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Legende: Video Wie viel Vaterschaftsurlaub braucht es? abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.03.2019.
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Position der Parteien Wie viel Vaterschaftsurlaub darf es sein?

  • Ein Tag bezahlter Urlaub – so viel Zeit steht Vätern in der Schweiz derzeit bei der Geburt ihres Kindes arbeitsrechtlich zu.
  • Eine hängige Volksinitiative, Link öffnet in einem neuen Fenster verlangt vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Der Bundesrat lehnt das Begehren ab, aber die Sozialkommission des Ständerates stellt mit einem indirekten Gegenvorschlag zwei Wochen Vaterschaftszeit zur Diskussion.
  • Die Parteien sind uneinig über die Höhe der Auszeit für Väter.

Die Vernehmlassung zum indirekten Gegenentwurf, Link öffnet in einem neuen Fenster der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates ist heute abgelaufen. Parteien im links-grünen Spektrum unterstützen den darin vorgesehenen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub.

Linke fordert acht Wochen

Für die SP ist der indirekte Gegenvorschlag praktisch, weil der Vaterschaftsurlaub so direkt ins Gesetz geschrieben werden kann. Damit könne ein erster konkreter Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Familienarbeit und Erwerbstätigkeit in die Tat umgesetzt werden. Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) sind die vorgeschlagenen zwei Wochen aber «höchstens ein Trostpflaster».

SP, Grüne Partei und Gewerkschaften fordern gar einen Vaterschaftsurlaub von mindestens acht Wochen mit anschliessender Elternzeit von 28 Wochen, während der sich junge Eltern die erste Zeit mit dem Nachwuchs nach eigenen Vorstellungen einteilen können.

Minimalistisch, aber realistisch

Auch die EVP unterstützt die weitergehende Forderung der Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» mit vier Wochen Vaterschaftsurlaub.

Die BDP erachtet im Prinzip die Elternzeit als bessere Lösung. Eine solche Lösung sei allerdings im Moment nicht mehrheitsfähig. Deshalb unterstützt die Partei den indirekten Gegenentwurf. Dieser sei für die Sozialwerke tragbar und belaste die Wirtschaft nur in relativ geringem Masse.

Auch für die CVP, aus deren Reihen der Vorschlag für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub stammt, spricht von einem «massvollen Kompromiss», der den Familien zugutekomme und gleichzeitig auf kleinere Betriebe und KMU finanziell und organisatorisch Rücksicht nehme.

Auch die GLP spricht von einem «Schritt in die richtige Richtung». Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub könne jedoch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Wunschziel einer Elternzeit von 14 Wochen für beide Elternteile sein.

Keine «staatliche Zwangsurlaubsvorgabe»

Die Wirtschaftsverbände und die SVP wollen die Entscheidung über den Vaterschaftsurlaub hingegen weiterhin den Unternehmen überlassen. Sie lehnen darum sowohl die Volksinitiative als auch den Gegenvorschlag ab. Eine weitere «staatliche Zwangsurlaubsvorgabe» stelle eine unnötige Mehrbelastung für KMU dar, begründet die SVP. Ins gleiche Horn stossen der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) und der Gewerbeverband (SGV).

Noch keine abschliessende Meinung hat die FDP. Als einzige Partei hat sie um einen zeitlichen Aufschub für ihre Antwort gebeten. Der Parteivorstand will sich am Montag mit der Frage befassen.

Die FDP begrüsse eine zeitgemässe Regelung, sehe aber in der Ausgestaltung mehr Flexibilität, erklärt Fraktionspräsident Beat Walti. «Dabei sollen acht Wochen ausschliesslich der Mutter vorenthalten sein, die restlichen acht Wochen sollen sich die Eltern aufteilen können.»

Acht Wochen sollen ausschliesslich der Mutter vorenthalten sein, die restlichen acht Wochen sollen sich die Eltern aufteilen können.
Autor: Beat WaltiFraktionspräsident FDP

Der indirekte Gegenvorschlag wie auch die Initiative werden nun im Parlament behandelt. Dies wird aber kaum vor der Herbstsession passieren, teilten die Parlamentsdienste mit.

Novartis setzt neue Massstäbe

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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist mit einer für Schweizer Verhältnisse grosszügigen Vaterschaftsregelung vorangeprescht. Junge Väter dürfen ab dem 1. Juli in der Schweiz 14 Wochen Vaterschaftsurlaub, Link öffnet in einem neuen Fenster beziehen. Bislang erlaubte Novartis Vätern, bei der Geburt eines Kindes sechs Tage bezahlten Urlaub zu nehmen. Für Väter mit Neugeborenen ist bei Novartis bis zu einem Jahr unbezahlter Urlaub möglich.

Infografik Vaterschaftsurlaub Kantonsangestellte
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34 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Boller  (BOER)
    Als ich Vater wurde nahm
    ich einfach Ferien. Geht offenbar heute nicht mehr. Da muss der Staat ...
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  • Kommentar von Dan Fritsche  (Danfrisch)
    @MK, ich habe nicht von 4-5 Wochen gesprochen. Ihr Argument ist etwas gar einfach. Firmen können sich ja auch nicht auf Krankheiten oder Unfälle einstellen und da geht der Betrieb auch weiter. Wenn ein Mitarbeiter mit einer Grippe fehlt geht das ja auch, ein werdender Vater ist da etwas besser planbar. Idealerweise kann man sich mit dem Geschäft einig werden, wie man die Freitage einplant (z.B. bei Geburt 1 Tag, dann den Rest wenn Frau und Kind zuhause sind.
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  • Kommentar von Alex Moser  (AM)
    Es braucht keinen Vaterschaftsurlaub - sondern einen Elternurlaub, den sich die Eltern in gegenseitiger Absprache aufteilen können! Aber dafür reichen die finanziellen Mittel nicht - für alles andere aber schon? Es ist einfach traurig zu sehen, wie und wo das Geld ausgegeben wird - nur für die eigenen Leute reicht es dann nicht mehr! Und wir können es bei den nächsten Wahlen nicht einmal korrigieren - weil keine einzige Partei Interesse zeigt, daran etwas zu ändern!
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Ich wäre, wenn schon, für Eltern-Urlaub, nach dem schwedischen Modell. Ich habe sehr viel mit meinen ArbeitskollegInnen darüber geredet. Als Problem erachtet man nicht einmal die EO-Finanzierung, dafür gäbe es gute Geldumverteilungskonzepte. Aber innerhalb des Unternehmens hat man begründete Angst davon, dass diese Abwesenheiten auf die Mitarbeitenden abgewälzt werden. Dies passiert mit Müttern ja oft ("nur" 14 Wo.). Schliesslich wird am Rücken der Leistenden gespart bzw. Arbeitskraft verteuert.
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