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Legende: Video Bazl fordert Registrierung von Drohnen abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.07.2016.
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Schweiz Private Drohnen: Für eine Registrierungspflicht mit Augenmass

Der Bund arbeitet daran, dass private Drohnen dereinst mit speziellen Minisendern ausgestattet werden müssen, welche laufend ihre Position melden. Die Idee einer besseren Kontrolle der Drohnen und ihrer Piloten stösst auf Wohlwollen – mit Einschränkungen.

Die Idee des Bundesamts für Luftfahrt (Bazl), einen besseren Überblick über Operationen privater Drohnen zu erhalten, stösst bei betroffenen Verbänden grundsätzlich auf offene Ohren. Sowohl der Schweizer Drohnenverband wie auch der Schweizerische Modellflugverband stehen hinter den Anstrengungen, grössere private Drohnen eindeutig zuordnen zu können.

«Wir unterstützen die Bemühungen, dass es bei Drohnenoperationen mehr Transparenz gibt», sagt Ueli Sager vom Drohnenverband. Es müsse klar sein, wem welche Drohne gehöre. So verfolge sein Verband bereits jetzt das Ziel, Drohnen-Piloten zu einer – bislang freiwilligen – Registrierung ihrer Fluggeräte zu ermutigen. Eine solche kann auf der Homepage des Verbands, Link öffnet in einem neuen Fenster vorgenommen werden.

Kennzeichnung mit einer Vignette

Sager ist von der technischen Umsetzungsidee des Bazl allerdings nicht überzeugt. Denn ein Minisender an Bord der Drohne, der die Position laufend an eine Datenbank sendet, könne zu Problemen bei der Steuerung des Fluggeräts führen. Schliesslich erfolge diese ja ebenfalls per Funk. «Das Bazl ist sehr visionär und strebt einen sehr grossen Schritt an», sagt er dazu.

In einem ersten Schritt realistischer ist für Sager eine Kennzeichnung durch eine Vignette, die auf das Fluggerät geklebt wird. Enthalte diese ein Hologramm, sei sie fälschungssicher. Ein Drohnen-Pilot müsste sich mit seinem Fluggerät also bei den Behörden registrieren, im Gegenzug erhielte er eine Art eindeutige Drohnen-Nummer, wie das zum Beispiel bei der Autonummer oder früher bei der Velovignette der Fall war.

Zielgruppe «ganz genau anschauen»

Eine Registrierung müsse grundsätzlich mit Augenmass eingeführt werden: Es könne nicht sein, dass ein kleiner Junge, der mit seiner Drohne aus dem Warenhaus erste Flugerfahrungen sammle, zusätzlich einen Bazl-Sender an seinem Flugapparat befestigen müsse. Insofern «muss die Zielgruppe nochmals ganz genau angeschaut werden», sagt der Drohnenverbandspräsident.

Ähnlich klingt es beim Schweizerischen Modellflugverband., Link öffnet in einem neuen Fenster Auch hier ist man nicht grundsätzlich gegen mehr Transparenz, wenn es um Flugdrohnen geht. Doch auch Verbandspräsident Peter Germann macht Einschränkungen: «Wenn eine Drohne allein zum Zweck des Vergnügens und der Freude an der Technik sachgerecht eingesetzt wird, braucht sie kein Erkennungszeichen an Bord.» Die Drohne dürfe unter diesen Umständen aber nur im sichtbaren Bereich und in «geeignetem Gelände» eingesetzt werden.

Bessere Kontrolle nötig

Werde eine Drohne aber ausserhalb dieses Bereichs und insbesondere gewerblich eingesetzt, wäre sein Verband «mit Sicherheit» einverstanden mit einer Registrierungs- und Flugdatenlieferungspflicht. Denn eine Drohne ausser Sichtweite des Piloten könne durchaus zu einer Gefährdung anderer werden.

Ausserdem würden die Drohnen zum grössten Teil von Personen betrieben, die von den Sicherheitsanstrengungen des Modellflugverbands nicht erreicht würden. Deshalb mache es durchaus Sinn, «diese Anwender etwas genauer unter die Lupe zu nehmen». Es gehe darum, das potenzielle Sicherheitsrisiko zu minimieren, denn die Drohnen würden technisch immer versierter, billiger und in ihrer Stückzahl immer mehr.

Bund will Drohnen registrieren

Bund will Drohnen registrieren

Drohnen filmen Menschen in ihrer Privatsphäre zu Hause, schweben gefährlich tief über Menschenmassen, verletzen die Flugverbotszonen rund um die Flughäfen. Doch ihre Besitzer haben heute wenig zu befürchten. Das soll sich ändern: Der Bund arbeitet an einer Registrierungspflicht für Drohnen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Philippe Niggli (Philippe Niggli)
    An Herrn Germann (CH-Modellflugverband): Weshalb wird eigentlich eine Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Gebrauch angestrebt? Die grösste Gefahr geht doch eig. von unwissenden oder leichtsinnigen privaten Käufern aus, welche die Gesetzeslage nicht kennen und ausserhalb der Sichtweite fliegen. Ein gewerblicher Pilot der mehrere Stunden jeden Tag fliegt, ist doch keine wirkliche Gefahr. Ob nun monetäre Interessen vorhanden sind oder nicht, ist doch irrelevant.
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  • Kommentar von Philippe Niggli (Philippe Niggli)
    Ich hatte zwar noch nicht das Vergnügen einen Copter mit einer FPV-Brille zu fliegen, jedoch gehe ich davon aus, dass das Fliegen dadurch sicherer wird - als ohne. Dadurch, dass man virtuell im Cockpit in der "1st Person view" sitzt und von Sonneneinstrahlungen, die aufs Tablet scheinen, geschützt ist. Das menschliche Auge verliert mit zunehmender Distanz zum Objekt, die räumliche 3D Tiefe. FPV Brillen werden das Fliegen sicherer machen. Bitte den Begriff Copter, anstatt Drohne verwenden. Danke
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Es braucht keinen Funk-Chip. (kein Überwachungs-Staat, in Bahn, im eigenen Auto usw) Aber jede Drohne muss registriert werden mit einer Kontroll-Nummer versehen werden, wie andere Fahr- bzw Flugzeuge auch. Und natürlich haben diese Dinger nichts in Nachbars Garten verloren.
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