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Finanzkontrolle fordert Preistransparenz bei ambulanten Eingriffen
Aus HeuteMorgen vom 02.09.2021.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Preise im ambulanten Bereich Stossen sich Spitäler mit Verbrauchsmaterial gesund?

Wenn der gleiche Stent je nach Spital bis drei Mal mehr kostet, ist etwas faul. Die Finanzkontrolle ist schockiert und fordert Transparenz – oder gar Fallpauschalen auch im ambulanten Bereich.

Mittels einer Stichprobe hat die Eidgenössische Finanzkontrolle rund 5'500 Spitalrechnungen unter die Lupe genommen. Dabei ist sie auf massive Unterschiede bei den Preisen gestossen, welche Spitäler den Krankenkassen für medizinisches Verbrauchsmaterial verrechnen.

Beispiel: Stent

Zum Beispiel für sogenannte Stents, medizinische Implantate in Röhrchenform, die Patienten eingepflanzt werden, um Gefässe offenzuhalten. François Donini von der Eidgenössischen Finanzkontrolle sagt dazu: «Wir haben in der Tat festgestellt, dass sich die Rechnungen für das gleiche Material bis zum Faktor drei unterscheiden.» Während also einzelne Spitäler für ein Modell 1'200 Franken verrechneten, kostete das gleiche Modell bei anderen 3'500 Franken.

Wir haben festgestellt, dass sich die Rechnungen für das gleiche Material bis zum Faktor drei unterscheiden.
Autor: François Donini Eidgenössische Finanzkontrolle

Auffällig: der ambulante Bereich

Die Finanzkontrolle vermutet, dass hier zweistellige Millionenbeträge eingespart werden könnten. Die grossen Unterschiede seien vor allem im ambulanten Bereich sichtbar geworden, sagt Donini. Also dort, wo sich Patienten nur vorübergehend im Spital aufhalten.

Die wahrscheinlichste Erklärung dafür: Im ambulanten Bereich gibt es keine Fallpauschalen wie im stationären Bereich, wo von den Krankenkassen pro Fall nur ein bestimmter Maximalbetrag vergütet wird.

Wenn schon keine Pauschale, dann Transparenz

Fallpauschalen auch im ambulanten Bereich könnten also Abhilfe schaffen, findet man bei der Finanzkontrolle. Im Parlament wird das zwar diskutiert, doch bis zu einer allfälligen Einführung könnte es noch Jahre dauern.

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Grosse Preisunterschiede bei chirurgischem Verbrauchsmaterial
Aus Tagesschau vom 02.09.2021.
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Kurzfristig setzt die Finanzkontrolle deshalb auf eine andere Massnahme: Transparenz. Denn diese fehle bei den Spitalrechnungen zurzeit, betont Donini: «Wir finden, dass solche Löcher schockierend sind.»

Wir finden, dass solche Löcher schockierend sind.
Autor: François Donini Eidgenössische Finanzkontrolle

Die Finanzkontrolle empfiehlt dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) deshalb, für Medizinprodukte im ambulanten Spitalbereich per Gesetz ein System vorzuschreiben, mit dem Transparenz hergestellt wird.

Das BAG erklärt dazu, dass die EU ein solches System ab 2024 einführe. Danach könne man ein solches auch für die Schweiz prüfen.

HeuteMorgen, 02.09.2021, 06:00 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Wichtiger Bericht vom SRF. Bald werden die KK Prämien für 2022 bekannt gegeben und eins ist 100% sicher: Runtergehen werden sie nicht. Die Melkerei wird weitergehen und weiter zunehmen.
  • Kommentar von Thomas Hinz  (FrediHinz)
    Es ist wirklich ein Skandal - Und es riecht nach Korruption!

    Die Spitäler sind zu Recht seit Jahren unter einem Kostendruck; Patienten werden früher nach Hause geschickt, es gibt teilweise Fallpauschalen usw. Aber dort, wo die Kosten vom Verbrauchsmaterial auf die allg. Krakenversicherung abgeschoben werden können, keine Spur mehr von Kostensenken.

    Schauen Sie, es ist nicht einfach schlecht verhandelt. Die Preise für gängiges Material wie Stents sind im Markt bekannt.
  • Kommentar von Sonja Nemeth  (Patschifig)
    Warum muss die Schweiz für ein Prüfung eines in 2024 in der EU eingeführtes Verfahren bis nach 2024 warten? Es geht nicht um die Einführung sondern um so ein System zu prüfen!