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So werden die Ameisen erfasst
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 08.04.2021.
abspielen. Laufzeit 07:52 Minuten.
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Projekt im Kanton Bern Forschende zählen Ameisen

Mit der Hilfe von Freiwilligen wollen Forschende im Kanton Bern ein Waldameisen-Inventar erstellen.

Alleine im Kanton Bern gibt es Milliarden – vielleicht Billionen – von Waldameisen. Die Frage ist, um welche Arten es sich genau handelt und wo sie genau vorkommen. Forschende vom Naturhistorischen Museum Bern versuchen dies herauszufinden, indem sie ein Inventar für den Kanton Bern erstellen.

Dabei zählen sie auf die Hilfe von sogenannten Citizen Scientists, also freiwilligen Bürgerinnen und Bürgern. Diese schicken dem Forschungsteam Fotos von Ameisenhaufen, die sie beim Spazieren im Wald entdeckt haben. Rund 3000 Meldungen sind seit einem Jahr eingegangen.

Karte mit kartierten Ameisenhaufen.
Legende: Bisher sind rund 3000 Meldungen von Freiwilligen gemacht worden. Besonders im Emmental gibt es noch Nachholbedarf. iNaturalist , Link öffnet in einem neuen Fenster

Gibt es Meldungen aus einer Region, macht sich Isabelle Trees auf den Weg. Sie ist Gastwissenschaftlerin beim Naturhistorischen Museum Bern. Sie überprüft und erfasst die gemeldeten Ameisenhaufen. Dabei werden auch einzelne Ameisen konserviert.

«Obwohl die Ameisen seit Jahrzehnten geschützt sind und man die Tiere eigentlich kennt, weiss man relativ wenig über ihre Verbreitung und Häufigkeit», sagt Hannes Baur, Co-Leiter des Projekts. Jetzt nehme man flächendeckend Proben im ganzen Kanton. «Wir erarbeiten uns jetzt ein Archiv, das mit der Zeit immer wie wertvoller wird.»

Die Waldameise

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Nahaufnahme einer Waldameise.
Legende: Waldameisen bestehen aus drei Teilen: Dem Kopf, der Brust und dem Hinterleib. Keystone

Zu erkennen sind Waldameisen an ihrer Form und Farbe: Sie haben einen Kopf mit zwei Antennen (Fühlern), eine Brust mit sechs Beinen und einen Hinterleib.

Typisch für die Schuppenameisen, zu der die Waldameise gehört, ist das spitz zulaufende «Stielchen» zwischen Brust und Hinterleib.

Die Körper der Ameisen sind orangerot und braun. Von der Waldameise gibt es aber mehrere verschiedene Arten. Um sie genau auseinanderzuhalten, muss man sie unter einem Mikroskop oder einer Lupe betrachten.

Wenn man heute tausende Waldameisen konserviert, dann könne man in fünfzig Jahren ihre Gene untersuchen. Das wäre wichtig, sollte sich zum Beispiel der Wald verändern oder ein Rückgang bei den Waldameisen abzeichnen. Dafür brauche man aber eine gute Datengrundlage, so Baur.

Wir legen heute ein Archiv für morgen an.
Autor: Hannes BaurKurator der Insektensammlung am Naturhistorischen Museum Bern

Co-Leiterin Isabelle Trees ergänzt: «Eine Ameisenart fehlt uns noch. Die Strunkameise macht nur kleine Hügel, diese werden oft übersehen.»

Alle können mitmachen

Um sich am Projekt zu beteiligen, brauche man nichts weiter als ein Smartphone, mit dem man die gefundenen Ameisenhaufen fotografieren kann, um die Fotos anschliessend dem Forschungsteam zu schicken.

Neben den Fotos sind die Forschenden auf weitere Angaben zum Haufen angewiesen. Etwa ober der Ameisenhaufen aktiv, oder ausgestorben ist.

Eine weitere Voraussetzung, um beim Projekt mitzumachen, ist natürlich, dass man mit offenen Augen durch den Wald spaziert. Nicht, dass man aus Versehen noch einen Ameisenhaufen zertrampelt.

SRF 1, 08.04.2021, 15:15 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Waldameisen fördern die floristische Vielfalt im Wald und sind geschützt. Die Biologin Christina Grätz (D) ist eine Naturschützerin ganz spezieller Art: Sie siedelt Ameisennester um. Ameisen sind vielerorts hochgradig gefährdet. Immer, wenn Bauprojekte eine Kolonie gefährden, tritt sie in Aktion. Wo Waldameisen in Gefahr sind wegen Autobahnbauten, Nähe an Bahngleisen usw. hebt sie ganze Nester aus und siedelt sie um in einer sicheren Gegend. Eine Tierschützerin der besonderer Art. Bravo!
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Ich habe einmal einen Fernsehbeitrag gesehen, wo es um die Umsiedelung eines Ameisennestes ging. Das Nest wurde etwa 500 Meter gezügelt. War sehr interessant wie sich der Ameisenstaat organisiert hat, um Nachzügler zurück ins Nest am neuen Standort zu transportieren. Inklusive Verpflegungsdepots.