- Auf der Schützenmatte bei der Reitschule kommt es immer wieder zu Gewalt und Übergriffen.
- Restaurants, Bäume, Eventräume: Seit Jahren liegt ein Projekt für die Neugestaltung des zentralen Platzes vor.
- Wegen der Gewalt will die Berner Stadtregierung jetzt den Platz baldmöglichst sanieren - und nicht mehr warten, bis der Bahnhof Bern fertig ist.
Wer mit dem Zug etwa von Zürich in den Bahnhof Bern einfährt, blickt direkt auf die «Schütz» – ein Ort, der wegen Gewalt, sexuellen Übergriffen und Drogenhandel immer wieder schweizweit für Schlagzeilen sorgt – und nicht für wenige Bernerinnen und Berner eine No-Go-Zone ist.
Belebung statt Belästigungen: Mit der Neugestaltung will die Stadt dafür sorgen, dass sich die breite Bevölkerung auf der Schützenmatte wieder wohlfühlt. Vorgesehen sind unter anderem Restaurants in Modulbauten, Eventräume, bessere Beleuchtung sowie zusätzliche Bäume und Grünflächen.
Sanierung der «Schütz» wird vorgezogen
Die Vorstudie zur Umgestaltung des Platzes liegt schon jahrelang auf dem Tisch, eine Zwischennutzung reiht sich an die nächste. Ursprünglich war vorgesehen, mit den Arbeiten erst nach Abschluss des Umbaus des Bahnhofs Bern zu beginnen – der Platz wäre so frühestens 2031 fertig.
Nun prescht die Stadt Bern vor: Sie will den Platz schnellstmöglich sanieren. Dazu will die Regierung dem Stadtparlament noch dieses Jahr eine neue Kreditvorlage einbringen, wie aus einer Vorstossantwort hervorgeht.
Wir wollen mit der Neugestaltung der Schützenmatte nicht mehr länger warten.
Die Situation auf der Schützenmatte sei nicht gut: «Wir wollen mit der Neugestaltung der Schütz nicht mehr länger warten», sagt Gemeinderat Matthias Aebischer (SP) zu SRF. Und so nicht mehr vom Bahnhofsausbau abhängig sein. Ziel sei, den neugestalteten Platz vor 2029 zu eröffnen. Wie viel die neue Schützenmatte kostet, sei noch offen.
Bern will also aufs Tempo drücken in puncto Schützenmatte: Aebischer sagt, der neue Zeitplan sei in einer «Mini-Vernehmlassung» mit den betroffenen Stakeholdern positiv angekommen.
Gelateria vor der Reitschule habe «soziale Kontrolle» gebracht
Der Reitschule-Aktivist und AL-Stadtrat David Böhner ist froh, dass es schneller vorwärtsgehen soll auf der Schützenmatte. «Derzeit ist die Schützenmatte trotz grossen Anstrengungen zur Belebung ein Unort.»
Ein Unort für viele Menschen ist auch der Vorplatz vor der Reithalle. Um diesen Ort zu beleben, eröffnete das Kulturzentrum diesen Sommer eigens eine Gelateria. Was hat es gebracht? «Mehr soziale Kontrolle, weil der Vorplatz nicht einfach brach lag», so David Böhner. Ob die Gelateria aber auch nächstes Jahr Glacé vor der Reitschule verkauft, sei noch offen.
Gewalt verscheucht Jugend
Das alternative Kulturzentrum kämpft mit Besucherschwund, weil sich Leute wegen Gewalt und Belästigung nicht mehr auf die Schützenmatte wie auch den Reitschule-Vorplatz wagen. «Die Situation hat sich zwar etwas beruhigt. Aber draussen ist die Reitschule nicht mehr der Treffpunkt der Jugend wie früher».