Zum Inhalt springen
Inhalt

Prämienverbilligungen geprüft Die Umverteilung findet statt

Laut dem Bundesamt für Gesundheit funktioniert das System: Haushalte mit tiefen Einkommen profitierten letztes Jahr von Prämienverbilligungen.

Legende: Video Prämienverbilligungen: Riesige Unterschiede zwischen Kantonen abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.12.2018.

Worum geht es? Jedes Jahr steigen die Krankenkassenprämien. Wer die Kosten nicht mehr stemmen kann, kann im eigenen Kanton beantragen, dass die Prämie verbilligt wird. Letztes Jahr haben 2,2 Millionen Menschen in der Schweiz eine Verbilligung der Krankenkassenprämien bekommen – rund ein Viertel der Bevölkerung. Das kostete Bund und Kantone 4,5 Milliarden Franken.

Wer sind die Betroffenen? Es handelt sich um Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen; etwa Alleinerziehende, die auf Ergänzungsleistungen und die Sozialhilfe angewiesen sind. Zudem haben Kinder und Jugendliche je nach Kanton Anspruch auf Prämienverbilligungen. Die Kantone regeln selbst, wem sie eine Verbilligung zugestehen und welche Kosten sie übernehmen.

Infografik Prämienbelastung

Welcher Kanton zahlt wie viel? Der Kanton Graubünden übernimmt pro Kopf am meisten; der Kanton Zug, das Tessin, die Waadt und Basel-Stadt folgen. Am wenigsten an die Prämienverbilligung zahlt der Kanton Appenzell Innerrhoden. Die Spanne reicht von der Hälfte der Prämie im Kanton Zug bis zu sieben Prozent in Appenzell Innerrhoden. Was danach noch bleibt, variiert auch von Kanton zu Kanton, und reicht von sieben Prozent des Haushaltseinkommens im Kanton Zug bis 18 Prozent in den Kantonen Jura und Basel-Landschaft.

Geht die Rechnung auf? Das Bundesamt für Gesundheit hat die Umverteilung aufgearbeitet und kommt zum Schluss: Die Umverteilung funktioniert. Für die ganze Schweiz lässt sich sagen: 10 bis 30 Prozent der unteren Einkommen profitieren von individuellen Prämienverbilligungen. Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2014 zeigt sich jedoch, dass heute mehr Menschen von Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe abhängig sind. Diese kommen auch in den Genuss der Prämienverbilligungen – noch vor den Mittelstandsfamilien, die für ihre Kinder und Jugendlichen Prämienverbilligungen erhalten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    @röthenmund: ich bin nicht grundsätzlich gegen ein Versicherungsobligatorium aber jede(r) soll sich seinen finanziellen Verhältnissen entsprechend absichern können und risikogemäss Prämien bezahlen. Wenn ich also denke, dass ich Behandlungskosten bis zB 10'000 Franken pro Jahr selber vermag sollte es möglich sein, mich so zu versichern und entsprechend geringere Prämien zu entrichten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Carlo Meyer (C. Meyer)
    Unsere 4-köpfige Familie hat ein Einkommen von monatlich 4850 Fr. Die billigst Krankasse kostet 1'460 Fr. Wir verdienen zu viel für Prämienverbilligung. 2,2 Millionen Schweizer haben weniger als wir?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    Und was bringt uns nun diese Erkenntnis? Meine KK-Prämie ist trotzdem fast 50.00 teurer pro Monat! Aber wenigstens waren ein paar gut bezahlte Beamte mit dieser Studie beschäftigt - und können ihre KK-Prämie mit ihrem Lohn hoffentlich ohne Prämienvergünstigung bezahlen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ivan Suter (Beren)
      Das ist keine Studie, das ist eine Statistik. Ganz einfach mit den Statistiken von den vorherigen Jahren kann man sehen, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und was in Zukunft gemacht werden muss um diesem entgegenzuwirken. Um Statistiken zu erheben braucht man keine gut bezahlten Beamten, keine Angst. Ausserdem sind sehr wenige Beamte gut bezahlt... Sie sollten lieber böse auf die Privatwirtschaft sein, denn dort bekommt der Chef das 100-Fache von Ihnen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen