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Strengere Regeln fürs Flughafenpersonal
Aus Rendez-vous vom 30.12.2021.
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Piloten und Bodenpersonal Das Flugpersonal wird schärfer überprüft

Ab 2022 werden Angestellte des Flugbetriebs strenger unter die Lupe genommen – gegen Terrorismus und Kriminalität.

Schon bisher wurde überprüft, wer an einem der Schweizer Flughäfen arbeiten wollte. Aufs neue Jahr hin aber wird diese Überprüfung verschärft. Neu werde neben Strafregister und Lebenslauf auch überprüft, ob jemand in einer polizeilichen oder nachrichtendienstlichen Datenbank registriert sei. Das sagt Christian Schubert vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl).

Damit gleicht die Schweiz die Sicherheitsüberprüfung jener der Europäischen Union an. Betroffen sind alle Personen, die Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens haben. «Dazu gehören Piloten, das Kabinenpersonal, IT-Verantwortliche auf einem Flugplatz oder Cargo-Mitarbeiterinnen», so Schubert.

Die neue Bestimmung gilt an allen Schweizer Flughäfen mit internationalen Flügen – also in Genf, in Lugano, in St. Gallen-Altenrhein, in Sion, in Bern und in Zürich. Zuständig für die Umsetzung dieser Sicherheitsüberprüfung sind die Flughäfen selber.

Grosser Aufwand für 23'000 Angestellte

Am grössten Flughafen der Schweiz führt das zu einem beträchtlichen Mehraufwand, wie Roman Frick, Leiter Sicherheit am Flughafen Zürich, sagt. Denn neu müssen über alle Personen, die einen Flughafenausweis erhalten, Informationen von der Polizei und dem Nachrichtendienst eingeholt werden. Das betreffe derzeit rund 23'000 Angestellte. Sie alle hätten Zutritt zum nicht-öffentlichen Flughafenbereich.

Drei Personen reinigen ein Flugzeug von innen.
Legende: Neben der Flugzeugcrew sind auch das Bodenpersonal oder die Reinigungskräfte von der Sicherheitsüberprüfung betroffen. Keystone

Um die nun anstehenden Überprüfungen bewältigen zu können, hat der Flughafen Zürich aufs neue Jahr aufgerüstet und neue Leute angestellt. «Ausserdem wird die Kantonspolizei Zürich, welche für uns die Überprüfungen macht, Ressourcen benötigen», sagt Frick. Doch: Auch wenn diese neue, genauere Überprüfung Aufwand und Kosten bedeutet, lohnt es sich.

Schubert und Frick erinnern an einen Fall vor sechs Jahren, als am Flughafen Genf 33 Mitarbeitern in der Gepäckabfertigung der Zutrittsausweis entzogen wurde, weil bei ihnen der Verdacht bestanden hatte, dass sie sich radikalisiert hätten. Neu sollen solche Fälle bereits vor der Anstellung an einem Schweizer Flughafen verhindert werden.

Sicherheit geht über alles

Auch beim Flughafenpersonal selber kommt die neue Sicherheitsüberprüfung mehrheitlich gut an. Schliesslich werde die Sicherheit im Flugbetrieb von allen Beteiligten hochgehalten, sagt Thomas Steffen vom Pilotenverband Aeropers. «Wir sind deshalb froh, dass alle, die Zutritt zum Sicherheitsbereich haben, durch einen Hintergrundcheck geprüft werden.»

Kritischer äussert sich die Sektion Luftverkehr des VPOD. Gewerkschaftssekretär Stefan Brülisauer ist zwar nicht grundsätzlich gegen die vertiefte Sicherheitsüberprüfung – er sieht aber Gefahren. So habe es schon jetzt Fälle gegeben, in denen Mitarbeiter wegen ihres religiösen Hintergrunds die Zutrittsberechtigung und damit ihren Job am Flughafen verloren hätten. Er betont, dass die neue Sicherheitsprüfung nicht zu Diskriminierung führen dürfe.

Rendez-vous, 30.12.2021, 12:30 Uhr

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