich, wenn die Ziele nicht so schnell erreicht werden konnten, wie erhofft, aber wir sind eben immer auch von Nachbarländern abhängig.
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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Also 2018 wird nach 650'000 Lastwagen dicht gemacht. Ist eigentlich ganz einfach. Hoffe die SVP inkl. Ulrich Giezendanner wird sich dann auch einsetzen für den Volksentscheid. Danke schon mal im Voraus.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Wer das glaubt soll selig damit werden. Da werden Geister geweckt, die genau diese Verlagerung sabotieren. "Fuer EU-Turbos ist ja alles so komplex und kompliziert..., die sind ja auch immer sehr schnell und rasch ueberfordert, wenn's der EU nicht behagt.
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