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Öffentliche Warnung: Gefährliche Bakterien in der Babynahrung
Aus Espresso vom 10.06.2020.
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Öffentliche Warnung Gefährliche Bakterien in der Babynahrung

In Produkten der Marke Bimbosan wurden gefährliche Cronobacter-Bakterien festgestellt. Der Hersteller ist irritiert.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) warnt vor zwei Produkten aus dem Babynahrungs-Angebot des Herstellers Bimbosan. Konkret sind die beiden folgenden Produkte betroffen:

Getreidebeikost «Bio-Hosana» 3-Korn im Nachfüllbeutel, 300 Gramm
Haltbarkeitsdatum: 19.7.2021
Lotnummer: L19432S1

Getreidebeikost «Bio-2» Hafer und Dinkel im Nachfüllbeutel, 300 Gramm
Haltbarkeitsdatum: 13.10.2021
Lotnummer: L27057200201

Die Produkte wurden zwischen Herbst 2019 und März 2020 in der Schweiz verkauft. Sie können in der Verkaufsstelle (Apotheke, Drogerie, Coop) zurückgegeben werden und werden laut dem Hersteller in Form von Originalprodukten erstattet.

Gefahr einer Hirnhautentzündung

Bei einer Kontrolle haben die Lebensmittelinspektoren in diesen Produkten Cronobacter-Bakterien gefunden. Wie das BLV schreibt, können die Bakterien bei Neugeborenen und Säuglingen bis zwölf Monate zu schweren Infektionen wie Meningitis (Hirnhautentzündung) führen. Das Amt empfiehlt, die betroffenen Produkte nicht zu konsumieren.

Auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» zeigt sich Hersteller Bimbosan erstaunt über die Warnung des BLV: «Bis jetzt galten Cronobacter für Neugeborene bis zwei Monate als gefährlich – sie durften daher in Anfangsmilchen sicher nicht vorkommen», sagt Sprecher Christoph Hug. Für die «Praxisänderung» des Bundes habe man bislang keine Begründung erhalten.

Für Neugeborene bis zwölf Monate gefährlich

Tatsächlich sei bis anhin nur Säuglings-Anfangsnahrung gesetzlich klar geregelt, sagt Mark Stauber, der beim BLV für den Bereich Lebensmittelhygiene verantwortlich ist. «Aber im Lebensmittelrecht gilt der Grundsatz: Ein Lebensmittel muss sicher sein.» Und wenn irgendwo ein neues Problem auftauche, müsse man allenfalls entsprechende Massnahmen treffen.

Genau das sei hier passiert: Das kantonale Labor, welches die Kontrollen durchgeführt hat, habe dem BLV mitgeteilt, dass Cronobacter in diesen Produkten gefunden worden seien. «Wir haben daraufhin eine Risikobeurteilung gemacht und festgestellt, dass Neugeborene bis zwölf Monate durch diese Bakterien gefährdet sein können.»

Mark Stauber betont, dass bei der entsprechenden Kontrolle mehrere Produkte geprüft worden sind: «Und wir mussten nur vor diesen beiden Produkten warnen.» In Zukunft werde Babynahrung aber wohl stärker in den Fokus der Kontrollbehörden rücken.

Öffentliche Empörung vermeiden

Das Risiko mag zwar gering sein, doch man stelle sich vor, ein Kleinkind würde ernsthaft erkranken, im schlimmsten Fall sogar sterben aufgrund einer Cronobacter-Infektion: Wenn in einem solchen Fall auskommen würde, dass die zuständigen Behörden von den verunreinigten Produkten gewusst haben, wäre die öffentliche Empörung wohl riesig.

Hersteller Bimbosan hat die betroffenen Produkte aus dem Verkehr gezogen und will nun klären, was der Entscheid des BLV für die sogenannte Beikost bzw. für Baby-Folgenahrung grundsätzlich bedeutet.

Espresso, 10.06.20, 08:13 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Ein Bakterium.. ein Enterobakter... wie kann das in so eine Nahrung gelangen.. die Herstellung ist normalerweise unter strengsten Hygienemassnahmen .... das ist irritierend.. hatte da jemand seine Finger im Spiel??? Will da jemand dem Hersteller Schaden zufuegen.. Rache zB...
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  • Kommentar von Simone Schwarzenbach  (S.D.S.)
    Was mich als Mutter, die ihrem Kind Bimbosan-Produkte füttert, sehr irritiert: Gestern hat mir Bimbosan auf meine Nachfrage hin erklärt, das Bundesamt hätte nur die beiden genannten Produkte Bio2 und Hosana getestet. Keine weiteren Produkte. In diesem Artikel steht, dass Herr Stauber betont, dass mehrere Produkte getestet wurden, aber nur vor diesen beiden gewarnt werden muss. Nun, ich möchte wissen, was genau stimmt. Und ich möchte wissen, welche Produkte getestet wurden.
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    1. Antwort von Redaktion «Espresso» (SRF)
      @Simone Schwarzenbach Die Aussage, dass «mehrere Produkte» geprüft worden sind, ist so zu verstehen, dass bei dieser Kontrolle diverse Produkte verschiedener Hersteller kontrolliert wurden. Jedoch gaben nur die beiden Bimbosan-Produkte Anlass zu einer öffentlichen Warnung. Einen detaillierten Bericht zur Kontrolle hat das zuständige Bundesamt (BLV) in Aussicht gestellt. Dieser liegt aber noch nicht vor.
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    2. Antwort von Simone Schwarzenbach  (S.D.S.)
      @Redaktion "Espresso": Danke für die Präzisierung, das hatte ich aus Ihrem Artikel anders verstanden. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie hier einen Verweis machen könnten, sobald der Bericht des BLV vorliegt. Ich wüsste nicht, wie man als Eltern sonst zu den noch fehlenden Informationen kommt
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  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Grenzwerte ohne vorherige Ankündigung zu ändern ist nicht die feine Art. Das BAG sollte sich nicht daran gewöhnen, dass man nur von oben herab befehlen kann, sonder die Entscheide müssen im Dialog mit den Betroffenen wachsen.
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    1. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      Habe mich verschrieben. Es ist das BLV, nicht das BAG. Meine Kritik passt aber zu allen Bundesämtern.
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