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Post-Mindestlohn Gewerkschaften verlangen «anständige» Saläre

Legende: Video Schutz vor Lohndumping oder das Gegenteil? abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.11.2018.

18 Franken und 27 Rappen. Dieser minimale Stundenlohn für Mitarbeiter in der Postlogistik sei «skandalös», heisst es an einer Medienorientierung vom Schweizerischem Gewerkschaftsbund SGB und der Logistik-Gewerkschaftsallianz Fairlog in Bern.

Vom Bundesgericht festgeschriebene Kriterien

Die Gewerkschaften fordern von der federführenden Eidgenössischen Postkommission Postcom in einem ersten Schritt einen minimalen Lohn von 20 Franken pro Stunde. Dabei habe sie sich an den Kriterien zu orientieren, die vom Bundesgericht im Juli 2017 für den Kanton Neuenburg festgeschrieben worden sind.

Weniger als 22 Franken ist nicht anständig. Weniger als 20 Franken ist nicht zulässig.
Autor: Paul RechsteinerSGB-Präsident

Gewerkschaftliches Ziel sei aber ein Mindestlohn von 22 Franken, erklärten die Verantwortlichen vor den Medien. Ein Niveau, wie es die Grossverteiler in der Schweiz heute anwenden, präzisierte SGB-Präsident Paul Rechsteiner.

Legende: Video Das öffne Lohndumping Tür und Tor, sagt SGB-Präsident Paul Rechsteiner abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.11.2018.

Der viel zu tiefe Mindestlohn stehe im klaren Widerspruch zum Grundsatz der staatlichen Mindestlohnpolitik, wonach der Lohn zum Leben reichen muss. Die Postcom öffne so dem Lohndumping bei den Zustelldiensten Tür und Tor. Lohndumping werde damit im Onlinehandel noch attraktiver. Ein Mindestlohn von 18,27 Franken werde indirekt auch den Lohndruck auf den Detailhandel erhöhen.

Rechsteiner wehrt sich mit klaren Worten gegen den Mindestlohn-Entscheid: «Weniger als 22 Franken ist nicht anständig. Weniger als 20 Franken ist unanständig und zusätzlich nicht zulässig.»

Den Betrag von 18 Franken 27 hatte Mitte Oktober die Aufsichtsbehörde Postcom festgelegt. Sie begründete damals ihren Entscheid damit, dass die Angestellten vor Lohndumping geschützt werden sollten und gleichzeitig neuen Anbietern der Eintritt in den Markt ermöglicht werden soll. Der Mindestlohn gilt für alle Angestellten im Postsektor, die keinem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    JA zu Mindestlöhnen Es liegt primär in der Verantwortung der Wirtschaft, Löhne zu bezahlen, die einen minimalen Lebensstandard erlauben. Wenn dies nicht via Gesamtarbeitsverträge (GAV) oder Normalarbeitsverträge (NAV) erreicht werden kann, müssen subsidiär gesetzliche Bestimmungen für Minimallöhne erlassen werden. Es darf grundsätzlich nicht geduldet werden, dass sich Unternehmungen mit tiefen Löhnen indirekt über Sozialbeiträge des Staates an die Angestellten unterstützen lassen.
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    3000.00 Mindestlohn om Monat der Bund spll sich schähmen so was durchzulassen, idt eine Schande, das Gleiche in der Privatwirtschaft, hätte die gleiche Behörde schon längstens eingegriffen. Es soll mir niemand kommen der Markt und die freie Marktwirtschaft regle es schon, die gibt es schon lange nicht mehr, wir werden schon längstens von dubiosen Gestalten und wirtschaftsinteressen vergewaltigt und diktiert, Politik inbegrffen (gleich welche Partei, oder Arbeits- Wirtschaftsorganisation).
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  • Kommentar von Roman Loser (Jessica)
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Darum beharrt die FDP mit gnädiger Hilfe der SP dass immer Ueberhang beim Angebot besteht! Mich wundert immer wieder dass so viele Leute diesen Unsinn weiter so hinnehmen!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Bingo! Was oft unterschlagen wird: Der Generlstreik 1918 wurde durch die Abteufung der Realloehne um rund die Haefte ausgeloest. Verursacht durch die altfeudale Personenfreizuegigkeit mit Lohndoemperschwemme im 1. Weltkrieg. Bei der Unterstuetzung der neofeudalen EU-PFZ mit der Folge, dass pro Jahr 100 000 Stellen mit Lohndoempern statt Inlaendern neu besetzt werden, waren die Gewerkschafter und linken Poliiker geschichtsresistent und expertenrenitent. Jetz folgt nur die logische Quittung....
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