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Sharewood am Ende: Staatsanwalt greift ein
Aus Kassensturz vom 28.09.2021.
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Öko-Investment Sharewood am Ende: Staatsanwalt greift ein

Aus für Öko-Investments: Hunderte Anleger verlieren ihr Geld, welches sie Sharewood-Chef Peter Möckli anvertraut haben.

Was Anleger in der Schweiz, Deutschland und Österreich befürchtet haben, ist eingetroffen. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich hat gegen die Zürcher Investmentfirma Sharewood eine Strafuntersuchung eröffnet und damit den Stecker gezogen. Es geht um «den Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges».

Die Homepage von Sharewood ist blockiert. Statt Werbung ploppt eine klare Botschaft auf: «Diese Website wurde durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gesperrt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Kantonspolizei Zürich.»

Legende: Die Meldung auf der Internetseite von Sharewood lässt nichts Gutes erahnen. Screenshot

Es trifft rund 400 Geschädigte, die bei Sharewood für insgesamt 100 Millionen Franken Geld in Teak-, Balsa- oder Eukalyptus-Bäume gesteckt haben. Sie sind den cleveren Telefonverkäufern der Sharewood auf den Leim gegangen.

Unseriöse Renditeversprechen

Sharewood versprach jährliche Renditen bis zwölf Prozent. Mit einem Renditerechner konnten Interessierte ausrechnen, wie ihre Rendite parallel mit den gekauften Bäumen wächst. Aus einer Investition von 31’000 Franken für Teakbäume könnten so in 20 Jahren im Normallfall 92'000 Franken, im besten Fall sogar 231'000 Franken werden.

Sharewood wurde von Peter Möckli gegründet. Beim Verkauf der Anlagen arbeitete Möckli ungeniert auch mit dubiosen Telefonverkäufern zusammen. Dies deckte «Kassensturz» schon vor Jahren auf. Zudem wies «Kassensturz» nach, dass Sharewood sich beim Balsa-Holz verspekulierte. Die Firma wurde das Holz nicht los. Anleger musste zwölf Millionen Franken abschreiben.

Grossteil des Geldes ist vermutlich verschwunden

Mit der Schliessung der Firma folgt nun der Super-GAU. Die hohen Provisionen der Telefonverkäufer, die exklusive Lage der Firma in einer Nobelvilla direkt am Zürichsee und die unrentable Bewirtschaftung des Holzes, 2500 Kilometer vom Meer entfernt, inmitten des Bundesstaates Mato Grosso in Brasilien, dürften den grössten Teil der investierten Gelder verschluckt haben. Noch schlimmer: Insider vermuten, dass ein Grossteil des angelegten Geldes inzwischen in Brasilien verschwunden ist.

«Kassensturz» konnte Peter Möckli für eine Stellungnahmen nicht erreichen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kassensturz, 28.09.21, 21:05 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler  ((Bühli))
    Na endlich, Justizia fängt an sich zu bewegen, wurde langsam Zeit, wenn solche Renditen in der Schweiz versprochen werden.
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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Typische Muster für öko-Invetsitionen: in deren Frühling beginnt die Begeisterung mit schönen Blüten, im Sommer glaubt man die Früchte in den Himmel wachsen zu sehen, gegen Herbst beginnen die stützenden Stengel und Äste zu lahmen, dann verfaulen die ganzen Illusionen zu wertlosem Rest. Beispiele: Meyer-Burger, Q-Cells, mehrere Windanlagenhersteller, usw.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Frust für Anleger: Totalverlust mit Öko-Holzinvestment. Vor dem Rundschreiben der Sharewood Switzerland AG aus Zürich haben sich hunderte Öko-Anleger gefürchtet. Vor rund neun Jahren investierten sie insgesamt zwölf Millionen Franken in Balsabäume auf Plantagen in Brasilien. Das Perfide: Weil die Teakholzverträge lange Laufzeiten haben, kann Sharewood jahrelang fleissig Gelder einsammeln. Fehlenden Absatzmarkt das Balsa-Projekt gestoppt, die Bäume zu zerkleinern und gleich vor Ort entsorgt
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