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Hilfe mit geschriebenen und ungeschriebenen Wohnregeln
Aus Echo der Zeit vom 04.06.2021.
abspielen. Laufzeit 04:34 Minuten.
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Projekt der Caritas Bünzli-Nachhilfe für Geflüchtete

Im Schweizer Wohnalltag ist vieles geregelt. Ob geschrieben mittels Hausordnung oder ungeschrieben, weil es immer so war. Altpapier muss gebündelt kurz vor der Sammlung an die Strasse gestellt werden. Duschen nach 22 Uhr stört die Nachtruhe und ist nicht erlaubt. Die Wäsche darf sonntags nicht draussen aufgehängt werden. Herr und Frau Schweizer sind daran gewöhnt. Menschen, die neu im Land wohnen, kennen viele der Regeln aber nicht. Im Aargau vermittelt die Caritas deshalb Wohnkompetenzen an Geflüchtete.

Altpapierbündel.
Legende: Altpapier hat sauber gebündelt zu sein und darf nicht zu früh am Strassenrand deponiert werden. Keystone

Zu Besuch in einer Wohnung in Suhr. Letzten Sommer ist der Syrer Abdulkarim Issa mit seiner sechsköpfigen Familie in Schweiz gekommen, über ein Resettlement-Programm der UNO. Vor kurzem bezogen sie ihrer erste eigene Wohnung. Auf dem Sofa sitzt Stephan Frei von der Caritas und erklärt mittels einer Übersetzerin, auf was beim Wohnen geachtet werden soll.

Abfall trennen und Waschmaschine teilen

«Ein ganz wichtiges Thema ist das korrekte Entsorgen: Recycling von Abfall.» Frei erklärt, dass sich mittels Abfalltrennung viel Geld sparen lässt. Und der Berater für Wohnkompetenz zeigt, wie sich Familie Issa viel Ärger ersparen kann – etwa in der Waschküche. Ein Streitpunkt, der in anderen Ländern nicht existiert. Das Teilen der Waschmaschine in einem Mehrfamilienhaus ist im Ausland oft nicht üblich. «Man kann nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit die Wäsche machen. Das ist Neuland für viele Leute», so Stephan Frei.

Personen sitzen auf Sofa und trinken Kaffee.
Legende: Stephan Keller und Übersetzerin Basma Ibrahim von der Aargauer Caritas (links) in der neuen Wohnung von Familie Issa. SRF

Frei ist bei der Caritas Aargau für das Projekt «Wohnstart» verantwortlich. Künftig sollen Freiwillige mithelfen. Diese werden geflüchtete Personen vier oder fünfmal in ihrer ersten Wohnung besuchen und Tipps zum guten Zusammenleben geben.

Recht zu wissen, wie man sich zu verhalten hat

Hinweise gibt es zu den Gepflogenheiten in der Waschküche oder auch zum Putzen. In der Wohnung von Familie Issa in Suhr ist ein Boden aus Laminat verlegt. Ihr Haus in Syrien hatte einen Steinboden, erklärt der Familienvater. Boden und Wände spritze man ein paar Mal im Jahr mit dem Wasserschlauch ab. «Wenn Sie das hier machen, gibt es grosse Probleme. Dann geht das Wasser durch den Boden und dann kommt die Familie von unten, weil es tropft», meint Stephan Frei lachend.

Waschmaschine
Legende: Die Waschmaschine: Häufiges Streitobjekt in Schweizer Wohnhäusern. Keystone

Abdulkarim Issa schätzt das Angebot der Aargauer Caritas. Er wolle sich mit seiner Familie integrieren, die Sprache lernen und die hiesigen Regeln beachten. Denn Regeln seien wichtig. Die Leute in interkulturelle Fettnäpfchen treten zu lassen wäre bei der Integration auch nicht hilfreich, meint Stephan Frei. «Sie haben das Recht darauf, zu wissen, wie sie sich zu verhalten haben und was gut ankommt.»

Echo der Zeit, 17.6.2021, 18:00 Uhr;

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110 Kommentare

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  • Kommentar von vonschallen adolf  (Avonschallen)
    Ich finde vorher und nachher Duschen eine sehr belebende Sache. Aber nach 22:00 verboten.??
  • Kommentar von David Burkhard  (Dave Burkhard)
    Finde das Angebot wichtig. Ein sehr ähnliches Angebot gibt es schweizweit schon länger: kultur-schule.ch Hier ist das Angebot noch viel breiter. Drei Kategorien: Leben in der CH, Arbeiten in der CH und Wohnen in der CH. @srf: Darüber wäre ein Bericht sehr spannend und hilfreich.
  • Kommentar von Andreas Sidler  (Sidli)
    Duschen ist gemäss einem Bundesgerichtsurteil(?) jederzeit erlaubt, solange es kein Dauerduschen ist! Sollte man langsam wissen...
    1. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      "Rücksicht" heisst das Stichwort... So einiges ist gesetzlich erlaubt, sollte aber aus Rücksicht auf Mitmenschen vermieden werden.
    2. Antwort von Thomas Lindenberg  (LindenTh)
      Wenn jemand von der Spätschicht nach 22.00 nach Hause kommt, duscht dieser Mensch bis ihm wieder wohl in der Haut ist. Dies zu tolerieren ist auch Rücksicht.
      Ein ganzes Beautyprogramm hingegen sprengt dann natürlich schon die Grenzen des Anstands.