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Wo die Telemedizin-Doktoren arbeiten.
Aus Espresso vom 19.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:55 Minuten.
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Patientenberatung am Telefon Wenn der Tele-Doktor in Australien sitzt

Das Besondere am Telemedizin-Modell ist: Patientinnen und Patienten müssen immer zuerst eine medizinische Beratungsstelle anrufen, bevor sie allenfalls zu einem Arzt gehen dürfen. Dafür sparen sie Prämien. Den Schweizer Telemedizin-Markt teilen sich hauptsächlich die beiden grossen Anbieter Medgate und Medi24. Die beiden haben unterschiedliche Philosophien.

Medgate: Die meisten Ärzte sind im Ausland

Bei Medgate werden die Anrufenden immer von Ärzten beraten. Das Unternehmen beschäftigt dafür rund 100 Ärztinnen und Ärzte.

Medgate hat seinen Sitz und sein Call-Center in Basel. Allerdings arbeiten nur noch die wenigsten der beratenden Ärztinnen und Ärzte dort. Die meisten machen Homeoffice. Und 70 Prozent der Medgate-Ärzte tun dies im Ausland. Dabei handelt es sich aber immer um Ärzte mit Schweizer Zulassung. Die meisten wohnen in Deutschland und Spanien. Zwei Medgate-Ärzte arbeiten sogar in Australien. Dort ist Tag, wenn in der Schweiz Nacht ist. Diese zwei Ärzte decken so die Nachtschicht ab.

Wer im Ausland arbeitet, tut dies zum dort üblichen Lohn. So spart Medgate Kosten. Damit sie das Schweizer Gesundheitssystem kennen, werden die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz geschult.

Medi24: Nicht nur Ärzte am Telefon

Medi24 hat seinen Sitz und das Call-Center in Bern. Auch hier arbeiten aber viele der medizinischen Beraterinnen und Berater von zu Hause aus. Bei Medi24 gilt allerdings der Grundsatz, dass dies nur aus der Schweiz geschieht. Das Unternehmen begründet dies mit dem Datenschutz und damit, dass die Beratenden das Schweizer Gesundheitssystem im Detail kennen müssen.

Im Unterschied zu Medgate arbeiten für Medi24 nur rund 20 Ärztinnen und Ärzte, dafür 90 bis 100 Pflegefachpersonen. Diese übernehmen die erste medizinische Beratung am Telefon. Sie arbeiten dabei mit einem speziellen Computer-Fragebogen und entscheiden, wie der Fall weiter behandelt wird und wie dringend er ist. Rund 90 Prozent der Fälle können gemäss Medi24 bereits von den Pflegefachpersonen gelöst werden. Da deren Löhne deutlich tiefer sind als Arztlöhne, hält das Unternehmen so die Beratungskosten tiefer.

Auch bei Medi24 haben die beratenden Ärzte und Pflegefachpersonen eine Schweizer Zulassung.

Versicherte können Anbieter nicht wählen

In der Regel können Versicherte nicht aussuchen, bei welchem Anbieter sie die telemedizinische Beratung beziehen. Das hängt davon ab, mit welchem Anbieter die Krankenkasse in ihrem Telmed-Modell zusammenarbeitet.

«Espresso»

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Mehr zum Thema in der Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 um 8.13 Uhr.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es könnte ja zum Anliegen des Bundes werden, schon allein im Interesse von Arbeitsplatzerhaltung, dass alles, was den Menschen wegrationalisiert besteuert wird. Dass KK-Modelle, die den Trend zur Entfremdung Vorschub leisten irgendwie 'besteuert' werden. Denn eines ist sicher, die Entfremdung auf allen Ebenen macht krank. UND ja, ich weiss, es fehlt an GrundversorgerInnen. Da können Unis, Bund, Kantone und Gemeinden beginnen wirkliche Anreize zu schaffen. Es gibt genügend junge Menschen.
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    1. Antwort von Fabrizio Gamp  (Fgamp)
      Ich sehs eigentlich gleich, solche Entfremdung nervt mich auch, ich würde mehr Medizinstudenten begrüssen statt unnötig externe Ärzte... Bzgl "Entfremdung macht krank" aber nicht vergessen: In Australien hats Zeitverschiebung, dh Ärzte arbeiten dort tagsüber, wenn sich Patient aus Schweiz in Nacht melden muss. Nachtschichten für Ärzte machen diese ebenfalls krank trotz Zusatzlohn und dieser kostet uns mehr. Natürlich gilts nicht, wenn es nicht um Pipifaxkrankheit geht oder fürs Pflegepersonal.
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Wie ein Handwerker bezieht ein Arzt seine Berufserfahrung
    aus dem persönlichen Kontakt.Wie soll das via Computer
    funktionieren?Das ist etwa so,als wenn ein Mechaniker seine
    Berufslehre im Netz absolvieren würde,ohne je schmutzige Hände
    zu bekommen,und anschliessend Kurse erteilt.Es sind zwar ausgebil-
    dete Aerzte,aber ohne den Kontakt zu" ihren" Patienten kaum fähig,
    eine vernünftige Diagnose zu stellen.
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    1. Antwort von Fabrizio Gamp  (Fgamp)
      Es handelt sich dabei nur um eine Vordiagnose, wobei Computer den Patientenfall an einem erfahrenen Arzt in entsprechenden Krankheitsfällen zuweist für telefonischen Kontakt. Dieser Arzt ordnet bestimmt eine richtige Diagnose an, die ein andrer Arzt vor Ort persönlich mit Patient treffen muss und erzwungenerweise Medikamentrezepte auf Papier aushändigen muss. Vorteil: man muss nicht einen Termin mit Hausarzt ausmachen, welcher einem danach an Spezialisten weiterleiten muss, was Tage dauert...
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  • Kommentar von Sivakaran Kanesan  (karan)
    Nur eine Einheitskasse ist die Lösung
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Wollten wir nicht. Wir haben uns einlullen lassen und artig genickt. Die heutige Situation ist unserem Verhalten angemessen. Wir werden erst dann aufhören, existenziellen Angstmechanismen zu widerstehen, wenn die Krankenkassenprämien 2000.-- pro Monat betragen. Bis dahin: fröhliches Abschöpfen.
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    2. Antwort von Fabrizio Gamp  (Fgamp)
      @Pip Bzgl Ihrem geschilderten tatsächlichen Problem: Einheitskassen würden hierbei auch nicht weiterhelfen...
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