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Postauto-Affäre Ein Anfang – mehr aber auch nicht

Bei Postauto Schweiz wurden jahrelang im grossen Stil Fehlbuchungen vorgenommen. Gewinne wurden künstlich kleingerechnet, um überhöhte Abgeltungen der öffentlichen Hand zu bekommen. Dabei geht es laut den Berichten, die die Post heute auszugsweise veröffentlicht hat, um rund 200'000 Fehlbuchungen.

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller nannte die Untersuchung dieser Manipulationen eine «Herkulesaufgabe und Sisyphusarbeit». Er zeigt sich «erschüttert» und betont, dass es keine Rechtfertigung gebe.

Das nimmt er zum Anlass, um hart durchzugreifen: Die Geschäftsleitung von Postauto stellt er in corpore vor die Tür, ebenso trennt er sich mit sofortiger Wirkung von Post-Chefin Susanne Ruoff. Seine Begründung: Das Vertrauen sei kaputt, ein Neuanfang nur mit neuen Köpfen möglich.

Gründe für den Vertrauensverlust bleiben im Dunkeln

Damit mag er Recht haben. Doch warum genau das Vertrauen dahin ist, begründet er nicht. Die Post hat heute zwar die beiden extern erstellen Berichte veröffentlicht, aber nur auszugsweise. So ist es für Aussenstehende nach wie vor schwierig nachzuvollziehen, wer genau wann was gewusst hat, wer wann welche Hinweise auf die Fehlbuchungen bekommen hat und trotzdem untätig geblieben ist.

Urs Schwaller, der gewiefte ehemalige Politiker, hofft, dass mit neuen Köpfen der Post ein Neuanfang gelingt. Ihm schwebt eine neue Unternehmenskultur vor, bei der jedem und jeder klar ist, was rechtens ist und was nicht.

Es bleibt unruhig bei der Post

Das ist ein Anfang. Mehr aber noch nicht. Denn die Affäre bei Postauto Schweiz wird weiter durchleuchtet: So führt das Fedpol ein Verwaltungsstrafverfahren durch, und der Bundesrat will bei mehreren bundesnahen Betrieben die so genannte «Corporate Governance» (gute Unternehmensführung) extern durchleuchten lassen. So rasch wird die Post unter Präsident Urs Schwaller somit nicht zur Ruhe kommen.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Die Abbauer des Service public bringen sich in Position. War zu erwarten. Diesen wird man den Riegel ebenso konsequent schieben müssen.
  • Kommentar von Niklaus Studer  (Niklaus)
    Als oberstes Organ einer Firma ist der Verwaltungsrat -vor allem den Aktionären gegenüber- verantwortlich für das Unternehmen.
    Ich erwarte, dass in diesem Sinne auch der VR-Präsident seine Verantwortung übernimmt und die Konsequenzen zieht.
    1. Antwort von M. Keller  (MK)
      @Studer - genau richtig. Nur wird dies eben nicht so gehandhabt. Es gibt, in diesem Fall Frau Susanne Ruoff, ein 'Bauernopfer'. Damit hat sich die Sache für den VR bereits erledigt. Es wird in der Schweiz bei solchen Angelegenheiten sowieso nie die treffen, die es eigentlich 'verbockt' haben. Leider...
  • Kommentar von Herbert Staub  (puma)
    Die Geschäftsleitung musste gehen. Ist für mich richtig.
    Der Verwaltungsrat hätte eigentlich die Aufgabe, die Geschäftsleitung zu kontrollieren. Haben, wie es aussieht, ihre Aufgabe aber nicht erfüllt. Also ist ein neuer Verwaltungsrat dringend nötig