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Nicht mehr alle tragen im ÖV eine Maske
Aus Echo der Zeit vom 31.07.2021.
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Oben ohne unterwegs Maskentragdisziplin im öffentlichen Verkehr lässt leicht nach

Seit über einem Jahr gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskentragpflicht – und fast alle halten sich daran. Doch die Disziplin beginnt nachzulassen. Vermehrt müssen Fahrgäste daran erinnert werden, die Maske aufzusetzen. Dass die Maskenpflicht im ÖV bald fallen könnte, damit rechnet man nicht.

Zugführer Ralf Kessler ist täglich in den Intercity-Zügen quer durch die Schweiz im Einsatz. Er stellt generell fest, dass seit den Lockerungen das Tragen der Masken leicht abgenommen hat, seitdem die Leute auf den Bahnhöfen und an den Haltestellen die Maske nicht mehr tragen müssen. So würden viele Passagiere einsteigen und die Maske erst später anziehen, beobachtet Kessler, der auch Präsident des Zugpersonalverbandes (ZPV) ist.

«Vor allem in schwach besetzten Zügen haben die Leute das Gefühl, wenn der Abstand gegeben ist, müssten sie die Maske nicht unbedingt tragen.» Auch wenn sie sitzen, würden einige Gäste denken, sie könnten auf Masken verzichten – wie dies in Restaurants der Fall sei.

Nur geringer Anteil ohne Maske

Seit dem letzten Lockerungsschritt Ende Juni sei vielen Leuten nicht mehr klar, was jetzt wo gelte. So müssten er und seine Kollegen als Zugbegleiter die Passagiere vermehrt an die Maskentragpflicht erinnern. «Ich würde den Anteil auf rund fünf bis zehn Prozent schätzen», sagt Kessler.

Auch die SBB führt keine Statistik. So sagt SBB-Sprecher Reto Schärli: «Eine genaue Zahl können wir nicht bestätigen, weil wir selber keine Statistik führen. Aber die Beobachtungen des Zugpersonals sind sicher richtig und müssten ernst genommen werden. Man muss aber auch festhalten, dass die Maskentragdisziplin von den Kundinnen und Kunden nach wie vor gut eingehalten wird.»

Legende: Im öffentlichen Verkehr, hier in einem Waggon der Jungfraubahnen, wird die Maskentragpflicht eingehalten, aber es gibt vermehrt Ausnahmen. Keystone

Auch in den Zürcher Trams und Bussen schätzen die Zürcher Verkehrsbetriebe die Maskentrag-Quote auf unverändert hohe 95 Prozent. Und auch in Basel stellt man im öffentlichen Verkehr keine Maskenmüdigkeit fest.

Anders in Bern: Die Maskentragdisziplin in Bus und Tram sei zwar auch in der Bundesstadt nach wie vor hoch, sagt Rolf Meier von den Berner Verkehrsbetrieben Bern Mobil. «Aber sie hat seit den Lockerungen doch etwas nachgelassen und unser Kontrolldienst muss doch vermehrt die Leute auf die Maskentragpflicht hinweisen.»

Kaum Wegweisungen

Weder bei den angefragten städtischen Verkehrsbetrieben in Bern, Basel und Zürich noch bei der SBB gibt es Zahlen, wie viele Fahrgäste gerügt respektive gebüsst oder gar aus dem Transportmittel weggewiesen wurden, weil sie sich weigerten, eine Maske zu tragen. Ob und wann die Maskenpflicht im ÖV dereinst fällt, steht noch nicht fest. Bei der SBB will man sich dazu auch nicht äussern, das sei Sache des Bundesrates. Und auch Rolf Meier von Bern Mobil glaubt nicht an ein schnelles Ende der Maskentragpflicht. Dazu gäbe es auch keinen Anlass.

«Wir finden es angesichts der Fallzahlen nach wie vor sinnvoll, dass die Fahrgäste in den Fahrzeugen eine Maske tragen müssen.» So gilt also bis auf Weiteres in Bus, Tram und Zügen spätestens beim Einsteigen eine Maskentragpflicht.

Info 3, 31.07.2021, 17 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    Hoffentlich verschwinden die Masken bald wieder ganz aus dem Öffentlichen leben.
  • Kommentar von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
    Tja, jetzt wo die Impfraten zurückgehen, kommt auch irgendwie die Frage auf, ob wir Geimpften ständig auf Unwillige oder Zögerer Rücksicht nehmen müssen. Wer durch irrationales Verhalten die Pandemie verlängert, sollte nicht erwarten können, dass die Vernünftigen jetzt ewig Einschränkungen hinnehmen, oder?
    1. Antwort von Luzerner Marcel  (Cello-1964)
      Warum wissen Sie dass sie der Vernünftige sind?
    2. Antwort von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
      Danke für die Nachfrage. Das erkennt man daran, dass man nicht an Übernatürliches glaubt, hinter allem eine Verschwörung sieht, die Fähigkeit hat, wissenscahftliche Erkenntnisse nachzuvollziehen. Achja und daran, dass man sich und andere mit dem seit Jahrzehnten bekannten Konzept der Impfung schützt.

      Man merkt es, wenn man gerade denken kann und nicht nur quer. Wenn man sein Schlafzimmer nicht mit Globuli auspendelt, gegen die flachen Erdstrahlen.
  • Kommentar von Tobias Vetter  (ToVe)
    Seit jeder sein persönlicher Bakterienbrutkasten vor dem Mund tragen muss, fühle ich mich leider deutlich unwohler im ÖV.
    Natürlich gibt es Studien, die eine Wirksamkeit der Masken unter Laborbedingungen belegen, und in besonders geschützen Bereichen wie in Krankenhäusern haben sie zweiflsohne auch ihre Daseinsberechtigung. Aber so, in aller öffentlichkeit mit unsachgemässer Handhabung fast aller, dürfte der Nutzen gegen Null tendieren. Man macht höchstens den ÖV unattraktiv.