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Rechte und Pflichten von Nannys und ihren Arbeitgebern
Aus HeuteMorgen vom 09.10.2019.
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Privathaushalt als Arbeitgeber Der Nanny-Markt wächst und es braucht Regeln

Immer mehr Familien stellen privat eine Kinderbetreuerin an. Auch dieses Arbeitsverhältnis muss geregelt werden.

Sie liebe ihren Beruf, sagt die Zürcher Nanny Karin Kälin. «Was von den Kindern zurückkommt, ist unglaublich. Das füllt mir das Herz.»

Nach 14 Jahren als Kinderbetreuerin in verschiedenen, oft gutbetuchten Haushalten, kenne sie aber auch die weniger schönen Seiten des Berufs. «Unschön sind die langen Arbeitszeiten. Es gibt Stellen, bei denen man vor 7 Uhr zu arbeiten beginnt bis 19 Uhr dranbleibt. Pausen hat man eigentlich keine.»

Karin Kälin betreibt eine Anlaufstelle für Kinderbetreuerinnen.
Legende: Karin Kälin betreibt eine Anlaufstelle für Kinderbetreuerinnen. SRF

Kälin betreibt mit einer Kollegin die Website NannyVerein.ch. Obwohl sich der Verein aufgelöst hat, dient die Seite als Anlaufstelle für Kinderbetreuerinnen. Dort erhalten die Frauen auch Berichte von Kinderbetreuerinnen, die von Familien regelrecht ausgenutzt werden.

Unbezahlte Überstunden

Zum Beispiel gebe es Eltern, die regelmässig zu spät nach Hause kommen und der Angestellten dann die Überstunden nicht bezahlen wollten. Oder sie verlangten von der Betreuerin zusätzliche Arbeiten im Haushalt, obwohl dies im Arbeitsvertrag nicht vorgesehen ist.

Manche, darunter viele fremdsprachige Frauen, wüssten nicht, dass in der Schweiz ein Mindestlohn von 4500 Franken empfohlen werde, sagt Kälin. «Wir hören Berichte von Nannys, die für 2500 Franken zu 100 Prozent angestellt sind und noch die Haushaltung besorgen.»

Privathaushalt als Arbeitsort: wenig geregelt

Auch die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich erhält regelmässig Anfragen von Nannys und privaten Arbeitgebern. Der Privathaushalt sei als Arbeitsort immer noch wenig geregelt, sagt Fachstellenleiterin Anja Derungs. «Rechte kann man nur wahrnehmen, wenn man sie kennt. Privathaushalte werden zu Arbeitgebern und diese haben Pflichten. Aber diese kann man nur dann wahrnehmen, wenn man sie kennt.»

Deshalb bietet die Fachstelle seit kurzem auf ihrer Website Links zu Musterverträgen und umfangreiche Informationen an. Es gehe um den Lohn, die Ferien, die Sozialversicherungen, die berufliche Vorsorge, Lohnfortzahlungen und was bei einer Kündigung zu beachten sei. «Auch die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit, wenn jemand im Haus der Familie wohnt, ist ein Thema», so Derungs.

Das Ziel der Stadt Zürich ist mehr Rechtssicherheit auf dem Schweizer Kinderbetreuerinnenmarkt zu schaffen. Es ist ein Markt, der von Jahr zu Jahr wächst.

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Aus dem Archiv: Der Nanny-Boom
Aus 10vor10 vom 12.03.2019.
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18 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Noch mehr Regeln? Das wird ja immer schlimmer!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Wie ich sehe, wie die Kitas funktionieren: Du musst das Kind spätestens um 5 Uhr abholen. für manche Arbeitstätige bedeutet dies, dass sie den Arbeitsplatz spätestens um 16 Uhr herum verlassen müssen. Wo kann man sich die Arbeitnehmerschaft bitteschön leisten, so früh das Büro zu verlassen? Mütter sind wegen solchen Details nicht beliebt und dies hindert auch das Forwärtskommen. Klar, weichen sie auf Nannys/Tagesmütter aus. Manche teilen sich die Betreuung, ist doch eine super Idee.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Höchste Zeit, dass die Schweiz vom Gedanken wegkommt, die physische Präsenz der Eltern würde eine grössere Erziehungskraft darstellen, als richtige Erziehungsarbeit. Das Kind ist kein Tier, das während 8.3 Std. Arbeitszeit vergessen würde, wer seine Eltern sind. Zudem sozialisiert die Gruppe besser, als allein zu Hause mit Mama zu spielen. Sozialkompetenzen sind künftig extrem wichtig. Verhaltensregeln kann eine Nanny genauso beibringen, wie eine Mutter. Um über das Sprachproblem nicht zu reden
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