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Zolldeklaration: Onlineformular ersetzt grünen Zettel
Aus Espresso vom 17.02.2020.
abspielen. Laufzeit 07:50 Minuten.
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Post ins Ausland «Der grüne Zoll-Zettel ist Geschichte»

  • Seit dem 1. Januar 2020 gilt: Postsendungen mit Wareninhalt ins Ausland müssen neu für den Zoll elektronisch erfasst werden. Dabei müssen zwingend Angaben über den Inhalt, den Absender und den Empfänger gemacht werden.
  • Die neuen Vorgaben sind international vorgeschrieben und koordiniert – und müssen demnach auch von der Schweizerischen Post umgesetzt werden.
  • Es gibt aber je nach Bestimmungsland noch Übergangsfristen. Teils werden die alten grünen Zoll-Zettel doch noch angenommen.

Hörerinnen und Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» kritisieren, die Neuerung habe sie völlig auf dem falschen Fuss erwischt. «Ich wurde im Vorfeld nicht darüber informiert» oder «Das Formular im Internet auszufüllen ist unmöglich, viel zu kompliziert!» oder «Wir appellieren an den Datenschutz, diese Angaben über Absender und Empfänger sind viel zu persönlich!», sind die häufigsten Kritikpunkte.

Post: Mehr Kundenanfragen zum Thema

Post-Sprecher Erich Goetschi bestätigt, man habe in der ersten Januarwoche mehr Anfragen zum Thema Auslandsendungen verzeichnet. «Seither hat die Zahl der Anfragen von Woche zu Woche deutlich abgenommen.» Die erste Kundeninformation hätte bereits im letzten Mai stattgefunden, im Kundenmagazin der Post. In den eigenbetriebenen Filialen seien Kunden, welche letzten Dezember eine Auslandssendung aufgegeben hätten, mit einem Flyer informiert worden. Ebenso seien die Neuerungen unter anderem via Postportal online öffentlich gemacht worden.

Online-Formular für Auslandversand
Legende: Zollangaben müssen elektronisch erfasst werden. Nicht fehlen dürfen: Angaben über den Inhalt, Absender und Empfänger. Printscreen post.ch

Neu: Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Empfängers

Kundinnen und Kunden ärgern sich gegenüber «Espresso» über die Angaben, welche die neue Zolldeklaration verlangt. «Was gehen die Behörden die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse meines Sohnes in Australien an?», kritisierte ein Post-Kunde. Dazu sagt Post-Sprecher Erich Goetschi: «Wir haben zwar Verständnis für den Unmut, es handelt sich aber um gesetzliche Bestimmungen, die auch wir umsetzen müssen.» Was den Datenschutz betreffe, würden alle Angaben lediglich der Post und der Zollbehörde im Bestimmungsland zur Verfügung stehen. Eine Weitergabe an Dritte sei ausgeschlossen.

Ähnlich schätzt dies auch der eidgenössische Datenschutzbeauftragte ein. Eine Sprecherin schreibt «Espresso»: «Die datenschutzrechtlichen Anforderungen sind erfüllt (…) und bei der Telefonnummer handelt es sich nicht um ein besonders schützenswertes Personenmerkmal, sondern um eine im Geschäftsverkehr übliche Angabe.» Diese dürfe im konkreten Fall nicht an Dritte weitergegeben werden. Es könne aber durchaus auch im Interesse des Empfängers sein, wenn die Zustellerin seine Telefonnummer kennt.

Espresso, 17.02.2020, 08.13 Uhr

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Swiss Klitz  (Swiss Klitz)
    Alles halb so wild, von Schweizer Seite aus, aber wenn ich meiner Nichte in Deutschland etwas schicke und einen Warenwert von mehr als 45€ angebe, muss Sie das ganze noch verzollen. Wird das nicht richtig gemacht ist noch Strafzoll fällig. Kürzlich 60€ Wert abgegeben - Empfänger musste rund 50€ nachzahlen....
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Mich deucht die Angelegenheit leicht ungesetzlich von wegen Ungleichbehandlung der Bevöklerung. Wer diesen Firlefanz also nicht im Internet ausfüllen kann und auch niemanden hat der hilft oder dies erledigt, MUSS am Schalter 3.- löhnen(wer zu wenig Geld hat, was dann?), kann das sein? Ist dies wirklich legal?
    Würde mich interessieren ob sich da wer auskennt.
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  • Kommentar von Armin Brönnimann  (Mindli)
    Wieso wird im Bericht und den Kommentaren nicht erwähnt
    das der grüne Zoll-Zettel nur
    für Pakete bis 2 Kilogramm benutzt werden kann ??!!
    Ausland-Pakete über
    2 Kilogramm benötigten schon immer eine schriftliche Zolldeklaration!!
    Das ist nicht nur bei der Post so, auch Kurierdienste können nicht ohne diese Papiere arbeiten!!
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Armin Brönnimann. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es geht im Artikel um Sendungen bis 2kg Gewicht. Korrekt wäre: es geht um Briefsendungen. Dort war bisher der «grüne Zettel» (Zolldeklaration CN 22), den man händisch beschriften konnte, der Standard. Es handelte sich dabei auch um eine Zolldeklaration - die man eben seit 1. Januar 2020 elektronisch ausfüllen muss. Genau dies ist das Thema des Beitrags. Für Paketsendungen gibt es den Frachtbrief, der automatisch eine Zolldeklaration beinhaltet. Diesen kann man ebenfalls zuhause Online ausfüllen. Am Schalter kostet dies 3.- Franken.
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