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Schweizweiter Pilotversuch in Reinach (BL) mit Plastikabfall
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 03.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
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Plastik-Recycling Der Pöstler holt jetzt auch leere Shampoo-Flaschen ab

Der Abholservice durch die Post wird in Reinach (BL) getestet. Ziel ist, nur noch verwertbaren Plastik einzusammeln.

Die Schweiz hat den höchsten Verbrauch an Plastikverpackungen. Rund 125 Kilo fallen pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr an. Das ist ein negativer Weltrekord. Nicht sehr gut schneidet die Schweiz auch beim Wiederverwerten von Plastikabfall ab. Lediglich ein Drittel wird recycelt.

Der Grund für diese tiefe Quote dürfte in der fehlenden Strategie liegen. Jede Gemeinde geht mit ihrem Plastikabfall so um, wie sie es für am besten hält. Die eine lässt Sammelcontainer aufstellen, während andere den Plastik lieber gleich im allgemeinen Abfall landen lassen.

Pilotgemeinde Reinach

Einen schweizweit neuen Weg geht die Baselbieter Gemeinde Reinach. Ein privates Recyclingunternehmen verteilt seit kurzem an verschiedenen Orten spezielle Abfallsäcke. Diese können die Bewohnerinnen und Bewohner für 1.80 Franken kaufen. Ist er voll, stellen sie den Sack neben den Briefkasten. Der Pöstler nimmt ihn auf seiner ordentlichen Tour mit und schickt ihn nach Frauenfeld, wo der Plastikabfall recycelt wird.

Recycelter Plastik
Legende: Nur mit dem recycelbaren Plastik lässt sich dieses Granulat für die Wiederverwendung produzieren. Keystone

«Mit unserem System hoffen wir, dass die Leute wirklich nur noch das in den speziellen Abfallsack werfen, was auch verwertbar ist», sagt Evelyne Lenzin, Mitarbeiterin in der Abteilung Umwelt und Energie bei der Reinacher Gemeindeverwaltung. In den Sack gehörten nur Plastikflaschen für Milch, Shampoo und Waschmittel sowie Tetra-Pak-Behälter.

«Das Problem bei den Sammelcontainern ist, dass die Leute einfach jede Art Plastik reinwerfen. Auch Plastikfolien und anderes. Das muss man dann für viel Geld wieder in den verwertbaren und unverwertbaren Teil trennen.» Untersuchungen haben gezeigt, dass nur etwa die Hälfte des Plastiks in den Sammelcontainern wiederverwertbar ist. Daher habe Reinach bis jetzt auf die Sammelcontainer für Plastik verzichtet.

Lohnend auch für die Post

Die Post will von diesem schweizweit ersten Pilotversuch, der bis Ende Jahr dauert, auch profitieren. «Wir testen damit neue Dienstleistungen auf der letzten Meile», sagt Stefan Dauner, Mediensprecher bei der Post. «Es geht auch darum, unser bestehendes Logistiknetz besser zu nutzen.» Sprich: Weil Pöstlerinnen und Pöstler wegen des elektronischen Mailverkehrs immer weniger Briefe zu verteilen haben, müssen sie anderweitig ausgelastet sein, damit sich der Dienst noch lohnt.

Die Post hat daher im Rahmen ihres Geschäftsfeldes «Letzte Meile» etliche solche Abhol- und Bringdienste am Laufen. Am bekanntesten ist wohl, dass sie die gebrauchten Nespresso-Kapseln und Pet-Flaschen abholt, aber auch regionale Bring- und Holdienste für schmutzige Wäsche oder frisches Brot. Oder jetzt eben den Reinacher Plastikabfall.

SRF 1, Regionaljournal Basel, 03.06.2021, 12:03 Uhr;

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Und was müssen unsere Pöstler*innen noch alles übernehmen? Migros und Coop haben ja bereits schon entsprechende Rückgabestellen. Sind wir Schweizer*innen wirklich zu faul, diese Plastik beim nächsten Einkauf zu entsorgen?
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Ich entsorge meine Heidimilch-, Kaffeerahmflaschen sowie PET und kleinere Plastikflaschen in der Migros für das vorgesehene Recycling wenn ich einkaufen gehe. Viel mehr habe ich nicht. Bin dankbar, dass Migros das anbietet. Es wäre schön, wenn die Industrie sich endlich etwas einfallen liesse, damit wenigeer Plastik anfällt. Die Umwelt leidet seht an dieser Vermüllung - denken wir nur an die Meere - die sind in einem katastrophalen Zustand wenn man sich Bilder aus dem Ausland ansieht. Furchtbar
    1. Antwort von Eduard Mauss  (fledermauss)
      Besuchen Sie doch mal einen Unverpacktladen und nehmen Sie Ihre eigenen Behälter mit!
  • Kommentar von Micha Flachs  (Summervogu)
    Weltweiter Rekord: Und wer ist dafür Verantwortlich? In einer direkten Demokratie sollten sich doch Mittel und Wege finden, einem solchen 'traurigen Weltrekord' entgegenwirken zu können?

    Reziklieren ist schön und gut, aber wäre weniger Produktion nicht ein effizienterer Hebel? Wieso erlauben wir es unseren Detailhändlern, alles in Plastik zu verpacken?
    1. Antwort von Adrian Meyer  (Sapient)
      Für Plastikverpackungen wird halt keine CO2-Abgabe fällig. Die gibts nur auf Treib- und Brennstoffen, nicht auf Verbrauchsgütern.

      Eigentlich wäre es nicht schwierig, hier sinnvolle Anreize zu setzen.