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Politischer Extremismus Ideologien verbreiteter als Gewaltbereitschaft

Wie verbreitet ist Extremismus unter Jugendlichen in der Schweiz? Zum ersten Mal sind Schweizer Forscher dieser Frage nachgegangen.

Legende: Audio Kapitalismusfeindliche Jugend abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
03:39 min, aus Echo der Zeit vom 06.11.2018.

Eine Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit über 8000 Jugendlichen im Alter von 17 bis 18 Jahren zeigt, dass Linksextremismus unter Jugendlichen in der Schweiz verbreiteter ist als Rechtsextremismus oder Islamismus.

Einzelne linksextreme Ideologien finden gemäss Studie hohe Zustimmung, Gewalt als Mittel lehnt die grosse Mehrheit jedoch ab. Dieses Muster findet sich auch für die beiden anderen extremistischen Ausrichtungen. Sehen Sie hier die Resultate:

Als Extremismusdefinition verwendete die Studie Einstellungen und Verhaltensweisen, die sich durch Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaats auszeichnen und anstreben, diesen auch durch Gewalt zu überwinden und eine andere politische Ordnung zu ersetzen.

Da die zehn einbezogenen Kantone jedoch bewusst ausgewählt wurden und es zahlreiche Absagen von Schulen gab, an der Befragung teilzunehmen, könnten die Ergebnisse nicht so einfach auf die gesamte Schweiz verallgemeinert werden, heisst es im Bericht.

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Beim Rechtsextremismus fehlt schlicht ein ganz wesentlicher Punkt, warum Menschen als "rechtsextrem" abgetan werden: Die Erkenntnis nämlich, dass die meisten grösseren Probleme die Ursache darin haben, dass wir zu viele Menschen sind bzw. sich zu viele Menschen auf kleine, bereits massiv übervölkerten Gebiete drängen, was insbesondere für die Schweiz gilt.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich frage jetzt mal provokant: 25% aller Teenager sind "ausländerfeindlich". Ist das nicht verständlich, wenn andrerseits fast die Hälfte aller jugendlichen Muslime die Werte unserer westlichen Gesellschaft nicht teilt (vgl. https://bit.ly/2zv4rdY)? Die Studie selbst sagt: "Die Abwertung westlicher Gesellschaften, die Feindlichkeit gegenüber nichttraditionellen Muslimen und die Schweizerfeindlichkeit stellen daher die zentralen (...) ideologischen Dimensionen dar." (https://bit.ly/2zAeiiL)
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Das sehe ich auch so. Die Jugendlichen müssen in der Schule zudem zwangsweise mit den Muslimen zusammenarbeiten. Sie kommen solche Gesinnungen und die Ablehnung unserer Werte deutlicher und öfter zu spüren als die Erwachsenen, welche sich ihr Arbeitsumfeld selber aussuchen können. Bedenklich auch die Linksextreme Gewalt. Sie kommt in den Medien nur ansatzweise zur Sprache. Viel mehr regen sich die Medien über die wesentlich seltenere rechtsextreme Gewalt auf.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Was Sie da als Referenz angeben ist eher ein Beispiel für miserabel schlechten Journalismus vom 20 Minuten. Wie Sie an den Zahlen oben sehen, beziehen sich die 25,1% Ausländerfeindlich nicht auf alle Jugendlichen, sondern jene die Rechtsextrem sind und an der Studie teilgenommen haben. Das wären dann ungefähr 1,5% aller Jugendlichen. Das gleiche gilt für die Muslime.
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    3. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      @Herr Müller: Ihre Aussage ist falsch: "Jeder vierte Jugendliche ohne Migrationshintergrund (25.1 %) befürwortet im Durchschnitt die beiden ausländerfeindlichen Aussagen im Fragebogen. " (Zitat Originalstudie) - Ihre Argumentation wäre zudem ein Schwanzbeisser bezügl. des Huhn-Ei-Prinzips.
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    4. Antwort von Andy Beckmann (Beckmann)
      ich muss hier widersprechen H. Müller. Sowohl die Journalisten von SRF wie auch von 20min. haben gute Arbeit geleistet und die Fakten benannt. ich glaube beide können nichts dafür, wenn es Personen gibt, welche diese Fakten nicht in das eigene Weltbild passen. korrekt Herr Bucher.
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  • Kommentar von B. Wenger (facts)
    Typisch SRF - die unangenehme Haupterkenntnis muss man wieder mal selber aus den Resultaten herauslesen: in den untersuchten Regionen sind Linksextreme stärker verbreitet, ablehnender und deutlich gewaltbereiter als die anderen extremem Lager. Als Problem behandelt wird jedoch meist nur Rechtsextremismus oder Islamismus. Wie hätte die Schlagzeile wohl gelautet, wenn die Resultate ein anderes Ergebnis aufgezeigt hätten?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Wenn Sie die Studie lesen und nicht nur die Schlagzeilen, respektive die Medienmitteilung der ZHAW sehen Sie, dass dieser Schluss nicht gezogen werden kann, auch wenn er politisch ev. erwünscht wäre. Auch in den Untersuchten Regionen sind die Rücklaufquoten der Umfrage teils unter 5 %. D.h. auch innerhalb der Regionen kann nicht wirklich eine statistisch saubere Aussage gemacht werden.
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    2. Antwort von Andy Beckmann (Beckmann)
      Die Analyse von B.Wenger ist sehr wohl richtig Es geht ja um die schwere Gewalt. Aber keine Frage die Gewalt von Rechtsextremen ist schlimm und wird immer schlimmer. Da müssen wir alle zusammenstehen um den Rechtsextremismus entgegenzutreten und nicht zulassen. Das gleiche gilt halt aber auch beim Linksextremismus
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    3. Antwort von Stefan Pfister (Stefan Pfister)
      Sie haben die Studie falsch verstanden, B. Wenger. 43% der ISLAMISTEN finden die westlichen Gesellschaften minderwertig, nicht 43% der Muslime. Die Islamisten sind eine Minderheit bei den Muslimen. Genau wie die Links- und Rechtsextremisten eine Minderheit in der Gesellschaft sind.
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    4. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      @S. Pfister Da irren sie sich gewaltig Herr Pfister. Gefragt wurden Muslime um ihre Meinung betreffend Islamismus. Es wurden nicht nur Islamisten gefragt, sonst wäre das Resultat richtigerweise 100% gewesen. Es ist nämlich nicht möglich nur Islamisten zu fragen. Wer ist denn ein Islamist und wie findet man dies heraus? Überlegen sie noch einmal und versuchen sie nicht das deutliche und erschütternde Resultat schönzureden.
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    5. Antwort von Andy Beckmann (Beckmann)
      Falsch. B.Wenger und ich haben die Studie richtig verstanden. Die Fakten genannt. " Genau wie die Links- und Rechtsextremisten eine Minderheit in der Gesellschaft sind." Das stimmt wohl. Es darf aber uns nicht davon abhalten den Rechtsextremismus zu kritisieren und ihm entschlossen und gemeinsam entgegenzutreten. Wie auch gegen den immer mehr verbreiteten Linksextremismus. Beides sollten wir nicht tolerieren. Für ein friedlicheres miteinander. Danke B. Wenger für die Fakten.
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