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Legende: Audio Denkmalpfleger: «Poller sind Teil der Stadtmöblierung.» abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 23.08.2019.
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Poller gegen Anschläge in Bern «Eine Lösung, die man nicht als Terrorschutz wahrnehmen muss»

Vor dem Bundeshauseingang Nord sollen nicht-versenkbare Steinpoller aufgestellt werden, aus Gründen der Verhinderung von Terroranschlägen. Der Berner Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross sagt, wieso man sich für diese Lösung entschieden hat.

Jean-Daniel Gross

Jean-Daniel Gross

Denkmalpfleger in Bern

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Gross ist als Denkmalpfleger zuständig für Untere Altstadt von der Nydeggbrücke bis zur Kreuzgasse sowie für die Bauten des Bundes.

SRF News: Warum plant man vor dem Bundeshaus keine versenkbaren Poller, sondern solche aus Stein?

Jean-Daniel Gross: Das war eine gemeinsame Entscheidung mit der Bauherrschaft. Wir stehen in einem sehr guten Austausch mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik.

Wenn man eine einfache und selbstverständliche Lösung will, ist man schnell beim Natursteinpoller.

Wir sind gemeinsam der Meinung, dass es vor dem Parlamentsgebäude eine selbstverständliche und klassische, nicht eine technische Lösung braucht. Da ist der klassische Steinpoller das naheliegende Mittel der Wahl.

Was wählen Sie für einen Stein?

Die klassischen Poller in der Altstadt sind entweder aus Kalkstein oder aus Granit. Beim Bundeshaus haben wir schon einen Granitsockel. Wir gehen davon aus, dass wir diese Poller aus Granit machen werden, wie es sie auch schon vor dem Bundeshaus Ost gibt.

Werden sie viereckig oder rund?

Das ist noch nicht definiert, aber wie gesagt, es soll eine Lösung sein, die selbstverständlich daherkommt, die man in der Altstadt von Bern schon kennt.

Gibt es keine Alternativen zu Pollern?

Man kann sich vieles vorstellen. Aber es gibt technische Anforderungen: Es muss etwas sein, was fest mit dem Boden verbunden ist. Wenn man eine einfache und selbstverständliche Lösung will, ist man schnell wieder beim Natursteinpoller.

Natursteinpoller sind ein Element der Stadtmöblierung, das man seit Hunderten von Jahren kennt.

In vielen Städten gibt es Sicherheitsmassnahmen gegen allfällige Terrorbedrohung. Meist sind es Betonblöcke, die man gerne bunt angemalt oder als Weihnachtspäckli freundlich gestaltet. Schmerzt bei diesem Anblick nicht das Herz eines Denkmalpflegers?

Nein, die Betonblöcke sind temporäre Massnahmen, und die stechen ins Auge. Ich denke, es gibt technische Sicherheitsvorkehrungen, die weniger auffallen. Ziel beim Parlamentsgebäude ist, mit einer klassischen Pollerlösung eine Form zu finden, die man gar nicht unbedingt als Terrorschutz wahrnehmen muss.

Sondern als optisches Dekor?

Nicht unbedingt als Dekor, aber einfach als Element der klassischen Stadtmöblierung.

Poller sind keine moderne Erfindung?

Nein, Natursteinpoller sind ein Element der Stadtmöblierung, das man seit Hunderten von Jahren kennt. Oft ging es um Anfahrsschutz, zum Beispiel, dass Kutschen nicht in eine Ecke fahren oder dass gewisse Strassen und Plätze überhaupt nicht befahren werden können. Wir haben sie zum Beispiel schon am Münsterplatz in der Einmündung der Münsterstrasse Richtung Ost, da gibt es historische Poller, mit einer Kette verbunden. Insofern sind es Elemente, die man kennt.

Das Gespräch führte Barbara Büttner.

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