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Der Gender-Gap bei der politischen Teilhabe ist weg
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 07.07.2021.
abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
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Politische Beteiligung Welche jungen Menschen abstimmen – und welche nicht

  • Wer das Gymnasium besucht, beteiligt sich dreimal häufiger an Abstimmungen als Schülerinnen und Schüler der Berufsschule.
  • Das Geschlecht spielt bei der politischen Beteiligung aber keine Rolle.
  • Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Studie der Universität Zürich.
  • Die Studie hat die politischen Einstellungen der 16- bis 25-Jährigen im Kanton Zürich untersucht.

Die Umfrage wartet gleich mit mehreren Überraschungen auf: Zum einen wächst eine erste Generation heran, bei welcher das Geschlecht nicht entscheidend ist für die politische Teilhabe. Junge Zürcherinnen und Zürcher beteiligen sich gleich häufig an Abstimmungen, Demonstrationen oder Streiks.

«Schaut man hingegen die Gesamtbevölkerung bei den Wahlumfragen an, sind Männer immer noch stärker vertreten», sagt Céline Colombo, welche die Studie für den Kanton in Auftrag gegeben hat. Die Tatsache, dass das Frauenstimmrecht in der Schweiz erst sehr spät eingeführt worden sei, verliere nun aber an Bedeutung. «Die jungen Frauen werden heute gleich politisch sozialisiert wie die jungen Männer», so Colombo.

Legende: Ob Demonstrationen, Abstimmungen oder ein Engagement in einer Jungpartei: Junge Frauen und Männer beteiligen sich gleichermassen. Keystone

Mehr Politik in der Berufsschule

Während das Geschlecht nicht entscheidend ist, steht laut der Studie der Bildungstyp im Vordergrund: Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gehen dreimal häufiger an die Urne als Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Gemäss Colombo spielt hier zum Beispiel mit, welche Rolle die Politik im Elternhaus spielt. «Aber teilweise könnte dieser Unterschied auch damit zusammenhängen, was in der Schule vermittelt wird.»

Junge haben keinen Bock auf Politik? Stimmt nicht!

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Die Umfrage hat untersucht, weshalb sich junge Erwachsene weniger stark politisch engagieren als ältere Bevölkerungsgruppen. Die Stimmbeteiligung liegt bei den 18- bis 25-Jährigen jeweils ein Drittel tiefer als bei der Gesamtbevölkerung. Dies liegt laut Studie nicht an einem politischen Desinteresse. Folgende drei Antworten nannten die Befragten am häufigsten:

  • Die Politik sei sehr komplex
  • Gewisse Themen seien für den eigenen Alltag nicht genügend relevant
  • Es gäbe nur wenige Rollenvorbilder in der Politik

80 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, mehr politische Bildung würde ihnen bei Abstimmungen helfen. Die Studie empfiehlt den Berufsschulen deshalb, stärker auf politische Inhalte zu setzen. Das Potenzial, Berufsschüler zu mobilisieren, sei sehr gross – anders als bei den Gymnasiastinnen. «Bei ihnen ist die Partizipation bereits gleich hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung», sagt Colombo.

Klimawandel bewegt am meisten

Die Studie der Universität hat sich auch damit beschäftigt, welche Themen die Jugendlichen beschäftigen. Der Klimawandel belegt mit Abstand den Spitzenplatz. Und zwar unabhängig von der politischen Haltung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Doch wie steht dies zur Tatsache, dass kürzlich gerade die junge Generation das CO2-Gesetz an der Urne verworfen hat?

Sobald es ums Portemonnaie geht, sehen die Abwägungen anders aus.
Autor: Céline Colombo Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kanton Zürich

«Dies scheint ein Widerspruch zu sein», sagt Céline Colombo. «Als Thema finden die Jugendlichen das Klima offenbar wahnsinnig wichtig und relevant», schlussfolgert sie. «Aber sobald es ums Portemonnaie geht, sehen die Abwägungen anders aus.» Dies müsste in einer weiteren Studie vertieft analysiert werden. Gemäss Politologinnen und Politologen hat unter anderem die Flugticketabgabe die Jungen abgeschreckt.

Bei der Umfrage der Universität Zürich haben insgesamt rund 3000 Jugendliche und junge Erwachsene mitgemacht. Die Befragungen haben vier junge Studierende durchgeführt.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 07.07.21, 12.03 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Dieser Schuss der besorgten Lehrer- und progressiven Politikerschaft könnte noch nach hinten gehen. Analyse der letzten Abstimmung zeigte, dass diese diese Jungen kräftig gegen links-grün gestimmt haben und merh auf Hausverstand der SVP hörten.
  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Was ist die Folge? Ein "Hätschelprogramm" für die Desinteressierten, bei dem man einen Blumentopf gewinnen kann?
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    80% möchten mehr politische Bildung, sehr gut.
    Wichtigster Teil dieser politischen Bildung sollte sein, das erlernen der Fähigkeit
    nicht auf Propaganda hereinzufallen, irreführende politische Kommunikationen als solche erkennen zu können. Gute Allgemeinbildung um einschätzen zu lernen welcher Zusammenhang besteht zwischen Geschehnisse und deren politischen Folgen.