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Basel will Gleichstellungsgesetz auf LGBTI-Menschen ausweiten
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 18.08.2021.
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Premiere in der Deutschschweiz Basel will Gleichstellungsgesetz auf LGBTI-Menschen ausweiten

Damit sollen alle vor Diskriminierung geschützt werden, ungeachtet der sexuellen Orientierung und des Auftretens.

Als erster Kanton in der Deutschschweiz will Basel-Stadt sein Gleichstellungsgesetz auf alle Personen ausweiten. Laut dem neuen Gesetzesentwurf sollen sämtliche Menschen ungeachtet ihres Geschlechts und neu auch ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Ausdrucksform vor jeglicher Diskriminierung geschützt werden.

Aufgehoben werden sollen im Gesetz die Bezeichnungen Mann und Frau. Diese Binarität erfasse nicht das gesamte menschliche Spektrum, hiess es an einer Medienkonferenz. Das Kürzel LGBTI (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexuell/Transgender und Intersexual) werde aber nicht explizit im Gesetz erwähnt, sagte Basels Regierungspräsident Beat Jans. Der Grund: «LGBTI als Kürzel kann schon morgen überholt sein, weil hier vieles im Fluss ist.»

Beratungsangebot soll ausgebaut werden

Das neue Gesetz soll dem Kanton erlauben, sein Beratungsangebot für LGBTI-Menschen auszuweiten. Heute gebe es ein paar Angebote, die aber alle auf Freiwilligenarbeit basierten und finanziell nicht abgesichert seien, sagte Leila Straumann, die Leiterin der Abteilung Gleichstellung beim Kanton Basel-Stadt. Mit dem Gesetz wolle der Kanton Beratungsangebote von Dritten stärken. Wie hoch die Kosten sein werden, konnte Straumann noch nicht beziffern. Der Kanton Genf, welcher das schweizweit grösste Beratungsangebot hat, gibt im Jahr rund 400'000 Franken aus, der Kanton Zürich etwa 80'000 Franken.

Legende: Bei LGBTI-Menschen ist die Selbstmordrate deutlich höher als bei anderen Personen in der Bevölkerung. Keystone

Neben Diskriminierungen am Arbeitsplatz und Gewalt auf der Strasse litten besonders Jugendliche unter schweren seelischen Konflikten, sagte Leila Straumann. Dies, sobald sie feststellten, dass sie nicht dem klassischen Schema von Mann und Frau entsprächen. Internationale Studien hätten nachgewiesen, dass die Selbstmordrate bei LGBTI-Menschen fünfmal höher sei.

Städte als Vorreiter

Genf ist in Sachen Schutz von LGBTI-Menschen vor Diskriminierung am weitesten in der Schweiz. Dass nun Basel folge, sei kein Zufall, meinte Leila Straumann weiter. «Die meisten LGBTI-Menschen leben in den Städten, also ist hier der Handlungsbedarf am grössten.»

Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat vom Parlament, dem Grossen Rat, vor über einem Jahr den Auftrag erhalten, das Gleichstellungsgesetz auf LGBTI-Menschen auszuweiten. Jetzt muss der regierungsrätliche Vorschlag noch vom Parlament genehmigt werden.

Regionaljournal Basel, 18.8.2021, 12:03 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    Aufgehoben werden sollen im Gesetz die Bezeichnungen „Mann und Frau“. Das heisst 97% aller Bewohner Basels kommen also darin nicht mehr vor. D.h. sie werden sprachlich ignoriert und nach neuster Lesart folglich diskriminiert, obwohl Mann und Frau eindeutig biologisch definiert sind und von 97% auch so erlebt wird. Kann mir jemand diesen unglaublichen Vorgang erklären?
  • Kommentar von Christian Kunz  (CK124)
    Bin ja dafür. Aber wieder dieses unkoordinierte Vorpreschen eined Kantons. Sorry, die allermeisten Leute haben ganz andere Sorgen.
    Und unzählige Jugendliche haben Probleme und nicht wegen der Anrede.
    Freut mich für die Betroffenen. Denk nicht, dass es die Toleranz gross fördern wird. Kurzfristig eher das Gegenteil. Wir sehen ja wie die Bevölkerung auf Druck von oben reagiert.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    "Aufgehoben werden sollen im Gesetz die Bezeichnungen Mann und Frau" Bin gespannt auf die neuen Biologiebücher an den basler Schulen.
    Meine These: Ich ermute weniger die angeprangerte Geschlechterdiskriminierung, sonder die über jedes Thema grassierende relative Halt- und Orientierungslosigkeit und und so erzeugte Beliebigkeit, treibt die heutige Jugend zu Verzweiflungstaten.