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Legende: Audio An Festtagen angetrunken ans Steuer abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
02:33 min, aus Echo der Zeit vom 27.12.2018.
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Prosit Neujahr Wer trinkt, fährt häufig doch

Ein Glas Champagner, Rotwein oder Schnaps und dann ins Auto steigen und heimfahren. Gar nicht gut, machen aber etliche.

Wer fährt, trinkt nicht. Diese einfache Regel gilt aber nicht für alle, wie die jüngste Umfrage von Comparis zeigt. Im Auftrag des Internet-Vergleichsdienstes befragte ein Marktforschungsinstitut knapp 1000 Internetnutzer. 37 Prozent gaben an, nach einem Fest auch schon das Auto genommen zu haben, obwohl sie mehr als zwei Gläser Wein oder einen halben Liter Bier getrunken hatten.

Grundsätzlich empfiehlt der Bund Automobilisten, nicht mehr als ein Glas Wein oder Bier zu trinken. Die jüngsten Umfrageresultate decken sich mit etwas älteren Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU).

Überschätzung und Bequemlichkeit

Doch warum setzen sich so viele angetrunkene Menschen nach einem Festmahl ins Auto?

Wir dürfen nicht vergessen, dass bereits ab einem Glas der Alkohol die Reaktionszeit beeinflusst.
Autor: Nicolas KesslerSprecher BfU

Ein Grund sei, dass sich viele Menschen einfach falsch einschätzten, sagt Nicolas Kessler, Sprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU: «Das sind Personen, die zwei oder drei Gläser trinken und danach überzeugt sind, dass sie ganz normal Auto fahren können. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass bereits ab einem Glas der Alkohol die Reaktionszeit beeinflusst.»

Heimfahrt im Voraus planen

Und oft seien die Leute auch zu bequem, ergänzt Stefan Krähenbühl, Sprecher der Verkehrsunfallopfervereinigung Roadcross: Nach einem feucht-fröhlichen Abend wollten viele Leute einfach ins Auto steigen, das vor dem Haus steht. Besser wäre es, sie hätten die Rückreise schon vorher geplant: «Vielleicht vorher abstimmen, wer fährt heute Abend, oder mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. So liesse sich dieses Problem vermeiden.»

In der Schweiz haben viele das Gefühl, dass sie nie kontrolliert werden. Das fördert gewisse Fehlverhalten.
Autor: Stefan KrähenbühlSprechen von Roadcross

Noch ein dritter Grund sei entscheidend, sagt Stefan Krähenbühl von Roadcross: Zu wenig Polizeikontrollen: «In der Schweiz haben viele das Gefühl, dass sie nie kontrolliert werden. Das fördert gewisse Fehlverhalten.»

Silvester: Jeder 3. Unfall wegen Alkohol

Zwar ist die Zahl der Unfälle wegen Alkohol am Steuer insgesamt rückläufig. Aber an Festtagen ist das Fahren im angetrunkenen Zustand noch immer ein grosses Problem. Statistisch gesehen ist beispielsweise in der Silvesternacht Alkoholeinfluss für jeden dritten Unfall verantwortlich.

Die beiden Präventionsfachleute sind sich einig, dass es noch mehr Aufklärungsarbeit braucht – und mehr Polizeikontrollen, um Unfälle zu verhindern.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Diego Zürcher (Diego Zürcher)
    „Es Gläsli Wii zum Ässe macht doch nüd.“ - „Ich muss aber no fahre“ - Äh was, es Schlückli zum Astosse“ Also guet, aber wirkli nur es Gläsli.

    Oft fängt’s so an. Das ist ein ganz vielschichtiges gesellschaftliches Problem, das von Anstand und Tradition her rührt. Und desweiteren sollte die Verantwortung sowohl beim Gast wie auch beim Gastgeber liegen.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Ich finde man kann von Jemanden, welcher ein tonnenschweres Fahrzeug führt, durchaus verlangen nicht dem Gruppendruck zu erliegen und verantwortungsvoll zu handeln.
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  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Solange es Supermilde Strafen bei Unfällen mit Todesfolge für alkoholisierte Fahrer gibt, wird sich nichts ändern. Alkoholisierte Fahrer und Unfall mit Todesfolge = Mord !!!
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Baumann: Schlage vor, dass Sie sich zuerst informieren, bevor Sie auf die Menschheit losgehen: Mord ist laut Definition die vorsätzliche Absicht, jemanden umzubringen. Das kann kaum einem Autofahrer vorgeworfen werden. 2015 wurde ein Aargauer (Schweizer Bürger und Steuerzahler) zu 3 Jahren unbedingt verurteilt, weil er auf der Autobshn rechts überholt hat. Gefährdung des Lebens hiess es, obwohl es weder einen Unfall gab etc. Der Mann (38) findet wegen dieser Vorstrafe niemals mehr einen Job.
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    1 Glas spielt überhaupt keine Rolle. Schlimmer sind die, die essen, rauchen, dauernd quatschen u zum Beifahrer schauen u Handys.
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