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Legende: Audio Kosten einer Krebstherapie: BAG untersucht Krankenkassen abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 05.06.2019.
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Off-Label-Use von Medikamenten Die Krankenkasse zahlt nicht immer – der Bund will wissen wieso

Bei nicht zugelassenen Krebs-Medikamenten zahlen die Kassen nicht immer. Der Bund will diese Praxis durchleuchten.

Es dauert, bis ein Medikament die Zulassung erhält. Je nach Krankheit fehlt allerdings die Zeit, um auf diese Zulassung zu warten. Deshalb hat der Bundesrat vor einigen Jahren entschieden, Innovationen bei Therapien schwerer Krankheiten zuzulassen.

So entstand die Möglichkeit, ein Medikament oder Kombinationen von Medikamenten ausserhalb des zugelassenen Anwendungsbereichs einzusetzen – die Fachwelt spricht von Off-Label-Use.

Seit 2011 über die Kassen

Zum Frühjahr 2011 waren die Regeln angepasst worden, konkret die Verordnung über die Krankenversicherung. Artikel 71 regelt, unter welchen Umständen die Krankenkassen ein Medikament im Off-Label-Use bezahlen können:

  • Bei einer tödlichen Erkrankung oder bei einer mit schweren chronischen Folgen
  • Falls es keine alternative Therapie gibt
  • Wenn die Therapie für den Patienten oder die Patientin von hohem Nutzen ist
  • Wenn die Therapie Voraussetzung für eine weitere (zugelassene) Therapie ist

Das muss die Krankenkasse im Einzelfall abwägen und entscheiden. In der Anfangsphase stellte der Bundesrat fest, dass jeder Patient individuell auf eine Therapie anspreche, was dazu führe, dass auch die Einzelfall-Beurteilung unterschiedlich ausfallen könne. Damals zahlten die Krankenkassen in 6000 bis 8000 Fällen Medikamente im Off-Label-Use (Analyse Bund, 2014 veröffentlicht).

Bund will aktuelle Praxis durchleuchten

Nun will der Bund die Situation erneut analysieren, denn der Off-Label-Use von Medikamenten ist wichtiger geworden. Ausserdem stützten sich die Krankenversicherer in der Zwischenzeit auf ein einheitliches Instrument, um den Nutzen für die betroffenen Patienten und Patientinnen zu bewerten – das Off-Label-Use-Tool, kurz OLU-Tool.

Jean-François Steiert
Legende: Alt Nationalrat Steiert will einen gleichen Medikamentenzugang für alle. Keystone

Der frühere Nationalrat Jean-François Steiert hat sich dafür eingesetzt, dass Patientinnen und Patienten den gleichen Zugang zu solchen Medikamenten haben. Heute ist er Freiburger Regierungsrat und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik und sagt: «Diese Entscheide müssen vergleichbar sein. Zu 100 Prozent werden sie es nie sein, aber zumindest annähernd. Dabei kann ein Blick in die Praxis der Krankenkassen nur helfen.»

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen Interpharma geht davon aus, dass heute jede vierte erwachsene Person mit Therapien im Off-Label-Use behandelt wird.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das trifft logischerweise auch auf Naturheil-und homöopathische Mittel/Medikamente zu.
    Wäre es nicht Sinn machender, wenn sich die Zuständigen im Gesundheitswesen der Schweiz, viel aktiver um "Ursachen/Verursachungs-Abklärung" von Krankheiten (Krebs und Co) und damit logischerweise dann auch um echte, aktive Behebung dieser kümmern würden? Anstatt sich immer noch mehr um die Produktion von weiteren"Pharmazeutika" zu kümmern, welche vielfach auch negative Nebenwirkungen zeigen?
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    1. Antwort von Fritz Münz  (Fritz Münz)
      Ursachen von Krebs sind bekannt: Zufall/Pech, Alter, Alkohohl, Rauchen, einige Viren, Einige Chemikalien, UV Strahlung, ionisierende Strahlung, etc.
      Da macht der Bund schon einiges in der Prävention.
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    2. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      homöopathische Mittel/Medikamente ..... Homoeopathie hat 0 Wirkung bei echten Krankheiten, weil sie keinen Wirkstoff enthalten.. Da gibt es Verduennungen die enthalten gerade mal einzwei Molekuele.. Hingegen bei pflanazlichen Praeparaten (Phytotherapie) da hat man schon zT tolle Erfolge, nur ist die Standardisierung schwierig... .Dank moderner Medizin bin ich viel naeher an 100 denn an 50... danke Forschung!
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