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Schweiz «Pink Panther» auf leisen Pfoten

Sie agieren schnell, organisiert und aussergewöhnlich cool: die «Pink Panther». Das Hauptgeschäft des losen Netzwerks: Juwelen-Raub. Trotz spektakulärer Aktionen und des jüngsten Gefängnisausbruchs eines Mitglieds, konnte ihr Diebeszug in der Schweiz langsam eingedämmt werden.

Fahnungsfotos von zwei Tätern.
Legende: Eintritt in die Türler-Filiale verschaffte sich ein gut gekleideter Mann. Kapo ZH / Fotomontage

Der 13. April 2013, es ist ein geschäftiger Samstag wie immer an der Zürcher Bahnhofstrasse. Um 9.40 Uhr öffnet das Uhren- und Juweliergeschäft Türler einem draussen wartenden Kunden per Knopfdruck. Mit ihm betreten gleichzeitig drei Unbekannte die Filiale. Alle vier bedrohen die Angestellten mit Waffen und schlagen die Vitrinen ein. Die teuren Luxusuhren im Wert von mehreren hunderttausend Franken verschwinden in einer Sporttasche. Kurz bevor die Polizei eintrifft, verlässt die Diebesbande das Geschäft und fährt in einem grauen Audi davon. Das Auto wird kurz darauf leer in einem unweit gelegenen Hinterhof gefunden. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Täter stammen aus Serbien oder Montenegro

«Sehr ungewöhnlich», war damals das Fazit Marco Cortesi, dem Sprecher der Stadtpolizei in der «Neuen Zürcher Zeitung». Das ist der letzte Überfall, der in der Schweiz auf das Konto der Juwelierdiebe mit dem sinnigen Namen «Pink Panther» geht. Er dauerte nur wenige Minuten. Ein bekanntes Muster.

Die Diebe sind ausserordentlich gut organisiert und haben ihre Zielgeschäfte immer gut ausgekundschaftet. Sie operieren weltweit und verfügen über gute Rückzugsmöglichkeiten. Die meisten Täter stammen aus Serbien oder Montenegro.

Eine Bild aus dem Trickfilm Pink Panther.
Legende: Schlau, durchtrieben und trotzdem gelassen: die Juwelierdiebe handeln wie ihr Trickfilm-Pendant. Keystone / Archiv

Ihren Namen erhielten die «Pink Panther» nach einem ihrer ersten Überfälle in London. Damals versteckten die Diebe einen millionenteuren Diamantring in einer Dose mit Gesichtscreme – in Anlehnung an den «Pink Panther»-Film mit David Niven und Peter Sellers von 1963. Ein Scotland-Yard-Beamter gab ihnen daraufhin den Namen.

Schweiz zunächst ein Primärziel

In der Schweiz trat das Netzwerk nach den Erkenntnissen der Bundeskriminalpolizei (BKP) erstmals im Jahre 2007 in Aktion. Bis 2009 entwickelte sich die Schweiz – neben Frankreich – zu einem der Hauptziele der Gruppierung, wie die «Neue Zürcher Zeitung» damals schrieb.

Zunächst war es schwierig der Bande auf die Schliche zu kommen. Denn: das Netzwerk ist eher lose organisiert. 2009 sprach die Interpol von etwa 200 Mitgliedern. Andere Quellen gehen von rund 60 aus.

Mittlerweile konnten aufgrund erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit mehrere Täter verhaftet und verurteilt werden. Dies, obwohl den Tätern offenbar immer wieder auch die Flucht gelingt, wie das jüngste Beispiel im Waadtland zeigt.

Die Zahl der Taten ist 2012 insgesamt von rund 25 auf unter zehn pro Jahr zurückgegangen. Dennoch bleibt eine Zuordnung der Taten schwierig. Mittlerweile haben sich neue Netzwerke gebildet, die nach ähnlichem Muster vorgehen. Trotzdem geht die Bundeskriminalpolizei davon aus, dass die «Pink Panther» nur noch ganz vereinzelt in der Schweiz aktiv sind.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Dank den offenen Grenzen ist es auch sehr einfach in die Schweiz zu kommen. Das dies Kriminelle aus dem Ausland zu nutzen machen, ist selbstverständlich. Unsere Politiker provozeiten uns das dies nicht Passieren würde, und was ist passiert?
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Wenn sie schon Basel als Wohnort angeben, dann sollten Sie ja auch Kenntnis davon haben, dass viele Jahre vor Schengen die Grenzkontrollen ähnlich waren, wie sie heute sind. Bei mancher Minigrenze gab's zwar von 7.30 bis 17 Uhr einen Beamten, der danach aber Feierabend hatte ...
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  • Kommentar von Tobias Funk, Winterthur
    Mit Kalaschnikov's in Schweizer Gefängnis ... Herzlich Willkommen im netten Schengen Raum. Keine Grenzkontrollen. Ihr habt JA gestimmt. Nun lebt mit dieser Kriminalität!
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    1. Antwort von S. Sugano, Therwil
      Richtig, dank des Schengen Abkommen, haben es die Kriminellen welche vom Ausland her Operieren es viel einfacher, und es Lohnt sich mehr. Wir wurden Gewarnt, doch niemand wollte es wahr haben, nun haben wir die Probleme, und sobald man sie loesen will, kommt die EU und schreit, dass geht nicht, Vertrag und so. Wir sind in eine dumme Situation geraten, wir muessen eindeutig raus, aus dem Raum. Der schutz der Bevoelkerungs muss Prioritaet haben, und muss vor gehen, vor allen anderen Vertraegen.
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