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Schweiz Parmelin lässt Raketen-Debakel untersuchen

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Verteidigungsminister Parmelin das Rüstungsprojekt Bodluv sistieren lässt. Nun soll eine Administrativuntersuchung feststellen, ob bei der geplanten Beschaffung von zwei Flugabwehr-Raketensystemen alles mit rechten Dingen zuging.

Lässt das Bodluv-Debakel untersuchen: Verteidigungsminister Guy Parmelin
Legende: Lässt das Bodluv-Debakel untersuchen: Verteidigungsminister Guy Parmelin Keystone

Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) will zum sistierten Beschaffungsprojekt Bodluv für die Fliegerabwehr «so bald wie möglich» eine Administrativuntersuchung eröffnen. Den Auftrag dafür soll ein externer und unabhängiger Experte erhalten, teilte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit und bestätigte damit eine entsprechende Meldung der Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund».

Die Untersuchung richtet sich nicht gegen bestimmte Personen. Sie diene dazu, den Sachverhalt zu klären und dann Verbesserungsvorschläge für bestehende Prozesse zu erarbeiten, hiess es beim VBS.

Legende: Video Guy Parmelin zieht die Notbremse abspielen. Laufzeit 11:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 23.03.2016.

Das Projekt Bodluv für die Beschaffung eines neuen Fliegerabwehrsystems liegt zurzeit auf Eis. Die «Rundschau» hatte vergangene Woche über eine interne Evaluation des Projekts berichtet.

Diese war zu dem Schluss gekommen, dass zwei Lenkwaffen, die angeschafft werden sollten, zwingende Kriterien wie Reichweite und Allwettertauglichkeit nicht erfüllten. Laut Evaluation drängte sich die Verschiebung des Milliardenprojekts auf. Offenbar wurden der politischen Führung des VBS dabei wichtige Informationen vorenthalten.

Anfang vergangener Woche hatte die «Rundschau» das VBS mit den Recherchen und Hinweisen zu den belastenden Dokumenten informiert. Wenig später folgte die Medienmitteilung, dass das Projekt sistiert werde.

Bodluv bleibt wohl länger sistiert

Bodluv soll sistiert bleiben, bis eine Übersicht über die gesamte Luftverteidigung vorliegt – insbesondere der Bericht zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges.
Ende Februar hatte der Bundesrat den Startschuss für die Vorarbeiten zur Evaluation eines neuen Kampfflugzeuges gegeben. Eine Arbeitsgruppe soll unter anderem klären, wie lange die heute eingesetzten Jets noch fliegen sollen.

Bei Bodluv 2020 – die Abkürzung für Bodengestützte-Luft-Verteidigung 2020 – geht es darum, die in die Jahre gekommene Fliegerabwehr der Schweizer Armee zu ersetzen. Aufgabe der Luftabwehr ist es, ergänzend zu den Kampfflugzeugen, zivile und militärische Objekte gegen Bedrohungen aus der Luft zu schützen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Ich begrüsse die Arbeit von BR Parmelin & hoffe, dass diese nicht nur ein Strohfeuer ist. Anzumerken bleibt,dass er die «Früchte» seines grossmauligen Vorgängers BR Maurer zu ernten hat. Dieser wusste offensichtlich genau,dass er die Chance wahrnehmen musste und sich rasch möglichst aus dem VBS davon zu schleichen hatte,so viele Leichen er doch in seinem Dep. vergraben hatte. Im Finanzdepartement durfte er bis jetzt die Erfolge von EWS feiern,das Debakel wird folgen!
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  • Kommentar von Hans Wuhrmann (Granddad)
    Vielleicht ist es gut, endlich einen Nicht-Offizier als Chef zu haben.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Zwei heikle Themen: Verlängerung des CH Kosovo-Einsatzes und weniger Mittel für die Armee, die den SVP Verteidigungsminister in Bedrängnis bringen werden. Aber da BR Parmelin das Kollegialprinzip desjenigen der Partei vorzieht, muss man feststellen, dass ein, oder zwei SVP Bundesräte Hans was Heiri sind. Denn die Mehrheit der Landesregierung ist linkslastig und wird wohl den Kosovo Einsatz der CH, sowie die Sparmassnahmen in der Armee beschliessen.
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